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Polens zehn größte Lebensmittelketten kontrollieren 80 % des Absatzes

Die zehn größten Handelsketten vereinen rund 80 % des polnischen Lebensmittelabsatzes auf sich; der Markt ist mehr als 250 Milliarden Złoty wert. Das Parlament berät über einen stärkeren Schutz der Agrarerzeuger vor dem missbräuchlichen Einsatz vertraglicher Verhandlungsmacht.

Polens zehn größte Lebensmittelketten kontrollieren 80 % des Absatzes

Zehn Ketten dominieren einen Markt von 250 Milliarden Złoty

Die zehn größten Handelsketten stehen inzwischen für rund 80 % des Lebensmittelabsatzes in Polen. Der Gesamtwert dieses Marktes übersteigt 250 Milliarden Złoty, wie der Abgeordnete Michał Cieślak darlegte. Nach Angaben von farmer.pl nannte er die Zahlen am 16. Juli 2026 in einer Sitzung des parlamentarischen Ausschusses für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung.

Der Ausschuss befasste sich in erster Lesung mit einem Abgeordnetenentwurf zur Änderung des Gesetzes gegen die unlautere Ausnutzung vertraglicher Überlegenheit im Handel mit Agrar- und Lebensmittelerzeugnissen. Cieślak zufolge verringert die Konzentration bei wenigen Händlern den Einfluss der Produzenten auf Preise und andere Geschäftsbedingungen. Mit den 250 Milliarden Złoty beschrieb er den Markt, an dem polnische Landwirte einen größeren und gerechteren Anteil anstreben, nicht einen unmittelbar erlittenen Verlust.

Netz der Familiengeschäfte ist stark geschrumpft

Cieślak verglich die heutige Lage mit der polnischen Einzelhandelsstruktur der Jahre 1995 bis 2000. Damals habe es rund 450.000 familiengeführte Lebensmittelgeschäfte und verbundene Betriebe gegeben. Diese Geschäfte boten Landwirten nach seiner Darstellung einen relativ direkten Kundenzugang über eine kurze Kette aus Erzeuger, Transport und Laden mit moderater Handelsspanne.

Heute gebe es nur noch rund 70.000 solcher Familiengeschäfte, sagte Cieślak. Den damit verbundenen Arbeitsplatzverlust bezifferte er für den gesamten Zeitraum auf knapp 1,5 Millionen bis 2 Millionen Stellen. Die Zahlen und der angenommene Zusammenhang sind eine von farmer.pl wiedergegebene Einschätzung des Abgeordneten; eine unabhängige statistische Prüfung enthält der Ausgangstext nicht. Cieślak erklärte zudem, die Entwicklung habe den Zugang der Landwirte zum Vertrieb und zu den Konsumausgaben der polnischen Haushalte erschwert.

Kontrolle soll stärker bei den Handelsketten ansetzen

Cieślak schlug vor, die wesentliche Kontroll- und Dokumentationslast den Handelsketten statt den Landwirten aufzuerlegen. Die polnische Wettbewerbs- und Verbraucherschutzbehörde UOKiK solle prüfen, ob ein Händler ein Agrarprodukt unter dessen Produktionskosten eingekauft hat. Als Grundlage könnten jährlich veröffentlichte Kostendaten eines in der Sitzung genannten Instituts für Wirtschaft und Landwirtschaft dienen.

Stellt UOKiK fest, dass eine Kette unter dem maßgeblichen Kostenrichtwert eingekauft hat, sollte der Händler nach Cieślaks Auffassung bestraft werden. Der Vorschlag soll das Verhandlungsungleichgewicht begrenzen, ohne den Erzeugern zusätzliche Nachweise abzuverlangen. Die Wirkung für Landwirte und Verarbeiter hängt jedoch von der Kostenberechnung in den einzelnen Segmenten und der Berücksichtigung betrieblicher Unterschiede ab. Wird das Prinzip Gesetz, müssten Händler mit einer strengeren Prüfung ihrer Einkaufspreise rechnen.

Vollständige Marktanalyse

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