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Polen kommt bei Verhandlungen über Apfelexporte nach Ecuador voran

Ecuador prüft polnische Obstbaubetriebe, Packstationen und Lager im Rahmen des Marktzugangsverfahrens für Äpfel. Die heimische Erzeugung deckt nur rund 14 % des ecuadorianischen Bedarfs; zu den etablierten Lieferanten gehört Chile.

Polen kommt bei Verhandlungen über Apfelexporte nach Ecuador voran

Ecuador prüft Polens Apfellieferkette

Polen ist dem Zugang zum ecuadorianischen Apfelmarkt näher gekommen. Eine Delegation aus Ecuador hat mit der Prüfung polnischer Obstbaubetriebe, Packstationen und Kühllager begonnen. Die Inspektion ist Teil des phytosanitären Zulassungsverfahrens, das vor dem Beginn kommerzieller Lieferungen abgeschlossen werden muss.

Vertreter Ecuadors trafen sich am 5. Oktober mit polnischen Behördenvertretern bei der Hauptinspektion für Pflanzengesundheit und Saatgut, GIORiN. Nach Angaben von SadyOgrody.pl nahmen die Leitung der Behörde, das Büro für phytosanitäre Aufsicht und internationale Zusammenarbeit sowie das Institut für Gartenbau teil. Regionale Pflanzenschutzbehörden und das polnische Ministerium für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung waren online zugeschaltet.

Ab dem 6. Oktober waren Besuche in Apfelplantagen, Packstationen und Lagern in den Woiwodschaften Masowien und Łódź vorgesehen. Laut GIORiN sollen die Inspektionen den ecuadorianischen Fachleuten eine praktische Bewertung der Maßnahmen ermöglichen, mit denen die Gesundheit der für den Export bestimmten Früchte gewährleistet wird. Geprüft werden sowohl die Erzeugung als auch die Anlagen zum Sortieren, Verpacken und Lagern.

Verfahren läuft seit 2023

Polen bemüht sich seit 2023 um Zugang zum ecuadorianischen Markt. Sad24.pl zufolge übermittelte GIORiN den ecuadorianischen Behörden im Oktober 2023 einen Antrag für Apfelexporte sowie technische Unterlagen des Instituts für Gartenbau in Skierniewice. Ecuador benötigte diese Dokumente für eine Schädlingsrisikoanalyse und die Festlegung möglicher phytosanitärer Bedingungen.

Das Vor-Ort-Audit ist ein weiterer Verfahrensschritt, aber noch keine endgültige Genehmigung. Nach der Inspektion soll Ecuador Einfuhranforderungen vorschlagen, über die beide Seiten anschließend verhandeln müssen. Polen müsste danach die vereinbarten Regeln umsetzen, zugelassene Erzeuger und Packstationen registrieren sowie vor Exportbeginn ein Kontrollsystem einrichten.

Ein Termin für den Abschluss des Verfahrens wurde nicht genannt. Auch erwartete Liefermengen oder Umsätze polnischer Exporteure sind in den beiden Berichten nicht angegeben. Das Audit zeigt jedoch, dass der Antrag die Dokumentenprüfung hinter sich gelassen und die direkte Kontrolle von Betrieben erreicht hat. Die Einhaltung der Vorgaben in Plantagen, Packstationen und Lagern wird darüber entscheiden, welche Unternehmen bei einer Marktöffnung liefern dürfen.

Importabhängigkeit schafft Absatzchance

Ecuador erzeugt nur einen kleinen Teil der im Land verbrauchten Äpfel. Nach Angaben von Sad24.pl deckte die heimische Produktion in den vergangenen Jahren rund 14 % der Nachfrage. Der Anbau konzentriert sich auf die Provinzen Tungurahua, Chimborazo, Cotopaxi, Azuay und Cañar. Der überwiegende Teil des Marktes ist deshalb auf importierte Ware angewiesen.

Chile gehört bereits zu den wichtigen Lieferanten. Sad24.pl berichtet, dass chilenische Royal-Gala-Ausfuhren nach Ecuador 2025 einen Wert von 26,4 Millionen $ erreichten. Bei Granny Smith waren es weitere 11,2 Millionen $. Royal Gala zählte zudem zu den wichtigsten chilenischen Exportprodukten für Ecuador. Die Zahlen verdeutlichen die etablierte Konkurrenz, auf die polnische Anbieter treffen würden.

Für polnische Erzeuger und Packbetriebe würde eine Zulassung einen weiteren Absatzmarkt schaffen, aber keine sofortigen Verkäufe garantieren. Die Exporteure müssten das endgültige phytosanitäre Protokoll erfüllen, Betriebe registrieren lassen und bei Preis, Qualität, Sorten sowie Lieferzeiten mit chilenischer Ware konkurrieren. Ecuadorianische Importeure könnten nach Einführung des Kontrollsystems auf eine zusätzliche Bezugsquelle zugreifen.

Vollständige Marktanalyse

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