Polens Neuzulassungen von Traktoren sinken im Juli 2026 um 25,9%
In Polen wurden im Juli 2026 insgesamt 766 neue landwirtschaftliche Traktoren zugelassen, 25,9% weniger als im Vorjahr und 9,77% weniger als im Juni. Besonders stark sank die Nachfrage nach Maschinen mittlerer und hoher Leistung, während Kioti und Aupax zulegten.
Juli bleibt unter dem Durchschnitt der vergangenen 12 Monate
In Polen wurden im Juli 2026 laut Agronews 766 neue landwirtschaftliche Traktoren zugelassen, 268 weniger als im selben Monat 2025. Dies entsprach einem Rückgang von 25,9% gegenüber dem Vorjahr und von 9,77% gegenüber Juni. Das Juliergebnis lag zudem unter dem Durchschnitt der vergangenen 12 Monate von rund 800 Traktoren.
Die längerfristigen Zahlen zeigen, dass die Abkühlung nicht auf einen einzelnen Monat begrenzt ist. Von August 2025 bis Ende Juli 2026 wurden in Polen 9.332 neue Traktoren zugelassen, gegenüber 10.163 im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Das war ein Minus von 8,17%. Von Januar bis Juli 2026 belief sich die Zahl auf 4.900 Maschinen, nach 6.171 in den ersten sieben Monaten 2025. Der Markt verlor damit mehr als 1.200 Einheiten.
Große Marken verlieren Volumen, kleinere Anbieter wachsen
New Holland führte den Julimarkt mit 91 Zulassungen und einem Anteil von 11,9% an. John Deere folgte mit 84 Traktoren und 11%, Kubota mit 76 Einheiten und 9,9%. Gegenüber dem Vorjahr sanken ihre Julizahlen jedoch um 28,9%, 53,8% beziehungsweise 35%. Kioti entwickelte sich gegen den Markttrend und steigerte seine Zulassungen um 75%.
Die Ergebnisse für Januar bis Juli zeigen dieselbe Spaltung. New Holland blieb mit 705 Traktoren Marktführer, lag aber 224 Einheiten unter dem Vorjahr. John Deere kam auf 577 Zulassungen, 25,9% weniger, und Kubota auf 460 Maschinen, ein Minus von 25,4%. Kioti erhöhte sein Volumen von 119 auf 247 Traktoren und damit um 107,6%. Aupax wuchs von 16 auf 82 Maschinen, also um mehr als 400%. Diese Zuwächse konnten die Verluste der größten Marken jedoch nicht ausgleichen.
Nachfrage verlagert sich weg von leistungsstarken Traktoren
Die Schwäche konzentrierte sich auf Maschinen mit höherem Kapitalbedarf. Die Zulassungen von Traktoren mit 141–200 PS sanken von Januar bis Juli um 43%, in der Kategorie 101–140 PS um 40%. Wachstum gab es nur bei Maschinen unter 30 PS mit 26% und im Segment 51–70 PS mit 1%. Die durchschnittliche Leistung eines neu zugelassenen Traktors fiel dadurch von 135,4 PS im Vorjahr auf 127,6 PS.
Die Marktführer unterschieden sich je nach Leistungsklasse. Kubota hielt 27,5% des Segments 30–50 PS, während Kioti die Kategorie 51–70 PS mit 20,1% anführte. New Holland erreichte in der volumenstärksten Klasse 71–100 PS einen Anteil von 25,6%. Massey Ferguson führte bei 101–140 PS mit 18,5%. John Deere kontrollierte 25,1% des Segments 141–200 PS und 30,2% der Zulassungen oberhalb von 200 PS.
Wichtige Agrarregionen verzeichnen ebenfalls Rückgänge
Die Woiwodschaft Masowien blieb mit 857 Zulassungen in den ersten sieben Monaten Polens größter regionaler Markt, verlor aber 23,8% gegenüber dem Vorjahr. Großpolen folgte mit 519 Traktoren, 28,4% weniger, und Kleinpolen mit 449 Maschinen, einem Rückgang von 15,3%. Die durchschnittliche Leistung reichte von 171,8 PS in Kujawien-Pommern bis 82,1 PS in Kleinpolen.
Agronews führte die Marktschwäche auf vorsichtigere Investitionsentscheidungen der Landwirte angesichts hoher Maschinenpreise, Finanzierungskosten und unsicherer Produktionsrentabilität zurück. Die Rückgänge bei führenden Marken, in wichtigen Agrarregionen und in hohen Leistungsklassen deuten darauf hin, dass Käufer teure Flottenerneuerungen verschieben oder kleinere Maschinen wählen. Die kommenden Monatsdaten werden zeigen, ob der Juli eine saisonale Schwäche oder eine länger anhaltende Kürzung der Investitionsausgaben markierte.