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Polen plant ab 2027 eine Verbrauchsteuererhöhung von 26% auf Cider und Perry

Polens Finanzministerium will die Verbrauchsteuer auf Cider und Perry mit bis zu 5% Alkohol ab dem 1. Januar 2027 um 26% erhöhen. Hersteller warnen vor höheren Preisen, einem Ende der Markterholung und einer schwächeren Nachfrage nach polnischen Äpfeln.

Polen plant ab 2027 eine Verbrauchsteuererhöhung von 26% auf Cider und Perry

Finanzministerium ändert den Steuerkurs für Cider

Polens Finanzministerium will die Verbrauchsteuer auf Cider und Perry mit einem Alkoholgehalt von bis zu 5% zum 1. Januar 2027 um 26% erhöhen, berichtet Infor.pl. Damit wäre der Anstieg höher als bei allen anderen vom Entwurf erfassten alkoholischen Getränken. Für Bier, Wein und Wodka ist gegenüber den bereits für 2027 vorgesehenen Sätzen eine Erhöhung um 15% geplant, was 20% gegenüber den heutigen Sätzen entspricht.

Der Vorschlag kehrt die bisherige Politik um, nach der alkoholarmer Cider und Perry von den jährlichen Steuererhöhungen ausgenommen waren. Die Ausnahme sollte den kleinen, auf polnischen Äpfeln beruhenden Markt fördern und Cider im Wettbewerb mit aromatisierten Biermischgetränken stärken. Nach Angaben der Branche haben Unternehmen ihre Produktions- und Investitionspläne an dem zuvor beschlossenen Verbrauchsteuerfahrplan ausgerichtet.

Der Nischenmarkt war wieder gewachsen

Vom polnischen Statistikamt veröffentlichte und von Infor.pl zitierte Daten zeigen, dass die verkaufte Ciderproduktion 2025 um 3,7% und von Januar bis Mai 2026 um weitere 6,9% zunahm. Dennoch bleibt der polnische Markt mit geschätzt rund 5 Millionen Litern pro Jahr klein. Das jährliche Verbrauchsteueraufkommen liegt bei etwa 5 Millionen Złoty.

Der Arbeitgeberverband Polnischer Weinrat hat das Finanzministerium aufgefordert, den Vorschlag zurückzunehmen. Verbandspräsidentin Magdalena Zielińska erklärte, der Entwurf enthalte keine Analyse, die die deutlich stärkere Belastung von Cider gegenüber anderen alkoholischen Getränken begründe. Die Hersteller halten den fiskalischen Nutzen wegen des geringen Konsums und des niedrigen bisherigen Steueraufkommens für begrenzt. Sie erwarten höhere Endverbraucherpreise, eine schwächere Wettbewerbsposition gegenüber Bier und weniger Mittel für Investitionen.

Obstbauern und heimische Hersteller geraten unter Druck

Der Konflikt betrifft auch die Nachfrage nach landwirtschaftlichen Rohstoffen. Polen ist laut der Quelle der größte Apfelproduzent der Europäischen Union und der viertgrößte weltweit. Heimischer Cider schafft damit einen Absatzkanal für polnisches Obst. Zu den betroffenen Unternehmen zählen der Sadowski-Hersteller Bartex und die JNT Group mit der Marke Dobroński. Bartex-Vizepräsident Grzegorz Bartol warnte, dass neben den Herstellern auch Obstbauern belastet würden.

Branchenvertreter verweisen darauf, dass aromatisierte Biergetränke unter günstigeren Bedingungen um dieselben Kunden konkurrieren. Nach Angaben von JNT-Group-Präsident Jakub Nowak entfallen fast 60% des in Polen konsumierten Alkohols auf Bier; täglich werden mehr als 8 Millionen Bierdosen verkauft. Sein Unternehmen habe Zugang zu mehr als 30 Märkten und könnte Cider nach Inkrafttreten der Regelung leichter im Ausland als in Polen verkaufen. Die Einwände der Branche liegen dem Finanzministerium vor, während die Unternehmen ihre Preis-, Investitions- und Obsteinkaufspläne für 2027 prüfen müssen.

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