Polnische Pelletpreise steigen auf 1.500–2.100 Złoty je Tonne, Branche fordert Steuerentlastung
Holzpellets verteuerten sich in Polen im Juli auf 1.500–2.100 Złoty je Tonne, da eine hohe Nachfrage auf ein begrenztes Angebot an Sägemehl und Hackschnitzeln traf. Der Polnische Pelletrat schlägt einen Einkommensteuerabzug für Haushalte vor, die zertifizierte A1-Pellets kaufen; das Energieministerium ließ den Markt durch die Wettbewerbsbehörde prüfen.
Preise steigen trotz Sommersaison
Die Preise für Holzpellets in Polen stiegen im Juli auf 1.500–2.100 Złoty je Tonne; in einigen Regionen lagen sie noch höher, berichtet pit.pl. Der Anstieg erfolgte mitten im Sommer, wenn der Heizbedarf gewöhnlich weniger dringlich ist. Für Haushalte, die sich vor der nächsten Heizperiode eindecken, bedeutet dies höhere Kosten.
Der Polnische Pelletrat führt den Preisanstieg auf eine starke Nachfrage und den eingeschränkten Zugang zu Rohstoffen der Holzindustrie zurück, insbesondere Sägemehl und Hackschnitzel. Spekulation weist der Verband als Hauptursache zurück. Ein Markt mit Hunderten kleinen und mittleren Unternehmen mache abgestimmte Preise praktisch unmöglich.
Das Ungleichgewicht wirkt sich auf die gesamte inländische Lieferkette aus. Hersteller konkurrieren um knappe Rohstoffe, während Händler und Haushalte höhere Kosten für den Bestandsaufbau tragen. Der Verband nennt keine Produktions-, Lager- oder Verbrauchszahlen, doch seine Einschätzung zeigt, dass die Rohstoffverfügbarkeit zum zentralen Engpass geworden ist.
Branche schlägt Steuerabzug für A1-Pellets vor
Zur Entlastung der Verbraucher fordert der Polnische Pelletrat einen Einkommensteuerabzug für Haushalte, die mit zertifizierten Pellets der Klasse A1 heizen. Nach dem Vorschlag müssten Käufer eine Rechnung und einen Nachweis der höchsten Qualitätsklasse vorlegen. Ein Teil der Anschaffungskosten könnte anschließend mit der jährlichen Steuererklärung zurückgefordert werden.
Agnieszka Kędziora-Urbanowicz, Vizepräsidentin des Polnischen Pelletrats, stellte die Idee bei einem Treffen mit Regierungsvertretern im Energieministerium vor. Nach Angaben des Verbands würde die Maßnahme die Folgen hoher Preise abfedern, den Kauf zertifizierter und sicherer Brennstoffe fördern und die Nachfrage nach höherwertigen Pellets stützen.
Zur Höhe des Abzugs, zu den Anspruchsvoraussetzungen und zu einem möglichen Starttermin liegen keine Angaben vor. Es handelt sich daher weiterhin um einen Branchenvorschlag und nicht um eine beschlossene Haushaltshilfe. Die Marktwirkung hinge von der Höhe des Abzugs und davon ab, ob Verbraucher ihn rechtzeitig für ihre Käufe im laufenden Brennstoffzyklus nutzen könnten.
Wettbewerbsbehörde soll den Markt untersuchen
Das Energieministerium erklärte, es beobachte den Holzpelletmarkt, um zu klären, ob marktferne Faktoren zum Preisanstieg beigetragen haben. Es bat das polnische Amt für Wettbewerbs- und Verbraucherschutz um eine Untersuchung. Die vorliegende Quelle berichtet über keine festgestellten Verstöße.
Pellets gehören inzwischen zu den verbreiteten Brennstoffen für Einzelheizungen in Polen. Dazu trug das Programm „Saubere Luft“ bei, das den Austausch Tausender Heizkessel bewirkte. Polen war früher Pellet-Exporteur, konzentriert seine Produktion laut pit.pl inzwischen jedoch auf den Inlandsbedarf. Damit wird die Verfügbarkeit heimischer Holzreste für Hersteller und Verbraucher wichtiger, während die vorgeschlagene Entlastung gezielt fakturierte und zertifizierte Brennstoffe fördern würde.
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