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Illegaler Alkoholhandel in Polen 2025 auf rund 3,2 % des Marktes geschätzt

Das polnische Finanzministerium beziffert den Anteil von Ethylalkohol im illegalen Umlauf im Jahr 2025 auf rund 3,2 % der Lieferungen an den legalen Verbrauchermarkt, nach etwa 3,8 % im Jahr 2024. Strefabiznesu.pl beziffert die Menge auf rund 23 Millionen Liter und die möglichen Haushaltsausfälle auf Milliarden Zloty. Die Methodik wurde laut Ministerium ausschließlich zur internen Trendbeobachtung entwickelt.

Illegaler Alkoholhandel in Polen 2025 auf rund 3,2 % des Marktes geschätzt

Ethylalkohol im illegalen Umlauf entsprach in Polen im Jahr 2025 rund 3,2 % der Lieferungen an den legalen Verbrauchermarkt, nach etwa 3,8 % im Jahr 2024. Das teilte das Finanzministerium in einer schriftlichen Antwort auf eine parlamentarische Anfrage mit und berief sich dabei auf Schätzungen der Nationalen Finanzverwaltung (KAS). Über die Antwort berichteten portalspozywczy.pl und bankier.pl.

Strefabiznesu.pl beziffert die dahinterstehende Menge auf rund 23 Millionen Liter Alkohol und die daraus resultierenden Mindereinnahmen des Staatshaushalts auf bis zu mehrere Milliarden Zloty.

Eine Kennzahl für die interne Beobachtung

Das Ministerium äußerte sich deutlich dazu, was die Zahl aussagt und was nicht. „Zur Methodik der Schätzung des Umfangs des illegalen Alkoholmarktes erläutere ich, dass die Nationale Finanzverwaltung – ausschließlich für den eigenen Bedarf und zur Beobachtung von Veränderungen aktueller Trends – eine Methodik zur Schätzung des Verhältnisses der Menge an Ethylalkohol, die sich im illegalen Umlauf befinden kann, zur Menge der Lieferungen von Ethylalkohol an den legalen Verbrauchermarkt entwickelt hat“, schrieb das Ministerium.

Drei Merkmale dieser Formulierung sind für die kommerzielle Nutzung der Zahl entscheidend. Es handelt sich um ein Verhältnis zur legalen Belieferung und nicht um eine eigenständige Messung der illegalen Menge; der Prozentsatz bewegt sich also mit dem legalen Absatz. Erfasst wird Alkohol, der sich im illegalen Umlauf befinden „kann“, was die Zahl zu einer Risikoschätzung macht und nicht zu einer Zählung von Sicherstellungen. Und sie wurde für die interne Trendbeobachtung konzipiert, nicht als amtliche Statistik – die Richtung von 3,8 % auf 3,2 % ist daher aussagekräftiger als das Niveau selbst.

Vier Kanäle der illegalen Versorgung

Das Ministerium nannte die Quellen von Ethylalkohol, der im illegalen Umlauf landen kann:

  • vergällter Ethylalkohol in Erzeugnissen, die nicht für den menschlichen Verzehr bestimmt sind, darunter Biozidprodukte;
  • ein Teil der illegalen Inlandsproduktion, in Polen als Bimber – Selbstgebrannter – bekannt;
  • Alkohol aus Schmuggel, einschließlich nicht angemeldeter Einfuhren durch Privatpersonen oberhalb der zulässigen Mengen;
  • weitere nicht diagnostizierte Formen, etwa möglicher Diebstahl.

Bankier.pl fasste dieselben Kategorien als Selbstgebrannten, Schmuggel und Haushaltschemie zusammen – eine Kurzformel, die zeigt, wie unterschiedlich die Kanäle funktionieren. Als Biozid oder Reinigungsmittel verkaufter vergällter Alkohol läuft über legale Einzel- und Großhandelsnetze und wird vor allem dadurch begrenzt, wie leicht er sich wieder aufreinigen lässt. Das Schwarzbrennen ist kleinteilig, dezentral und am schwersten zu messen. Der Schmuggel reagiert auf Preis- und Verbrauchsteuerunterschiede zu den Nachbarmärkten sowie auf die Intensität der Grenzkontrollen.

Was dem Haushalt entgeht

Spirituosen unterliegen in Polen sowohl der Verbrauchsteuer als auch der Mehrwertsteuer, die bei der Überführung in den steuerrechtlich freien Verkehr über legale Kanäle erhoben werden. Jeder Liter, der die Konsumenten außerhalb dieser Kanäle erreicht, trägt keine dieser Abgaben. Die berichtete Antwort des Ministeriums enthält keine Zloty-Summe für den Ausfall; strefabiznesu.pl beschreibt den möglichen Fehlbetrag als in die Milliarden Zloty reichend – eine Einordnung, die sich aus der geschätzten Menge und nicht aus einer amtlichen Berechnung ergibt.

Die Richtung der Schätzung ist für den Fiskus günstig. Ein Rückgang des Schattenanteils von 3,8 % auf 3,2 % bedeutet, dass 2025 ein größerer Teil des Konsums durch besteuerte Lieferungen abgedeckt wurde als 2024. Da es sich um ein Verhältnis handelt, kann ein Teil der Verbesserung auch aus einem Wachstum der legalen Lieferungen statt aus einem Rückgang der illegalen Menge stammen; die veröffentlichten Angaben trennen beide Effekte nicht.

Bedeutung für den legalen Handel

Für Brennereien, Abfüller und Distributoren in Polen ist die praktische Bedeutung eher wettbewerblicher als statistischer Natur. Legale Hersteller tragen Kosten für Verbrauchsteuer, Mehrwertsteuer, Kennzeichnung und Rückverfolgbarkeit, die der illegale Vertrieb vollständig umgeht. Das drückt die Preisuntergrenze im günstigen Segment von Wodka und aromatisierten Spirituosen, in dem der Großteil der polnischen Mengen liegt. Ein Schattenanteil von etwa einem Liter von dreißig ist in der Summe gering, konzentriert sich aber genau dort, wo die legalen Margen am dünnsten sind.

Der Kanal der Biozidprodukte reicht über die Alkoholhersteller hinaus. Er verknüpft den Spirituosenmarkt mit dem Chemiehandel, in dem vergälltes Ethanol ein üblicher Einsatzstoff ist, und macht die Einstufung und Kontrolle von Vergällungsmitteln zu einem kommerziellen Thema für beide Branchen. Für Importeure und Exporteure von Ethanol und ethanolbasierten Zubereitungen wäre eine schärfere Überwachung dieses Kanals der direkteste verfügbare Hebel, sollte der Rückgang der Quote zum Stillstand kommen.

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