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Polens illegaler Zigarettenmarkt wächst, dem Fiskus fehlen 3,5 Mrd. Zloty

Illegale Zigaretten erreichten im vierten Quartal 2025 einen Anteil von 7,5% am polnischen Markt, während der legale Absatz nachgab. Die Verbrauchsteuereinnahmen aus Tabak- und Nikotinprodukten lagen mit rund 33,6 Mrd. Zloty etwa 3,5 Mrd. Zloty unter dem Haushaltsplan.

Polens illegaler Zigarettenmarkt wächst, dem Fiskus fehlen 3,5 Mrd. Zloty

Illegaler Handel legt nach Steuererhöhung zu

Illegale Zigaretten haben ihren Anteil am polnischen Tabakmarkt ausgebaut, während der legale Absatz zurückging. Das zeigt ein Bericht der Stiftung Labor für Recht und Wirtschaft, über den 300gospodarka.pl berichtet. Eine darin zitierte EPS-Studie beziffert den Anteil illegaler Produkte im vierten Quartal 2025 auf 7,5% des Zigarettenkonsums. Damit stammte ungefähr jede dreizehnte Zigarette aus dem nicht regulierten Handel.

Die Entwicklung folgte auf die Abkehr von Polens Verbrauchsteuer-Fahrplan. Der 2022 eingeführte Plan legte einen berechenbaren Zeitrahmen fest, den Regierung, Unternehmen und Tabakpflanzer gemeinsam vereinbart hatten. In dieser Zeit stiegen die Steuereinnahmen, während der illegale Marktanteil bei rund 5% blieb. 2024 wurde der Fahrplan geändert; die neuen Sätze traten 2025 in Kraft. Statt der ursprünglich geplanten Erhöhung der Zigarettensteuer um 10% beschloss die Regierung 25%. Bei Rauchtabak und neuartigen Tabakprodukten fiel der Anstieg noch höher aus.

Einnahmen bleiben 3,5 Mrd. Zloty unter Plan

Die höheren Sätze brachten nicht die im Staatshaushalt veranschlagten Einnahmen. Für 2025 waren aus der Verbrauchsteuer auf Tabak- und Nikotinprodukte rund 37,1 Mrd. Zloty eingeplant. Tatsächlich wurden etwa 33,6 Mrd. Zloty eingenommen. Die Lücke betrug somit rund 3,5 Mrd. Zloty. Die Abgaben auf Tabakwaren, neuartige Produkte und Flüssigkeiten für E-Zigaretten lieferten 2025 dennoch etwa 6,35% aller Steuereinnahmen des Staatshaushalts.

Nach Einschätzung der Autoren verzichtete ein Teil der Verbraucher wegen der höheren legalen Preise nicht auf Nikotinprodukte, sondern wechselte in den unregulierten Markt. Die Autoren stellen weder die Verbrauchsteuer noch die Regulierung des Tabakmarktes grundsätzlich infrage. Sie kritisieren jedoch, dass weitere Steuererhöhungen und Produktbeschränkungen beschlossen werden, bevor die Folgen früherer Maßnahmen für Gesundheit, Staatseinnahmen und illegalen Handel vollständig bewertet sind.

Behörden schließen Fabriken, doch die Nachfrage bleibt

Polnische Behörden deckten weiterhin illegale Produktion in erheblichem Umfang auf. Im Vorjahr entdeckte die nationale Finanzverwaltung 27 illegale Fabriken und beschlagnahmte mehr als 184 Millionen unversteuerte Zigaretten. Die Polizei meldete weitere 36 illegale Produktionsstätten und stellte 51 Millionen Zigaretten sicher. Damit wurden große Mengen aus dem Verkehr gezogen. Laut Bericht reicht die Strafverfolgung allein jedoch möglicherweise nicht aus, wenn der Preisabstand zwischen legalen und illegalen Zigaretten weiter wächst.

Polen hatte bereits früher einen deutlich größeren illegalen Markt. Nach starken Steuererhöhungen zwischen 2011 und 2014 machten illegale Zigaretten etwa ein Fünftel des Marktes aus. Es dauerte mehr als ein Jahrzehnt, diesen Anteil wieder auf rund 5% zu senken. Der Bericht untersucht zudem Frankreich, die Niederlande, Litauen und Neuseeland. Schnelle Steuererhöhungen oder weitreichende Produktverbote können demnach den illegalen Handel fördern, wenn Reaktionen von Verbrauchern und kriminellen Anbietern unberücksichtigt bleiben.

Planungssicherheit wird zum Branchenthema

Für Hersteller und andere Unternehmen im legalen Markt beeinflussen abrupte Regeländerungen Produktion, Lagerbestände, Preise, Verträge und Investitionen. Dem Bericht zufolge hat die Abkehr vom Fahrplan im Jahr 2024 das Vertrauen in stabile Rahmenbedingungen geschwächt. Die Autoren fordern längere Vorbereitungsfristen, Folgenabschätzungen, die Prüfung von Alternativen und eine laufende Beobachtung des illegalen Marktes.

Die politische Debatte betrifft inzwischen nicht mehr nur herkömmliche Zigaretten, sondern auch neuartige Tabakprodukte und Flüssigkeiten für E-Zigaretten. Jede Kategorie hat andere Verbraucher und ist unterschiedlich anfällig für illegale Angebote. Der Bericht empfiehlt daher getrennte Bewertungen vor weiteren Einschränkungen. Die zentrale Warnung lautet: Steuern zur Erhöhung der Einnahmen und Senkung des Konsums können die legale Steuerbasis verkleinern, wenn preissensible Nachfrage zu unregulierten Anbietern abwandert.

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