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Polens Altreifenrecycling wird bei bis zu 340.000 Tonnen Abfall teurer

In Polen fallen jährlich rund 250.000 bis 340.000 Tonnen Altreifen an; 60 % werden energetisch verwertet und 35 % stofflich recycelt. Grupa Recykl meldet steigende Ausgaben für Kraftstoff, Personal und Energie, während das Umsatzwachstum im ersten Quartal einen Nettoverlust nicht verhindern konnte.

Polens Altreifenrecycling wird bei bis zu 340.000 Tonnen Abfall teurer

Bis zu 340.000 Tonnen Altreifen pro Jahr

In Polen entstehen jährlich rund 250.000 bis 340.000 Tonnen Abfall in Form von Altreifen. Diese Menge erfordert ein umfangreiches System für Sammlung, Transport und Verarbeitung. Nach Angaben von WNP werden etwa 60 % energetisch verwertet, entweder durch die Mitverbrennung ganzer Reifen oder als aus Altreifen hergestellter Ersatzbrennstoff.

Auf das stoffliche Recycling entfallen rund 35 % des Gesamtvolumens. Nach den Vorgaben des europäischen Grünen Deals und der Kreislaufwirtschaft soll Recycling in den kommenden Jahren zur bevorzugten Behandlungsmethode der Abfallwirtschaft werden. Damit gewinnen Anlagen zur Rückgewinnung von Gummi und anderen Reifenbestandteilen an Bedeutung. Zugleich steigen für die Betreiber die Ausgaben für Kraftstoff, Beschäftigte und die für die Verarbeitung benötigte Energie.

Ein landesweites System steuert die Reifenströme

Nachdem Hersteller und Importeure zur Verwertung und zum Recycling von Altreifen verpflichtet worden waren, gründeten Bridgestone, Continental, Dębica, Goodyear, Michelin und Pirelli die Centrum Utylizacji Opon Organizacja Odzysku. Das Unternehmen sollte ein landesweites System zur Sammlung und Beförderung gebrauchter Reifen sowie für deren Verwertung und Recycling aufbauen.

Centrum Utylizacji Opon hält heute schätzungsweise 40 % des Marktes und ist gemessen am organisierten Sammel- und Verwertungsvolumen nach Grupa Recykl der zweitgrößte Anbieter Polens. Das Unternehmen arbeitet landesweit mit Abfallanfallstellen, mehreren Logistikunternehmen, Zementwerken, Recyclingbetrieben und einem Heizwerk zusammen. Hinzu kommt die Kooperation mit Gesellschaften der Grupa Recykl.

Transport- und Energiekosten belasten die Recycler

Nach Angaben von Grupa Recykl bringen mehrere Dutzend Fahrzeuge ihrer Gesellschaften jährlich mehr als 750.000 Altreifen zu drei polnischen Recyclingwerken in Krosno Odrzańskie, Śrem und Chełm. Pro Monat werden mehr als 7.500 Tonnen transportiert. Karina Rychlik-Parysek, Leiterin Transport und Logistik der Gruppe, bezifferte das entsprechende Volumen an Pkw-Reifen auf 30 voll beladene Lastwagen, die an jedem Arbeitstag jedes der drei Werke erreichen.

Das Sammelnetz umfasst mehr als 460 Container in Polen und den Nachbarländern. Monatlich erreichen über 800 beladene Container die Werke. Für die geplanten Abholungen fährt die Flotte durchschnittlich 230.000 Kilometer im Monat und verbraucht dabei fast 75.000 Liter Kraftstoff. Vertreter von Grupa Recykl erklärten, allein die Kraftstoffkosten seien in den vergangenen Monaten um rund 35 % gestiegen. Das entspricht monatlichen Mehrkosten von 200.000 bis 250.000 Złoty. Routenplanung und die Vermeidung unnötiger Kilometer sind deshalb zu zentralen Kostenhebeln geworden.

Mehr Umsatz, aber ein Nettoverlust

Der Kostendruck zeigt sich in den Ergebnissen von Grupa Recykl. Im ersten Quartal 2026 stieg der Umsatz von 31,5 Millionen Złoty im Vorjahresquartal auf 32,4 Millionen Złoty. Das EBITDA erhöhte sich leicht von 3,8 Millionen auf 3,9 Millionen Złoty.

Trotzdem verbuchte das Unternehmen im ersten Quartal 2026 einen Nettoverlust von 677.000 Złoty, nachdem ein Jahr zuvor noch ein Nettogewinn von 337.000 Złoty erzielt worden war. Der Ergebnisumschwung zeigt, wie höhere Betriebskosten ein moderates Wachstum bei Umsatz und EBITDA aufzehren können. Für Reifenhersteller, Importeure und Rücknahmesysteme hängt der Ausbau des stofflichen Recyclings daher nicht nur von verfügbaren Kapazitäten ab, sondern auch von der Wirtschaftlichkeit der Sammellogistik und der energieintensiven Verarbeitung.

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