Philippinen dürften 2026/27 rund 5,2 Millionen Tonnen Reis importieren
Die Philippinen dürften 2026/27 etwa 5,2 Millionen Tonnen Reis importieren, da der Verbrauch auf 17,65 Millionen Tonnen steigt und die Produktion auf 12,25 Millionen Tonnen sinkt. Vietnam bleibt der wichtigste Lieferant; die Philippinen stehen für 40,9 % seiner Reisexporte.
Steigender Verbrauch vergrößert die Versorgungslücke
Die Philippinen dürften im Wirtschaftsjahr 2026/27 rund 5,2 Millionen Tonnen Reis importieren, weil die heimische Erzeugung den wachsenden Verbrauch nicht deckt. Vietbao berichtet unter Berufung auf einen Marktbericht des vietnamesischen Zentrums für Agrar- und Umweltinformationen, dass die philippinische Reisproduktion wegen El Niño und höherer Betriebsmittelkosten auf 12,25 Millionen Tonnen sinken dürfte. Im Vorjahr waren es 12,36 Millionen Tonnen.
Der Verbrauch wird auf 17,65 Millionen Tonnen geschätzt und steigt trotz hoher Einzelhandelspreise weiter. Zwischen Produktions- und Verbrauchsprognose liegt eine Differenz von 5,4 Millionen Tonnen, die annähernd dem erwarteten Importbedarf entspricht. Für Importeure und regionale Exporteure deutet dies auf erneut hohe Nachfrage hin, wobei die tatsächlichen Käufe auch von Lagerbeständen und staatlichen Entscheidungen abhängen.
El Niño erhöht das Ernterisiko
In Mindoro, einer der wichtigsten Reisanbauregionen der Philippinen, werden die Produktionsrisiken bereits sichtbar. Laut The Tribune dürfte sich El Niño Ende 2026 verstärken und bis Anfang 2027 anhalten. Damit wächst die Gefahr von Wasserknappheit in Oriental Mindoro und Occidental Mindoro, deren Landwirtschaft stark auf Bewässerung angewiesen ist.
Die Reisproduktion in Oriental Mindoro sank im ersten Halbjahr 2026 um 5,1 % gegenüber dem Vorjahr. Occidental Mindoro meldete einen Zuwachs von 6,2 %, allerdings bei einem Rückgang des durchschnittlichen Ertrags um 16,7 %. Das philippinische Landwirtschaftsministerium schätzt, dass ein starker El Niño die nationale Reisproduktion um bis zu 700.000 Tonnen oder rund 3,5 % des jährlichen Produktionsziels verringern könnte.
Die Behörden beobachten zudem Pflanzenschutzrisiken. Die Landwirtschaftsbehörde der Inselregion Negros hat Landwirte zu regelmäßigen Feldkontrollen aufgerufen, weil veränderte Niederschläge und Temperaturen Schädlinge und Krankheiten begünstigen können. Produktionsverluste wurden bislang nicht festgestellt. Großflächige Ausbrüche könnten jedoch die Erträge senken und das heimische Angebot weiter verknappen.
Vietnam bleibt führender Lieferant
Die Philippinen waren in den ersten neun Monaten 2026 Vietnams größter Absatzmarkt für Reis und standen für 40,9 % der vietnamesischen Ausfuhren. China folgte mit 17,4 %, Ghana mit 12,7 %. Vietnam exportierte schätzungsweise 6,4 Millionen Tonnen Reis im Wert von 3,11 Milliarden $. Das Volumen sank im Jahresvergleich um 6,1 %, der Wert um 10,9 %.
Der durchschnittliche vietnamesische Exportpreis fiel um 5,1 % auf 484,8 $ je Tonne. Der Wert der Lieferungen auf die Philippinen ging in den ersten acht Monaten 2026 um 16,8 % zurück. Die Ausfuhren nach Ghana sanken um 1,1 %, während jene nach China um 76 % stiegen. Der philippinische Markt bleibt damit für vietnamesische Verkäufer zentral, ihre Erlöse reagieren jedoch empfindlich auf schwächere Preise und Änderungen der Importpolitik in Manila.
Importpolitik kommt erneut auf den Prüfstand
Der frühere philippinische Landwirtschaftsminister Leonardo Montemayor hat eine Überprüfung der Reisimportpolitik gefordert. Die Regierung müsse neu bewerten, ob das bestehende System bezahlbare Verbraucherpreise, Einkommen der Landwirte und den Schutz der heimischen Produktion angemessen ausbalanciert. Importe können Angebot und Preise stabilisieren, eine dauerhafte Abhängigkeit von ausländischem Reis kann jedoch die Erzeugerpreise für Rohreis belasten. Eine politische Änderung würde deshalb Verbraucher und Bauern auf den Philippinen ebenso treffen wie Exporteure in Vietnam und Thailand.