Philippinische Fleischimporte übersteigen 1,02 Milliarden kg – Schweinehalter fordern höhere Zölle
Die philippinischen Fleischimporte stiegen von Januar bis Juli 2026 um 11,08 % auf 1,02 Milliarden kg, angeführt von Schweine- und Hühnerfleisch. Schweinehalter fordern die Wiedereinführung höherer Zölle und warnen vor einem Überschuss zulasten der heimischen Produktion.
Importe beschleunigen sich im Juli
Die Philippinen importierten in den ersten sieben Monaten 2026 insgesamt 1,02 Milliarden kg Fleisch. Das waren 11,08 % mehr als die 919,84 Millionen kg im Vorjahreszeitraum, wie die Philippine Daily Inquirer unter Berufung auf Daten des Bureau of Animal Industry berichtete. Im Juli beliefen sich die Einfuhren auf 149,5 Millionen kg, nach 141,73 Millionen kg im Vorjahr — ein Plus von 5,48 %.
Der Zuwachs konzentrierte sich auf Schweine- und Hühnerfleisch, die beiden größten Importkategorien im Juli. Heimische Branchenverbände befürchten, dass das importierte Angebot den Marktbedarf übersteigen und Erzeuger zusätzlich belasten könnte, während sich die Schweinewirtschaft noch von der Afrikanischen Schweinepest erholt.
Schweinefleisch dominiert die Einfuhren
Die Schweinefleischimporte erreichten im Juli 86,02 Millionen kg und lagen damit 6 % über den 81,13 Millionen kg vom Juli 2025. Ihr Anteil an den gesamten Fleischeinfuhren des Monats betrug 57,54 %. Von Januar bis Juli summierten sich die Lieferungen auf 541,41 Millionen kg.
Eric Harina, Präsident der Pork Producers Federation of the Philippines Inc., erklärte, das gemeinsame Angebot aus heimischer Erzeugung und Importen reiche bereits aus, um den für 2026 geschätzten philippinischen Bedarf von 1,7 Millionen Tonnen zu decken. Bestimmte Teilstücke müssten zwar weiterhin eingeführt werden, doch sollten die Mengen an die lokale Produktion und die tatsächliche Nachfrage angepasst werden. Die Erzeugerverbände warnten, bei unverändertem Tempo könnten die jährlichen Schweinefleischimporte fast 1 Milliarde kg erreichen und einen Überschuss verursachen.
Branche verlangt Rückkehr zu früheren Zöllen
Die Pork Producers Federation of the Philippines, die Philippine Pork Council Alliance Inc. und Agap Partylist fordern Zölle von 30 % innerhalb und 40 % außerhalb der Quote. Derzeit gelten 15 % beziehungsweise 25 %. Die Verbände führen die aus ihrer Sicht überhöhten Importmengen auf die niedrigeren Sätze zurück und sehen einen stärkeren Schutz als notwendig an, um weitere Schäden für die heimische Schweinehaltung zu verhindern.
Hühnerfleisch war im Juli mit 44,17 Millionen kg die zweitgrößte Kategorie, gegenüber 36,74 Millionen kg im Vorjahr. Es stellte 29,55 % der monatlichen Fleischeinfuhren. Im Mittelpunkt der Käufe stand mechanisch entbeintes oder separiertes Fleisch für Würste, Nuggets und Hotdogs.
Brasilien bleibt mit Abstand größter Lieferant
Rindfleisch entwickelte sich gegenläufig. Die Juli-Importe sanken um 23,32 % von 19,3 Millionen kg auf 14,8 Millionen kg. Davon entfielen 9,61 Millionen kg auf Rindfleischteilstücke; an zweiter Stelle folgte Rinderfett.
Brasilien blieb der größte Fleischlieferant der Philippinen und lieferte von Januar bis Juli 491,2 Millionen kg. Darin enthalten waren 257,73 Millionen kg Schweinefleisch und 189,4 Millionen kg Hühnerfleisch. Die USA folgten mit 127,38 Millionen kg. Brasilien deckte damit nahezu die Hälfte der gesamten philippinischen Fleischeinfuhren ab und wäre von Zolländerungen oder einer strengeren Mengensteuerung besonders betroffen.