Philippinen produzieren 2,3 Millionen Tonnen Bananen und decken die Exportnachfrage dennoch nicht
Die Philippinen haben im vergangenen Jahr rund 2,3 Millionen Tonnen Bananen erzeugt, doch für eine Ausweitung fehlt Anbaufläche, so Stephen Antig vom philippinischen Exporteursverband. Wegen eines möglichen Super-El-Niño könnte die Ernte in diesem Jahr um 10 bis 15 Prozent sinken; China ist inzwischen zweitgrößter Absatzmarkt für Bananen und Ananas.
Die philippinische Bananenbranche stößt an eine Angebotsgrenze: Die Exportnachfrage übersteigt, was die Erzeuger des Landes liefern können. Stephen Antig, Vertreter des philippinischen Exporteursverbands, bezeichnete diese Lücke als eines der größten Probleme des Sektors. Seine Aussagen wurden von cafebiz.vn berichtet.
Nach rund 50 Jahren kommerziellen Anbaus der Sorte Cavendish haben sich die Philippinen in wichtigen Märkten Asiens und des Nahen Ostens etabliert. Nach Angaben von Antig produzierte das Land im vergangenen Jahr etwa 2,3 Millionen Tonnen Bananen. Die verfügbare Fläche reicht jedoch nicht aus, um die gesamte Nachfrage internationaler Abnehmer zu bedienen.
Der Engpass ist die Fläche, nicht der Absatz
Antig zufolge ließe sich die Anbaufläche ausweiten, doch hänge dies stark von der staatlichen Politik beim Zugang zu landwirtschaftlichen Flächen und deren Nutzung ab. Damit liegt der Wachstumspfad der Branche weitgehend außerhalb der Kontrolle von Erzeugern und Exporteuren: Begrenzt wird nicht durch die kommerzielle Nachfrage, sondern durch Hektar.
Die Philippinen konkurrieren in der Region und auf dem Weltmarkt mit anderen Bananenanbietern, darunter Ecuador, Vietnam und Kambodscha. Dennoch liege das Kernproblem nicht darin, Käufer zu finden, sondern das Angebot auszuweiten, sagte Antig. „Wir haben derzeit ein Angebotsproblem, und das ist ein gutes Problem. Uns fehlt schlicht die Fläche, um alle Bananen zu erzeugen, die der Markt braucht“, erklärte er.
Wetterrisiko und Vorbereitung auf einen Super-El-Niño
Zur Flächenknappheit kommt der Druck durch den Klimawandel. Die Erzeuger haben Wettereinflüsse auf die Erträge registriert, wobei Technik und neue Anbauverfahren einen Teil der Effekte abgefedert haben, wie cafebiz.vn berichtet.
Die Branche stellt sich auf einen möglichen Super-El-Niño um Oktober oder November ein. Antig rechnet damit, dass die Bananenernte in diesem Jahr unter dem Vorjahresniveau liegen könnte; der Rückgang wird auf 10 bis 15 Prozent geschätzt. Bezogen auf eine Basis von 2,3 Millionen Tonnen fehlen damit mehrere Hunderttausend Tonnen Ware in einem Jahr, in dem Abnehmer ohnehin nicht alle gewünschten Mengen sichern können.
Das Gewicht Chinas und der Vorstoß in neue Märkte
China zählt zu den wichtigsten Abnehmern philippinischer Bananen und ist inzwischen der zweitgrößte Markt des Landes sowohl für Bananen als auch für Ananas. Die chinesische Nachfrage sei groß genug, um die gesamte Menge aufzunehmen, die die Philippinen erzeugen können, sagte Antig: „Gemessen am Marktanteil könnte China wirklich alles kaufen, was wir produzieren.“
- Traditionelle Märkte: Japan, Südkorea, China und der Nahe Osten.
- Neu erschlossene Ziele: Kasachstan, die Mongolei und Russland.
- Vom Verband genannte Wettbewerber: Ecuador, Vietnam und Kambodscha.
Eine starke Abhängigkeit von einem einzigen Markt birgt Risiken für Exporteure. Antig bezeichnete die Diversifizierung als strategische Entscheidung, um neben den traditionellen Käufern in Japan, Südkorea, China und im Nahen Osten die Bindung an ein einzelnes Ziel zu verringern.
Der Vorstoß fällt in eine Phase, in der China den Obstanbau in mehreren südostasiatischen Ländern ausweitet. Steigende Produktion in der Region dürfte das Wettbewerbsumfeld für philippinische Obstexporteure verändern, zumal wenn neue Plantagen in Ertrag kommen, während die philippinische Anbaufläche stagniert.