Pharmakonzerne ziehen sich aus Griechenland zurück: Landesgesellschaften gehen in regionalen Clustern auf
Multinationale Pharmaunternehmen schließen oder verkleinern ihre griechischen Niederlassungen und gliedern sie in länderübergreifende Cluster ein, berichtet healthreport.gr. Bristol Myers Squibb wird mit Italien und Spanien zu einem europäischen Cluster zusammengefasst, Takeda, Amgen, Sanofi und Astellas haben den Schritt bereits vollzogen, Lundbeck hat seine griechische Niederlassung ganz geschlossen. Das Portal erwartet weniger klinische Studien und einen langsameren Zugang zu innovativen Therapien.
Multinationale Pharmaunternehmen verlassen Griechenland eines nach dem anderen oder verkleinern ihr dortiges Geschäft und gliedern die Landesgesellschaften in länderübergreifende, aus dem Ausland gesteuerte Cluster ein. Das berichtet das griechische Gesundheitsportal healthreport.gr, das von einer Entwicklung spricht, die sich in den vergangenen Monaten beschleunigt hat und inzwischen mehrere der größten im Land tätigen Unternehmen erfasst.
Jüngster Fall ist Bristol Myers Squibb. Nach Angaben von healthreport.gr verlässt Elisavet Prodromou, Präsidentin der griechischen Landesorganisation, das Unternehmen; das Griechenland-Geschäft wird gemeinsam mit Italien und Spanien in einen europäischen Cluster überführt. Das Portal beschreibt den Schritt von BMS als Auslöser, der die seit Längerem bestehende Unruhe in der Branche sichtbar gemacht hat, und erwartet, dass weitere Unternehmen denselben Weg gehen.
Cluster ersetzen eigenständige Landesorganisationen
In einer Clusterstruktur verliert ein Land seine eigene Managementorganisation; der Markt wird von einer Regionaleinheit gesteuert, die mehrere Länder abdeckt. Healthreport.gr nennt folgende Veränderungen im griechischen Markt:
- Bristol Myers Squibb: Überführung in einen europäischen Cluster gemeinsam mit Italien und Spanien, Präsidentin Elisavet Prodromou verlässt das Unternehmen.
- Takeda, Amgen, Sanofi und Astellas: alle in den vergangenen Monaten in Cluster umgewandelt, Hunderte Beschäftigte sind dadurch aus dem Markt ausgeschieden.
- Lundbeck: hat seine griechische Niederlassung vollständig geschlossen.
- Ein nicht genanntes Unternehmen, international als Gigant beschrieben und derzeit mit rund 250 Beschäftigten in Griechenland, soll nach Quellen von healthreport.gr ebenfalls in einen Cluster überführt werden und seine Struktur im Land vollständig verändern.
Das Portal berichtet von großer Nervosität in der Branche: Beschäftigte arbeiteten in Unsicherheit und wüssten nicht, was der nächste Tag bringe. Viele bereits umgestellte Unternehmen hätten ihre Belegschaft in Griechenland dabei drastisch reduziert.
Warnungen der Branche an das Gesundheitsministerium
Vertreter der Pharmaunternehmen hatten Gesundheitsminister Adonis Georgiadis seit Längerem gewarnt, dass seine Arzneimittelmaßnahmen früher oder später sowohl zum Rückzug kritischer Therapien für Patienten als auch zur Desinvestition der Unternehmen im Land führen würden, schreibt healthreport.gr. Demselben Bericht zufolge reagierte der Minister zeitweise ironisch und verspottete die Branchenvertreter mit dem Argument, die Pharmahersteller würden keinen Einbruch erleiden.
Healthreport.gr stellt die Rückzüge der Darstellung der Regierung von einem kräftigen Wachstum gegenüber und sieht darin ein Zeichen, dass die Mutterkonzerne Griechenland als Investitionsstandort nicht mehr wählen. Die Folgen erwartet das Portal entlang der gesamten Arzneimittelkette, nicht nur bei den betroffenen Unternehmen.
Klinische Studien und Zugang zu innovativen Therapien
Die Umwandlung in Cluster anderer Länder reduziert dem Bericht zufolge nicht nur die Mitarbeiterzahl. Auch die nach Griechenland fließenden Mittel sinken, und die Zahl der im Land durchgeführten klinischen Studien dürfte deutlich zurückgehen.
Das Portal verweist zudem auf eine zweite Folge für Patienten: Je geringer die Präsenz der Unternehmen im Land, desto begrenzter die Möglichkeit, neue innovative Therapien unmittelbar bereitzustellen. Direkte Stellungnahmen der genannten Unternehmen oder des Gesundheitsministeriums enthält der Bericht nicht; er stützt sich auf eigene Quellen des Portals.
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