Petkorm plant Tierfutterwerk für 4 Milliarden Rubel bei Moskau
Petkorm will 4 Milliarden Rubel in ein Werk für Katzentrockenfutter und Hundetrockenfutter im Moskauer Gebiet investieren. Die für 2026 bis 2029 geplante Anlage soll mit zwei Linien auf 50.000 Tonnen Jahreskapazität kommen.
Zwei Linien für 50.000 Tonnen Kapazität
Der russische Tierfutterhersteller Petkorm plant im Kommunalbezirk Dmitrow im Moskauer Gebiet ein Werk für Katzentrockenfutter und Hundetrockenfutter im Wert von 4 Milliarden Rubel. Das Vorhaben soll zwischen 2026 und 2029 umgesetzt werden, teilte das regionale Ministerium für Landwirtschaft und Ernährung laut RIAMO, TASS und Regions.ru mit.
In dem neuen Werk sind zwei Produktionslinien mit einer Jahreskapazität von jeweils 25.000 Tonnen vorgesehen. Zusammen sollen sie jährlich 50.000 Tonnen granuliertes Trockenfutter für Katzen und Hunde herstellen können. Zudem sollen 80 Arbeitsplätze entstehen.
Der stellvertretende Ministerpräsident des Moskauer Gebiets, Wjatscheslaw Duchin, und Petkorm-Gründer Robert Imangulow unterzeichneten auf der 28. russischen Agrarausstellung „Goldener Herbst“ eine Kooperationsvereinbarung. Sie regelt die Zusammenarbeit zwischen der Regionalregierung und dem Unternehmen beim Bau des Werks.
Ausbau einer bestehenden Produktionsbasis
Petkorm betreibt bereits eine Tierfutterfabrik im Bezirk Dmitrow. Nach Angaben von RIAMO wurde die bestehende, 10.000 Quadratmeter große Anlage 2018 errichtet und produziert seit Dezember 2021 rund um die Uhr. Der aktuelle Ausstoß liegt bei etwa 1.250 Tonnen Katzen- und Hundefutter im Monat.
Bei diesem Monatstempo entspricht die Produktion des bestehenden Werks rund 15.000 Tonnen innerhalb von 12 Monaten. Die geplante Jahreskapazität der neuen Anlage von 50.000 Tonnen wäre damit mehr als dreimal so hoch. Aus den Quellen geht jedoch nicht hervor, ob das bisherige Werk separat weiterarbeiten oder ob Produktion zwischen beiden Standorten verlagert werden soll.
Der bestehende Betrieb verfügt über moderne Fertigungslinien, ein eigenes Labor zur Qualitätskontrolle und einen Versuchsbereich für die Entwicklung von Rezepturen. Petkorm besitzt damit in Dmitrow bereits eine technische und industrielle Grundlage für das größere Investitionsprojekt.
Inlandsversorgung und Importsubstitution
Die Regionalregierung ordnet das Projekt in ihre Pläne ein, die russische Tierfutterproduktion und die Herstellung höherwertiger Erzeugnisse auszubauen. Duchin zufolge soll das Werk das heimische Angebot erhöhen, Arbeitsplätze schaffen und die weitere Entwicklung des Industriestandorts unterstützen. Nicht veröffentlicht wurden das geplante Sortiment, Abnehmerverträge, der Rohstoffbedarf sowie der Anteil importierter Anlagen und Zutaten.
Diese Faktoren entscheiden darüber, wie weit die Importsubstitution entlang der gesamten Lieferkette reicht. Eine inländische Fabrik kann Einfuhren fertiger Tiernahrung ersetzen, während Hersteller bei Zusatzstoffen, Enzymen, Veterinärprodukten, Maschinen oder Spezialzutaten weiterhin von ausländischen Lieferanten abhängig sein können. Das von RIAMO erwähnte nationale Projekt „Ernährungssicherheit“ umfasst neue und modernisierte Kapazitäten für kritische Enzyme, Lebens- und Futtermittelzusätze sowie Veterinärprodukte und sieht auch heimische Ausrüstung für Unternehmen vor.
Die Investition stärkt zugleich die Rolle des Moskauer Gebiets als Zentrum der Lebensmittelverarbeitung. Gouverneur Andrei Worobjow hatte zuvor von rund 2.000 Agrar- und Verarbeitungsbetrieben mit mehr als 100.000 Beschäftigten in der Region gesprochen. Die geplanten 80 Stellen sind daran gemessen begrenzt, die Kapazität ist im Verhältnis zu Petkorms aktueller Produktion jedoch erheblich. Für Hersteller, Zulieferer und Händler werden der Baufortschritt, die Inbetriebnahme beider Linien und das Tempo bis zum Erreichen der Auslegungskapazität von 50.000 Tonnen pro Jahr entscheidend sein.