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Perus Sardellenmangel treibt Fischmehlpreise und belastet Aquakulturmargen

El Niño begrenzt den Sardellenfang in Peru und verknappt Fischmehl und Fischöl für Aquakulturfutter. Laut Perú Broker könnte mittelwertiges Fischmehl, das zu Jahresbeginn für 1.800–1.900 $ je Tonne vorverkauft wurde, bei Verfügbarkeit nun 3.200–3.300 $ kosten.

Perus Sardellenmangel treibt Fischmehlpreise und belastet Aquakulturmargen

Fang in Perus wichtigsten Sardellengebieten gestoppt

Der Sardellenfang im Norden und in der Mitte Perus ist seit Mitte Mai ausgesetzt. El Niño hat den zentralen Pazifik und die Küstengewässer zwischen Ecuador und Peru erwärmt. Die Fische sind auf der Suche nach kälterem Wasser abgewandert; viele der verbliebenen Exemplare sind zu klein für den Fang. Das peruanische Meeresinstitut Imarpe verhängte zunächst ein befristetes Moratorium und verlängerte es später auf unbestimmte Zeit, berichtete RTVE.

Die Schließung trifft die weltweit wichtigste Quelle mariner Futtermittelzutaten. Peru steht für 20 % der globalen Produktion von Fischmehl und Fischöl, deren wichtigster Rohstoff die Sardelle ist. Beide Zutaten werden breit in Futtermitteln für Zuchtfische eingesetzt. Veränderungen beim peruanischen Fang betreffen deshalb Aquakulturunternehmen weit über Lateinamerika hinaus.

Imarpe hatte zu Jahresbeginn für die nördlichen und mittleren Fanggebiete eine Quote von 1.914.049 Tonnen festgelegt. Bis zur Schließung wurden lediglich 471.120 Tonnen oder 24,6 % gefangen. Auch im Süden Perus blieb der Fang schwach. Für die Kampagne von Januar bis Juni galt eine Quote von 251.000 Tonnen, von der laut Héctor Vega vom Rohstoffmakler Perú Broker 64 % ausgeschöpft wurden.

Knappes Angebot schlägt auf Fischmehlpreise durch

Die Lieferstörung hat die Preisindikation für Fischmehl stark verändert. Mittelwertige Ware kostete bei den Vorverkäufen zu Jahresbeginn 1.800–1.900 $ je Tonne und damit bereits 10 % mehr als in einem normalen Jahr. Vega sagte RTVE, dass dieselbe Ware bei Verfügbarkeit inzwischen 3.200–3.300 $ je Tonne wert wäre.

Peru ist nicht die einzige Belastungsquelle. Die internationale Organisation der Meereszutatenindustrie IFFO berichtete RTVE von einer niedrigeren Produktion in weiteren Fischmehlregionen, darunter Europa, Afrika und Asien. IFFO-Marktforschungsdirektor Enrico Bachis führte die Sorge auf diese Kombination breiter Angebotsengpässe zurück. Von RTVE angeführte Prognosen erwarten in diesem Jahr starke Auswirkungen von El Niño, mit der größten Belastung im vierten Quartal 2026.

Die weltweite Fischmehlindustrie produziert im Jahresdurchschnitt 5,3 Millionen Tonnen. Qualitäten mit geringerem Proteingehalt konkurrieren mit Futterzutaten wie Mais. Laut IFFO stiegen ihre Preise zwischen 2010 und 2025 nur um 3 %. Premium-Fischmehl verteuerte sich erheblich stärker, weil es in Hochleistungsfutter für Aquakulturen und in Rationen für Jungtiere nur wenige wirksame Ersatzstoffe gibt. Die Nachfrage nach diesen Qualitäten übersteigt laut Bachis regelmäßig das verfügbare Angebot, weshalb die Preise besonders empfindlich auf Fangmengen reagieren.

Alternative Futtermittel begrenzen Versorgungsrisiko

Javier Ojeda, Geschäftsführer des spanischen Aquakulturverbands APROMAR, erwartet bei einem länger anhaltenden Angebotsrückgang höhere Produktionskosten, da Futter zu den größten Ausgaben der Fischzucht gehört. Höhere Rohstoffkosten führen jedoch nicht automatisch zu einem gleich hohen Anstieg der Verbraucherpreise. Ein geringerer Sardellenfang könne Preisdruck erzeugen, werde allein aber kaum eine sehr starke Verteuerung von Fisch auslösen, sagte Ojeda.

Spanische Futterhersteller haben ihre Abhängigkeit durch Fischmehl und Fischöl aus Verarbeitungs- und Filetierabschnitten sowie durch pflanzliche Agrarproteine, Algen, Insekten, zugelassene tierische Nebenprodukte und weitere Alternativen verringert. Für Goldbrasse, Europäischen Wolfsbarsch und Forelle bleibt Fischmehl besonders wichtig. APROMAR erwartet dennoch weder eine Gefährdung der Produktion noch Versorgungsengpässe. Kurzfristig geraten vor allem die Margen der Futterhersteller und Fischzüchter zusätzlich unter Druck, bis sich das Wetter entspannt und die Sardellen in peruanische Gewässer zurückkehren.

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