Perus Tafeltraubenexporte erreichen im ersten Halbjahr 2026 790 Millionen Dollar
Peru exportierte von Januar bis Juni 2026 Tafeltrauben im Wert von 790 Millionen $ und damit mehr als 17 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, wie MIDAGRI-Daten laut FreshFruitPortal zeigen. Auf die USA entfielen 446 Millionen $, die Menge blieb dort mit 275.000 Tonnen unverändert. China, Israel, Taiwan, Griechenland, Irland, Libanon und Kambodscha kamen als Ziele hinzu, für die 2025 keine Lieferungen erfasst waren.
Perus Tafeltraubenexporte beliefen sich im ersten Halbjahr 2026 auf 790 Millionen $ und lagen damit mehr als 17 Prozent über dem Vergleichszeitraum 2025. Das geht aus offiziellen Zahlen der Direktion für Wirtschaftsstudien im Ministerium für Agrarentwicklung und Bewässerung (MIDAGRI) hervor, über die FreshFruitPortal berichtet.
Nach Angaben des Ministeriums bleibt Peru weltweit der größte Erzeuger und Exporteur von Tafeltrauben und hat traditionelle Anbieter wie Chile, die Vereinigten Staaten und Italien verdrängt. MIDAGRI führt das nicht auf einen einzelnen Faktor zurück, sondern auf das Zusammenspiel von Sortenerneuerung, Logistikeffizienz, Klimaanpassung und Marktzugang.
Die USA stehen für mehr als die Hälfte des Exportwerts
Wichtigstes Zielland bleiben die Vereinigten Staaten mit Lieferungen im Wert von 446 Millionen $ zwischen Januar und Juni, ein Zuwachs von mehr als 11 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das entspricht rund 56 Prozent des gesamten peruanischen Exportwerts dieser Kategorie im Halbjahr. Die Menge zog jedoch nicht mit: Die Lieferungen in die USA blieben laut den von FreshFruitPortal zitierten MIDAGRI-Daten stabil bei 275.000 Tonnen. Wertzuwachs bei unveränderter Tonnage deutet auf höhere Stückpreise und eine veränderte Sortenzusammensetzung hin, nicht auf zusätzliches Angebot.
Zweitgrößter Markt war Mexiko mit Verkäufen von knapp 94 Millionen $, ein Plus von 46 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2025. Unter den etablierten Zielmärkten, die das Ministerium nennt, war das der stärkste Zuwachs; wertmäßig liegt Mexiko deutlich vor den neuen Abnehmern in Asien und Europa.
Neue Zielmärkte kommen hinzu
MIDAGRI meldet Lieferungen in mehrere Märkte, für die im Vergleichszeitraum 2025 keine Exporte erfasst waren. Auf China entfielen 21,6 Millionen $, auf Israel 9,3 Millionen $. Auch Taiwan, Griechenland, Irland, Libanon und Kambodscha stehen auf der Liste der neuen Ziele. Separat nennt das Ministerium Mexiko, Spanien, China und Kolumbien als langjährige Märkte mit kräftigem Wachstum; dieselbe Quelle beschreibt China sowohl als neues Ziel als auch als etablierten Markt, ohne diesen Widerspruch aufzulösen.
Einzeln betrachtet sind die neuen Märkte im Vergleich zu Nordamerika klein. Gemeinsam zählen sie für die Frage der Abhängigkeit: Da die Vereinigten Staaten mehr als die Hälfte des Exportwerts aufnehmen und Mexiko einen weiteren Anteil, bleiben peruanische Exporteure stark von Nachfrage und Zollbedingungen zweier benachbarter Märkte abhängig. Jedes zusätzliche Ziel schafft einen Absatzweg für Ware, die sonst im Fenster der Südhalbkugel um Regalplatz in denselben Importländern konkurrieren würde.
Sorten und der Hafen Chancay stützen die Führungsposition
Peru vermarktet nach Angaben von MIDAGRI mehr als 40 Tafeltraubensorten. Die größte Akzeptanz bei den Verbrauchern haben Sweet Globe, Crimson Seedless und Arra 15. Lizenz- und Clubsorten dieser Art erzielen in der Regel höhere Preise als ältere kernhaltige und kernlose Sorten, was zur Divergenz zwischen Wert- und Mengenentwicklung in den USA passt.
Das Ministerium verweist zudem auf den Hafen Chancay, den es als Wendepunkt für die Branche bezeichnet, weil er Transitzeiten und Kosten in asiatische Märkte senkt. Bei Tafeltrauben wirkt die Reisedauer besonders stark: Der Zustand bei der Ankunft entscheidet, ob die Partie als Premiumware oder mit Abschlag verkauft wird. Laut MIDAGRI hat der Hafen Perus Stellung als logistisch überlegener Lieferant der Südhalbkugel gefestigt – im selben Wettbewerbsfeld, in dem Chile agiert.
Einordnung in die Saison
Der Halbjahreswert folgt auf ein Saisonergebnis, über das FreshFruitPortal berichtete und das die peruanischen Tafeltraubenexporte mit 1,9 Milliarden $ bezifferte. Die Lieferungen konzentrieren sich auf die zweite Jahreshälfte, der Zeitraum Januar bis Juni erfasst also das Ende einer Kampagne und nicht deren Höhepunkt. Für Importeure und konkurrierende Anbieter in Chile, Kalifornien und Italien sind drei Signale relevant: die unveränderte Tonnage in den USA bei zweistelligem Wertzuwachs, das Ausmaß des Anstiegs in Mexiko und das Tempo, mit dem Peru Märkte erschließt, die es vor einem Jahr noch nicht bedient hat.