Peru als frei von hochpathogener Aviärer Influenza erklärt, Marktöffnungen für Geflügel- und Schweinefleisch im Blick
Nach Veröffentlichung der sanitären Selbsterklärung durch die Weltorganisation für Tiergesundheit gilt Peru laut dem Agrarministerium Midagri als frei von hochpathogener Aviärer Influenza. Der Status stützt Verhandlungen über Marktzugang in Singapur, Ecuador und Bolivien; die endgültige Freigabe für Schweine- und Geflügelfleisch nach China steht nach Inspektionen 2025 noch aus. Die Geflügelwirtschaft steht für 24,3 % des Bruttoproduktionswerts der Landwirtschaft bei rund 1,94 Millionen Tonnen Fleisch pro Jahr.
Peru ist für frei von hochpathogener Aviärer Influenza erklärt worden. Das teilte das Ministerium für Agrarentwicklung und Bewässerung (Midagri) mit, nachdem die sanitäre Selbsterklärung des Landes von der Weltorganisation für Tiergesundheit (WOAH) veröffentlicht wurde. Der Status ist die formale Voraussetzung für eine Reihe von Verhandlungen über Marktöffnungen für Geflügel- und Schweinefleisch in einem Sektor, der für knapp ein Viertel des Wertes der peruanischen Landwirtschaft steht.
Wie der Status erreicht wurde
Midagri führt die Anerkennung auf die epidemiologische Überwachung sowie die Präventions- und Kontrollarbeit des Nationalen Agrargesundheitsdienstes (Senasa) in Abstimmung mit Erzeugern und Geflügelverbänden zurück. Selbsterklärungen über Seuchenfreiheit werden von den Mitgliedsländern bei der WOAH eingereicht und von der Organisation publiziert. Sie ersetzen nicht die Einfuhrgenehmigungen, die jedes Zielland einzeln erteilt, sind aber das Basisdokument, auf das Handelspartner und deren Veterinärbehörden bei der Risikobewertung zurückgreifen.
Agrarentwicklungsminister Marco Vinelli erklärte, der Erfolg „garantiert, dass die Lebensmittel, die die Bevölkerung verzehrt, gesund sind, und stärkt das Vertrauen der internationalen Märkte“, wie diarioelnoticiero.com berichtet. Midagri stellte die Zertifizierung als Voraussetzung dar, um das Vertrauen in die heimische Produktion zu erhalten und die Kontinuität der bestehenden Ausfuhren zu sichern. Die unmittelbare Funktion des Status ist damit ebenso defensiv wie kommerziell.
Das Gewicht der Geflügelwirtschaft in Perus Landwirtschaft
Nach von Midagri veröffentlichten Zahlen liegt der Anteil des Sektors am Bruttoproduktionswert der Landwirtschaft bei 24,3 %, während die Überschrift der Mitteilung von knapp 25 % der nationalen Agrartätigkeit spricht. Die genannten Mengen:
- rund 1,94 Millionen Tonnen Geflügelfleisch pro Jahr;
- mehr als 850 Millionen verbrachte Tiere;
- ein Verbrauch von durchschnittlich 55 Kilogramm Hühnerfleisch pro Kopf und Jahr.
Dieses Verbrauchsniveau macht Hühnerfleisch zum nachgefragtesten Protein des Landes und bestimmt, welche Mengen realistisch für den Export verfügbar sind. Ein Binnenmarkt, der 55 Kilogramm pro Kopf und Jahr aufnimmt, lässt den Export als zusätzlichen Kanal für einzelne Teilstücke, Nebenprodukte und Überschüsse übrig, nicht als Umlenkung der Produktionsbasis.
Geöffnete und ausstehende Märkte
Peru lieferte 2025 Geflügelfleisch nach Haiti, Gabun und Panama, so Midagri. Für das laufende Jahr arbeiten die Behörden am Zugang zu Singapur, Ecuador und Bolivien. Ecuador und Bolivien sind Landgrenzmärkte, bei denen Straßenlogistik und kurze Transportzeiten für gekühltes und gefrorenes Geflügel sprechen; Singapur ist vollständig importabhängig, stellt strenge sanitäre Anforderungen an Fleischlieferanten, und ein von der WOAH veröffentlichter Freiheitsstatus gehört dort zu den Zugangsvoraussetzungen.
Der größere offene Punkt ist China. Laut Midagri steht die endgültige Genehmigung für die Ausfuhr von Schweine- und Geflügelfleisch auf den chinesischen Markt nach den 2025 durchgeführten Inspektionen noch aus. Der Zugang nach China erfolgt über die Registrierung einzelner Betriebe. Der nationale Gesundheitsstatus löst damit nur einen Teil des Verfahrens: Schlacht- und Verarbeitungsbetriebe müssen einzeln gelistet werden, bevor Lieferungen beginnen können.
Worauf zu achten ist
Drei Variablen entscheiden, ob aus der Erklärung Handelsmengen werden: das Tempo, mit dem Singapur, Ecuador und Bolivien ihre eigenen sanitären Prüfungen abschließen; der Zeitpunkt der chinesischen Betriebsregistrierungen für Schweine- und Geflügelfleisch; und die Fähigkeit Perus, den Freiheitsstatus über die folgenden Zugvogelsaisons zu halten, denn ein bestätigter Ausbruch würde ein neues Selbsterklärungsverfahren erfordern und den gerade aufgebauten Zugang aussetzen. Für die Erzeuger ist der Status die Lizenz zum Verhandeln; das kommerzielle Ergebnis hängt davon ab, was folgt.