Paraguays Schweinefleischexporte wachsen, Branche sucht Märkte jenseits Taiwans
Paraguay exportierte von Januar bis August 2026 insgesamt 12.962 Tonnen Schweinefleisch, 8 % mehr als im Vorjahr; die Schlachtungen stiegen um 12 %. Taiwan nimmt 85-90 % der Lieferungen ab, weshalb die Marktd diversifizierung vor dem geplanten Produktionsausbau dringlicher wird.
Exporte und Schlachtungen nehmen weiter zu
Paraguay exportierte zwischen Januar und August 2026 insgesamt 12.962 Tonnen Schweinefleisch. Das waren nach offiziellen Angaben des nationalen Tiergesundheits- und Qualitätsdienstes Senacsa 8 % mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Die Schlachtungen im Inland stiegen im gleichen Vergleich um 12 %, was die gleichzeitige Expansion von Produktion und Auslandsabsatz zeigt.
Hugo Schaffrath, Präsident des paraguayischen Schweinezüchterverbandes, sagte El Nacional, dass die Branche bereits von 2024 auf 2025 einen deutlichen Sprung verzeichnet habe. Für das Gesamtjahr 2026 erwartet er Exporte, die etwa 15 % über dem Niveau von 2025 liegen. Im vergangenen Jahr lieferte Paraguay rund 18.000 Tonnen ins Ausland; in diesem Jahr könnten es bei einer Verbesserung des internationalen Marktes 20.000 bis 22.000 Tonnen werden.
Das höhere Volumen führte nicht zu einem entsprechenden Anstieg der Erlöse. Laut Schaffrath sorgte der gesunkene Dollarkurs dafür, dass die Exporteure praktisch die gleichen Einnahmen wie im Vorjahr erzielten. Zugleich schwächte er trotz ursprünglich höherer Erwartungen den Anreiz für zusätzliche Lieferungen.
Taiwan dominiert die Absatzmärkte
Taiwan kauft 85-90 % der paraguayischen Schweinefleischexporte und ist damit mit großem Abstand der wichtigste Markt. Lieferungen gehen außerdem nach Brasilien, Uruguay, Georgien, Singapur und auf die Philippinen. Diese Ziele bilden bislang jedoch nur ein begrenztes Gegengewicht zu Taiwan.
Mit der Expansion der Erzeuger gewinnt diese Konzentration an Bedeutung. Der Verband rechnet in den kommenden fünf Jahren mit einem Produktionswachstum von 180 %. Die Prognose basiert auf bereits laufenden Erweiterungen der Betriebe und nicht auf Vorhaben, die erst noch begonnen werden müssen. Nach Schaffraths Einschätzung wird die Branche schließlich mehr als 200.000 Tonnen Schweinefleisch jährlich exportieren müssen — etwa das Zehnfache des heutigen Auslandsvolumens.
Der Verband und die paraguayische Regierung arbeiten an einem Marktzugang für Chile, das Schaffrath als nahe gelegenes Land mit attraktiven Preisen bezeichnete. Die größeren Zielmärkte sind Südkorea, Japan und Mexiko. Der Zugang hängt teilweise von Veterinärverhandlungen und Paraguays angestrebter Anerkennung als von Maul- und Klauenseuche freies Land ohne Impfungen ab.
Verarbeitungskapazitäten werden ausgebaut
Nach Angaben Schaffraths könnten die anvisierten großvolumigen Märkte Preise je Kilogramm ermöglichen, die etwa 50 % über dem derzeitigen Niveau liegen. Senacsa arbeitet mit den Erzeugern am erforderlichen Tiergesundheitsstatus. Auch das Ministerium für Industrie und Handel sowie dessen Exportförderagentur REDIEX sind an der Öffnung zusätzlicher Märkte beteiligt.
Die Investitionen in die Verarbeitung folgen allmählich dem erwarteten Wachstum des Tierangebots. Ein neu eröffnetes Fleischwerk verfügt über eine jährliche Schlachtkapazität von 700.000 bis 800.000 Tieren. Ein weiteres Werk wird erweitert; Pläne für einen zusätzlichen Betrieb befinden sich noch im Entwurfsstadium.
Schaffrath erwartet, dass die Branche ab 2028 oder 2029 eine leistungsfähigere Verarbeitungsindustrie benötigen wird. Die zentrale Aufgabe verlagert sich damit von der reinen Erzeugung auf die Abstimmung von Betrieben, Schlachtkapazitäten und Marktzugang. Ohne zusätzliche Absatzländer könnten die bestehenden Märkte das von den Produzenten erwartete Volumen nicht aufnehmen.