Papua-Neuguinea eröffnet nach 2,8-Millionen-$-Ausbau seine größte Kakaoverarbeitungsanlage
Paradise Foods erwartet, dass neue Maschinen in der Queen-Emma-Chocolate-Fabrik in Port Moresby die Produktion verdoppeln. Die Investition soll mehr Wertschöpfung in Papua-Neuguinea halten und Sepik-Bauern einen heimischen Abnehmer für hochwertige Bohnen bieten.
Neue Maschinen sollen Produktion verdoppeln
Papua-Neuguinea hat am 13. August 2026 in der Queen-Emma-Chocolate-Fabrik in Port Moresby erweiterte Kapazitäten für Kakaoverarbeitung und Schokoladenherstellung eingeweiht. Die von Paradise Foods Limited betriebene Anlage ist laut Scoop die größte Kakaoverarbeitungsstätte des Landes. Sie soll mehr einheimische Bohnen zu Kakaozutaten und fertiger Schokolade verarbeiten.
Der Ausbau umfasst zwölf Maschinentypen im Wert von 2,8 Millionen USD. Die Ausrüstung wurde über das von der Europäischen Union finanzierte und von der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen umgesetzte Programm EU-STREIT PNG bereitgestellt. Paradise Foods erwartet eine Verdopplung der Produktion sowie eine gleichmäßigere Qualität nach den Anforderungen spezialisierter Käufer.
Inländische Verarbeitung erhöht den Kakaowert
Die Investition unterstützt das politische Ziel Papua-Neuguineas, mehr nachgelagerte Verarbeitung im Land aufzubauen. Premierminister James Marape erklärte, die heimische Verarbeitung bringe dreimal so viel ein wie der Export des Rohprodukts. Die erweiterte Fabrik kann Fertig- und Halbfertigwaren herstellen, bevor der Kakao das Land verlässt. Detaillierte Kapazitäts- oder Exportziele wurden jedoch nicht genannt.
Für die Bauern hängt der wirtschaftliche Nutzen von Qualitätsprämien und verlässlichen Abnahmen ab. Im Rahmen von EU-STREIT PNG wurden Kakaogruppen in East und West Sepik direkt mit Queen Emma verbunden. Sie liefern gut fermentierte, rauchfreie Trockenbohnen; bislang wurden Mengen im zweistelligen Tonnenbereich gemeldet. Ein heimischer Verarbeiter, der Qualität vergütet, schafft Anreize für bessere Fermentation und Trocknung und verringert Verluste durch zurückgewiesene Lieferungen.
Investitionen auf den Farmen sichern die Versorgung
Der Ausbau der Verarbeitung folgt umfangreicher Arbeit in Anbau und Nacherntebehandlung. Das Programm hat 3,4 Millionen schädlingsresistente Setzlinge gepflanzt und 4.960 Hektar Kakaoflächen rehabilitiert. Die Überlebensrate der Veredelungen lag bei 95%. Rund 19.400 Kakaobauern wurden unter anderem in Veredelung, Schädlings- und Krankheitsbekämpfung, klimaangepasster Landwirtschaft und Nachernteverfahren geschult.
Zur Infrastrukturhilfe gehören die Modernisierung von 500 Kakaotrocknern, die Einführung von 100 kombinierten Solartrocknern und der Aufbau von 120 Lagereinrichtungen. Zudem unterstützte das Programm die Formalisierung und Entwicklung von 363 Kakao-Agrarbetrieben. Die Maßnahmen sollen Qualitätsprobleme beheben, die bislang den Zugang zu Premiummärkten begrenzten, und der Fabrik eine gleichmäßigere Versorgung mit geeigneten Bohnen ermöglichen.
Spezialmärkte bieten den klarsten Weg ins Ausland
Paradise Foods hat Kakao und Schokolade aus Papua-Neuguinea auf Handelsveranstaltungen in Australien, Neuseeland und Singapur präsentiert und Kontakte zu spezialisierten Schokoladenherstellern und Nischenkäufern von Zutaten aufgebaut. EU-Botschafterin Erica Hasznos nannte außerdem europäische Premiummärkte als mögliches Ziel, sofern Erzeuger und Verarbeiter Qualität und Konstanz sichern.
Bis Juni 2026 hatte EU-STREIT PNG 513.000 Menschen erreicht, 85.400 Familien unterstützt, 700 Bauerngruppen gefördert und 34.000 Landwirte in East und West Sepik geschult. Die Investition in Queen Emma schafft nun einen kommerziellen Absatzkanal für einen Teil dieser Produktion. Ihre langfristige Wirkung hängt davon ab, ob die verdoppelte Fabrikproduktion auf dauerhafte Nachfrage und eine zuverlässige Versorgung mit Premiumkakao trifft.