Panamas Reiskauf löst Streit über 1,44 Millionen $ Mehrkosten und Importe aus
Ein Direktkauf von 600.000 Quintal Rohreis durch Panamas IMA hat Vorwürfe über Mehrkosten von 1,44 Millionen $ und ein unzulässiges Importverfahren ausgelöst. Die Behörde verweist auf Unterschiede bei Herkunft, Qualität und Zusatzkosten und ordnete eine Prüfung sowie eine technische Inspektion an.
Direktkauf wird mit Börsengeschäft verglichen
Panamas Institut für Agrarmarketing IMA steht wegen eines Direktkaufs von importiertem Rohreis unter Beobachtung. Nach einer Berechnung von La Estrella de Panamá kostete die Transaktion den Staat schätzungsweise 1,44 Millionen $ mehr als ein Geschäft über die formelle Warenbörse des Landes. Im Zentrum des Streits steht die Frage, ob Reisqualität und Lieferkosten der beiden Käufe tatsächlich vergleichbar waren.
Im Juli 2026 kaufte das IMA über einen Direktvertrag 600.000 Quintal Rohreis von TRC Trading Corporation zu 19,00 $ je Quintal. Am 22. Juli erwarben private Mühlen Reis desselben Lieferanten über die Bolsa Nacional de Productos, S.A. (BAISA) zu einem Schlusspreis von 16,60 $ je Quintal. La Estrella berichtete, dass für beide Geschäfte CIF-Lieferbedingungen galten. Multipliziert mit der IMA-Menge ergibt die Differenz von 2,40 $ je Quintal die gemeldete Lücke von 1,44 Millionen $.
Behörde bestreitet direkte Vergleichbarkeit
IMA-Generaldirektor Nilo Murillo Robles wies die Berechnung zurück. Das Börsengeschäft habe Reis aus den Vereinigten Staaten betroffen, während das IMA Ware brasilianischen Ursprungs gekauft habe. Nach Murillos Angaben handelte es sich beim staatlichen Kauf um eine besondere Qualität mit einem Anteil von 84 % ganzen Körnern und damit um ein höherwertiges Produkt. Zudem sei der Reis der privaten Mühlen durch Kosten teurer geworden, die im ursprünglichen Börsenschlusspreis nicht enthalten waren.
Herkunft, Qualitätsvorgaben und vollständige Einstandskosten sind damit die Kernfragen für die Prüfer. Am 21. August sandte Murillo das offizielle Schreiben DG-NMR-694-2026 an Pedro Acosta, den Präsidenten der Nationalen Union der Verbraucher und Nutzer Panamas. Darin teilte er mit, dass eine Prüfung und technische Inspektion des in den Silos der Lieferantenmühlen gelagerten Importreises angeordnet worden sei. Damit soll vor der Verteilung bestätigt werden, dass die Ware für Agroferias, Tiendas del Pueblo und Agrodistribuidoras die vorgeschriebenen Qualitätsstandards erfüllt.
Erzeuger beanstanden Zeitpunkt und Verfahren
Auch die Reisproduzenten stellen das Importverfahren infrage. Das Kabinettsdekret 23 aus dem Jahr 2007 erlaubt dem IMA, Lebensmittel für Sozialprogramme direkt einzukaufen. Omar Spiegel, Präsident des Verbands der Reis- und Getreideerzeugervereinigungen Panamas, erklärte jedoch, die Lieferung hätte mit der Agrar- und Lebensmittelkette für Reis abgestimmt werden müssen. Das Auslassen dieser Konsultation widerspreche dem Zweck des Gesetzes 47 von 2017, das die Vermarktung heimischen Getreides vor und während der Ernte schützen soll.
Nach offiziellen Zahlen des Erzeugerverbands beliefen sich die physischen Bestände am 19. Juni 2026 auf 2.621.842 Quintal. Einschließlich ausstehender Kontingente der Welthandelsorganisation, der von der Branchenrunde genehmigten Mengen und der IMA-Einfuhr erreichte die Verfügbarkeit 4.221.842 Quintal. Bei einem Monatsverbrauch von 779.000 Quintal würde dies die Versorgung bis Ende November 2026 sichern, ohne die erwartete Inlandsernte von 2,65 Millionen Quintal einzurechnen.
Ernteprobleme erhöhen die Marktrisiken
Produzenten unter anderem in der Provinz Chiriquí litten unter den Folgen von El Niño. Die anfänglichen Erträge sanken auf weniger als 70 Quintal je Hektar, während die Betriebskosten um 300 bis 400 $ je Hektar stiegen. Landwirte berichten jedoch, dass derzeit abgeerntete Flächen mehr als 100 Quintal je Hektar liefern. Das verstärkt ihre Forderung, außergewöhnliche Einfuhren außerhalb der etablierten institutionellen Kanäle zu beenden.
Das Kabinett genehmigte außerdem mit Resolution 85-26 einen zusätzlichen Kredit von 22,1 Millionen $ für das IMA. Das Geld ist für den Kauf von Reis und anderen Waren des Grundbedarfs für Märkte und Gemeinschaftsläden bestimmt. Branchenvertreter erklärten, ein Teil solle offene Verpflichtungen und Schulden aus früheren Importen begleichen. Für Erzeuger, Verarbeiter und öffentliche Einkäufer muss die Prüfung klären, ob der umstrittene Aufpreis auf höheren Spezifikationen oder vermeidbaren Beschaffungskosten beruhte.