Palmölpreise steigen wegen Waldbränden und Angebotsrisiken in Indonesien
Palmöl-Futures legten zu, nachdem Brände und giftiger Smog die Ernte in Teilen Indonesiens, des weltweit größten Produzenten, unterbrochen hatten. Auf Borneo und Sumatra sind mehr als 202.000 Hektar verbrannt, während Händler die Risiken für Produktion und internationale Versorgung bewerten.
Referenzpreis in Kuala Lumpur steigt um 0,9%
Die richtungsweisenden Futures auf rohes Palmöl in Kuala Lumpur stiegen, während Händler das Risiko von Lieferausfällen durch großflächige Waldbrände in Indonesien bewerteten. Das Land ist der weltweit größte Palmölproduzent. Laut InfoQuest gewann der Kontrakt am 7. September zeitweise 0,9% und erreichte 4.975 Ringgit (1.229 $) je Tonne.
Der Anstieg spiegelt zunächst einen Risikoaufschlag und keine bestätigte Schätzung der Produktionsverluste wider. Der Markt reagiert dennoch auf mehrere miteinander verbundene Gefahren: Ernteunterbrechungen, die Abstellung von Plantagenarbeitern zur Brandbekämpfung sowie mögliche Folgen von Rauch und weniger Sonnenlicht für die Entwicklung der Ölpalmenfrüchte.
Smog behindert die Arbeit auf Plantagen
Giftiger Rauch aus den Bränden hat große Teile Südostasiens erfasst. In einigen Gebieten wurde die Ernte eingestellt, weil Beschäftigte von Ölpalmenplantagen zur Brandbekämpfung mobilisiert wurden, berichtet InfoQuest. Eine längere Unterbrechung könnte Ernte und Verarbeitung frischer Fruchtbündel verzögern und die Unsicherheit über die kurzfristige Verfügbarkeit von rohem Palmöl erhöhen.
David Ng, Senior Trader bei Iceberg X Sdn Bhd, führte die jüngste Preisbewegung auf den sich verschärfenden Smog in Indonesien zurück. Der Markt sorge sich um die Folgen von Trockenheit und Rauch für die Produktion. Die Risiken reichen über die direkt verbrannten Flächen hinaus, da Rauch in einer größeren Region das Sonnenlicht verringern und den Plantagenbetrieb stören kann.
Auf den indonesischen Inseln Borneo und Sumatra wurden mehr als 202.000 Hektar durch Feuer beschädigt. Auch in Indonesien und den Nachbarstaaten Singapur, Malaysia und Philippinen ist die Luftverschmutzung gestiegen. Die Ausbreitung des Smogs macht die Lage zu einem regionalen Betriebsproblem, auch wenn das wichtigste Produktionsrisiko in Indonesien liegt.
El Niño verlängert die Bedrohung
Wald- und Flächenbrände treten in Südostasien regelmäßig auf und hängen häufig mit traditioneller oder kommerzieller Brandrodung zur Vorbereitung landwirtschaftlicher Flächen zusammen. Der starke El Niño hat die Auswirkungen in diesem Jahr verschärft und verlängert. Das ASEAN Specialised Meteorological Centre erklärte vergangene Woche, die Bedingungen begünstigten Feuer und die Ausbreitung grenzüberschreitenden Smogs; die vorherrschenden Winde kämen aus Südost und Südwest.
Die Dauer der Trockenheit entscheidet, ob der aktuelle Anstieg ein kurzfristiger Wetteraufschlag bleibt oder sich zu einer breiteren Angebotsfrage entwickelt. Das Zentrum erwartet im Oktober vor Beginn der Regenzeit mehr Niederschläge, die Brände und Smog etwas lindern könnten. Bis der Regen einsetzt und sich der Plantagenbetrieb normalisiert, können Produzenten, Verarbeiter und Händler das Ausmaß der Ernteverzögerungen und deren Folgen für die Produktion nur eingeschränkt beurteilen.