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Palmölpreise fallen in Malaysia um 5 % und in Rotterdam um 6,5 %

Die Palmölpreise gaben im September nach, weil Produktion und Lagerbestände in Malaysia stiegen und mehrere wichtige Importmärkte schwächere Nachfrage zeigten. Unterdurchschnittliche Niederschläge sorgen jedoch für Angebotsrisiken, während Indonesiens B50-Programm den heimischen Verbrauch stützt.

Palmölpreise fallen in Malaysia um 5 % und in Rotterdam um 6,5 %

Wachsende Lagerbestände in Malaysia belasten die Preise

Die Palmölpreise gaben im September an zwei zentralen internationalen Handelsplätzen nach. Vom ersten bis zum letzten Tag des Monats sanken die Notierungen an der Bursa Malaysia um 5 % und in Rotterdam um 6,5 %. Das zeigen Daten von Areté — The Agri-Food Intelligence Company, über die Italia a Tavola berichtete. Ausschlaggebend waren ein größeres Angebot aus Malaysia und schwächere Nachfragesignale aus mehreren wichtigen Importmärkten.

Malaysias Palmölbestände stiegen im August gegenüber Juli um 7 % und lagen 28 % über dem Vorjahreswert. Auch die Produktion setzte ihre saisonale Erholung fort und nahm gegenüber dem Vormonat um weitere 1 % zu. Der gleichzeitige Anstieg von Erzeugung und Vorräten vergrößerte das für Käufer verfügbare Angebot und verringerte den unmittelbaren Preisdruck. Für Produzenten und Händler zeigen die Zahlen, dass die aktuelle Verfügbarkeit in Malaysia schneller wächst, als der Markt das Öl aufnehmen kann.

China und die EU senden schwächere Nachfragesignale

China reduzierte seine Palmöleinfuhren im August deutlich. Die Importe lagen 42 % unter dem Juliniveau und 43 % unter dem entsprechenden Vorjahresmonat. Der kurzfristige Rückgang bildet jedoch nicht die gesamte Jahresentwicklung ab: Seit Jahresbeginn lagen Chinas Einfuhren weiterhin 9 % höher. Die kumulierten Käufe blieben damit kräftig, obwohl die unmittelbare chinesische Nachfrage nachließ.

Auch die Importnachfrage der Europäischen Union blieb unter den jüngsten Vergleichswerten. Nach Angaben von Areté lagen die EU-Einfuhren in der Saison 2025/26 um 6 % unter der Vorsaison und um 22 % unter dem Durchschnitt der vorangegangenen drei Saisons. Indien, ein weiterer großer Markt für Pflanzenöle, verfügte weiterhin über hohe Bestände. Schwächere chinesische Käufe, verhaltene EU-Importe und gut gefüllte indische Lager verringerten den Druck auf Importeure, aggressiv um zusätzliche Lieferungen zu konkurrieren.

Biodieselnachfrage trifft auf Wetterrisiken

Indonesien bildet mit seinem B50-Programm ein Gegengewicht zur schwächeren internationalen Nachfrage. Das Programm erhöht den Biodieselanteil in Dieselkraftstoff auf 50 %, stützt damit den heimischen Palmölverbrauch und kann die für den Weltmarkt verfügbaren Mengen verringern. Für 2027 wird ein Übergang zu B60 mit einem Biodieselanteil von 60 % geprüft. Umfang und Zeitpunkt der Maßnahme werden für Exporteure, Raffinerien und Käufer entscheidend sein, wenn sie das künftige indonesische Angebot bewerten.

Trotz des Bestandsaufbaus in Malaysia sind die Angebotsrisiken nicht verschwunden. In den wichtigsten Anbauregionen bleiben die Niederschläge unter dem Normalwert. Der Markt beobachtet deshalb, ob El Niño die Regenmengen in Südostasien verringern und die Produktivität im Jahr 2027 beeinträchtigen könnte. Kurzfristig ist die Marktlage entspannter, die künftige Produktion bleibt jedoch unsicher. Die Septemberkorrektur bietet Verarbeitern und Importeuren niedrigere Referenzpreise, doch die indonesische Biodieselnachfrage und Wetterrisiken könnten den Zeitraum des Angebotsdrucks begrenzen.

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