MPOC erwartet Palmöl im August bei RM4.400-4.650 dank Indonesiens B50-Mandat
Der Malaysian Palm Oil Council erwartet im August Rohpalmölpreise von RM4.400-4.650 je Tonne. Indonesiens B50-Mandat und höhere Energiepreise stützen den Markt, während hohe Pflanzenölbestände und eine schwache Nachfrage den Anstieg begrenzen.
B50-Mandat und Energiemärkte stützen die Preise
Malaysisches Rohpalmöl dürfte im August zwischen RM4.400 und RM4.650 je Tonne gehandelt werden, erwartet der Malaysian Palm Oil Council. Als Stützen der Prognose nennt MPOC die Umsetzung des indonesischen B50-Biodieselmandats seit Juli, festere Energiemärkte und eine günstigere Wirtschaftlichkeit von Biodiesel.
Das indonesische Mandat erhöht den Biodieselanteil in der Kraftstoffmischung auf 50% und steigert damit den Einsatz von Palmöl im heimischen Energiesektor. Da Indonesien zu den wichtigsten Palmölproduzenten gehört, kann der höhere inländische Verbrauch das Angebot am weltweiten Pflanzenölmarkt verringern und die Preiserwartungen in Malaysia sowie an anderen Handelsplätzen beeinflussen.
Zusätzliche Unterstützung kam im Juli von den Energiepreisen. Nach Angaben von MPOC ließ die erneute Zuspitzung der Spannungen zwischen den USA und Iran die Gasölpreise von Anfang bis Mitte Juli um 30% steigen. Gasöl wurde dadurch teurer als Palmöl und Sojaöl, was den Einsatz pflanzlicher Öle für Biodiesel relativ wirtschaftlicher macht.
Hohe Bestände und schwache Nachfrage begrenzen den Anstieg
MPOC rechnet dennoch mit einem begrenzten Preisanstieg. Die Nachfrage bleibt verhalten, während die Pflanzenölbestände auf wichtigen Weltmärkten hoch sind. Käufer verfügen damit über ausreichendes Angebot, sodass die Stärke des Energiemarktes allein kaum einen anhaltenden Preissprung auslösen dürfte.
Auch Malaysias kurzfristige Angebotsaussichten bleiben positiv. Daten des Malaysian Palm Oil Board zeigen eine stabile Produktion im ersten Halbjahr 2026, während die nationalen Palmölbestände im Juni auf 2,5 Millionen Tonnen stiegen. Dieses Volumen bietet dem Markt einen Puffer, selbst wenn Indonesien mehr Palmöl in die Biodieselproduktion lenkt.
Die malaysische Produktion erhöhte sich im Juni gegenüber Mai um 8% auf 1,63 Millionen Tonnen und folgte damit dem saisonalen Aufschwung, der gewöhnlich im März beginnt, teilte MPOC mit. Gegenüber Juni 2025 lag sie jedoch noch 3% niedriger. Damit sank die Produktion im vierten Monat in Folge im Jahresvergleich. Das saisonale Angebot erholt sich, hat das Vorjahresniveau aber noch nicht erreicht.
Exporte steigen im Monatsvergleich, bleiben aber unter Vorjahr
Malaysias Palmölexporte nahmen im Juni gegenüber Mai um 6,1% auf 1,20 Millionen Tonnen zu. Trotz dieser monatlichen Verbesserung lagen die Lieferungen noch 4% unter dem entsprechenden Vorjahresniveau. MPOC führte die schwächere Jahresbilanz auf den niedrigen Verbrauch von Ölen und Fetten in wichtigen Märkten wie China und Indien sowie auf die anhaltenden Folgen des Konflikts in Westasien zurück.
Nach Einschätzung von MPOC bleibt Palmöl unter den wichtigsten Pflanzenölen preislich am wettbewerbsfähigsten und könnte deshalb von der Nachfrage vor Deepavali profitieren. Für Produzenten und Händler wirken im August zwei gegenläufige Kräfte: Indonesiens B50-Programm und höhere Kraftstoffpreise stützen den Markt, während Malaysias Bestand von 2,5 Millionen Tonnen und der verhaltene Verbrauch in wichtigen asiatischen Abnehmerländern das Aufwärtspotenzial begrenzen.