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Palm, Soja und Kokos verursachen 75 % des Biodiversitätsverlusts durch Pflanzenöle

Palm, Soja und Kokos verursachen rund drei Viertel des Biodiversitätsverlusts im Zusammenhang mit Ölpflanzen, zeigt eine von Olhar Digital aufgegriffene Nature-Food-Studie. Der ökologische Fußabdruck von 19 wichtigen Ölpflanzen nahm von 1995 bis 2020 um etwa 80 % zu.

Palm, Soja und Kokos verursachen 75 % des Biodiversitätsverlusts durch Pflanzenöle

Drei Rohstoffe dominieren den Biodiversitätsfußabdruck

Palm, Soja und Kokos verursachen zusammen rund 75 % des Biodiversitätsverlusts, der mit der Produktion von Pflanzenölen verbunden ist. Das berichtet Olhar Digital über eine in Nature Food veröffentlichte Studie. Untersucht wurden die 19 wichtigsten Ölpflanzen; ihre Ausbreitung wurde mit einem kritischen Rückgang wild lebender Arten in Verbindung gebracht. Die Produktion dieser Kulturen betrifft laut Bericht etwa 1,5 % der gesamten Tier- und Pflanzenwelt des Planeten. Damit reichen die Folgen einer kleinen Gruppe international gehandelter Agrarrohstoffe weit über die bewirtschafteten Flächen hinaus.

Der ökologische Fußabdruck des Sektors wuchs zwischen 1995 und 2020 um etwa 80 %, angetrieben durch einen hohen Pro-Kopf-Verbrauch. Die Expansion verwandelt Naturlandschaften in standardisierte Monokulturen, zerschneidet Lebensräume und verringert Rückzugsräume für Raubtiere, Bestäuber und andere heimische Arten. Die kommerzielle Rentabilität fördert eine weitere Ausdehnung, besonders dort, wo Plantagen artenreiche tropische Wälder, Savannen und andere empfindliche Ökosysteme ersetzen.

Die Schäden konzentrieren sich auf tropische Produktionsregionen

Die geografischen Schwerpunkte der drei Kulturen unterscheiden sich. Soja breitet sich in Savannen und Wäldern Südamerikas aus, während Palm- und Kokosplantagen große Flächen in Asien einnehmen. In allen Fällen können vereinfachte Agrarlandschaften Böden verarmen lassen und Wildtiere verdrängen. Tropische Ökosysteme sind besonders gefährdet, weil sie eine außergewöhnlich hohe biologische Vielfalt aufweisen. Rodung und Zerschneidung natürlicher Vegetation können die Fortpflanzung bedrohter Tiere behindern und Ökosystemleistungen schwächen.

Nach Angaben von Olhar Digital gehören Industrieländer und große urbane Märkte zu den wichtigsten Abnehmern verarbeiteter Produkte mit Pflanzenölen. Ein erheblicher Teil der ökologischen Schäden verbleibt dagegen in tropischen Erzeugerregionen von Entwicklungsländern. Verbrauch und Umweltkosten fallen damit räumlich auseinander: Hersteller und Endkunden erhalten Lebensmittel, Kosmetik und andere Fertigwaren, während die Produktionsgebiete den Verlust von Lebensräumen und Arten tragen. Für globale Lieferketten gewinnen daher Rückverfolgbarkeit, prüfbare Herkunftsdaten und die Kontrolle von Landnutzungsänderungen an Bedeutung.

Ein Austausch der Ölsorte kann Schäden verlagern

Der Ersatz eines Pflanzenöls durch ein anderes bietet keine einfache Lösung. Dem Bericht zufolge benötigen Sonnenblumen und Raps erheblich mehr Fläche als Ölpalmen, um dieselbe Fettmenge zu erzeugen. Eine Umstellung zur Entlastung einer Produktionsregion könnte die Landnutzungsfolgen daher in andere Gebiete verlagern oder sogar verschärfen. Einkäufer und Verarbeiter müssen Ertrag, Produktionsstandort und Empfindlichkeit der Lebensräume gemeinsam bewerten, statt Öle allein nach dem Ruf der jeweiligen Kultur auszuwählen.

Zu den diskutierten Maßnahmen gehören Agroforstsysteme, eine verantwortungsvolle Bodenbewirtschaftung und eine strengere Kontrolle der Lieferketten, um die Erschließung weiterer Naturflächen zu begrenzen. Der Bericht verweist zudem auf biotechnologische Forschung an stabilen synthetischen Alternativen aus modifizierten Hefen. Auf politischer Ebene werden internationale Handelsabkommen mit Sanktionen für entwaldungsgebundene Produkte, prüfbare Herkunftsnachweise, Finanzierungsbeschränkungen für Unternehmen mit Umweltverstößen, eine stärkere lokale Aufsicht und zusätzliche Schutzgebiete vorgeschlagen. Dadurch könnten die Nachweis- und Compliance-Anforderungen für Erzeuger, Verarbeiter, Händler und Konsummarken steigen, besonders in den Lieferketten für Palm, Soja und Kokos. Entscheidend ist, den Biodiversitätsverlust zu begrenzen, ohne die Nachfrage auf Alternativen zu lenken, die für dieselbe Produktionsmenge mehr Land benötigen.

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