← Zurück zu den Nachrichten

Pakistan schreibt 750.000 Tonnen Weizen aus, während Mehlpreise steigen

Pakistan hat eine internationale Ausschreibung über 750.000 Tonnen Weizen veröffentlicht, um einem möglichen Engpass zu begegnen. In Karatschi stieg der Großhandelspreis auf 132 Rupien je Kilogramm; ein 50-Kilogramm-Sack Mehl kostet regional bis zu 8.000 Rupien.

Pakistan schreibt 750.000 Tonnen Weizen aus, während Mehlpreise steigen

Importausschreibung soll möglichen Engpass abfedern

Pakistans Bundesregierung hat beschlossen, 750.000 Tonnen Weizen zu importieren, um einem möglichen Versorgungsengpass zu begegnen, berichtet Samaa. Die Trading Corporation of Pakistan veröffentlichte eine internationale Ausschreibung. Die technischen Angebote sollen am 16. September im Beisein der Bieter oder ihrer bevollmächtigten Vertreter geöffnet werden.

Die Menge wird auf drei Provinzen verteilt: Sindh erhält 300.000 Tonnen, Punjab 250.000 Tonnen und Khyber Pakhtunkhwa 200.000 Tonnen. Die Behörden erwarten, dass die Käufe die Verfügbarkeit auf dem Binnenmarkt verbessern. Unternehmen, die frühere Verpflichtungen gegenüber der Trading Corporation of Pakistan nicht erfüllt haben, dürfen nur teilnehmen, wenn sie offene Beträge und Strafen vor der Angebotseröffnung begleichen. Firmen, gegen die bereits ein Ausschlussverfahren läuft, bleiben ebenfalls außen vor.

Mehl verteuert sich trotz erheblicher Ernte

Die Importentscheidung fällt in eine Phase steigender Weizen- und Mehlpreise, obwohl Daily Pakistan von einer guten Ernte spricht. Im Großhandel von Karatschi verteuerte sich Weizen innerhalb von vier Monaten von 90 auf 132 Rupien je Kilogramm, ein Plus von 42 Rupien. Mehl der Kategorie 2.5 stieg um 55 Rupien auf 155 Rupien je Kilogramm, Feinmehl um 45 Rupien auf 157 Rupien und steingemahlenes Mehl um 45 Rupien auf 180 Rupien. In einigen Regionen erreichte ein 50-Kilogramm-Sack Mehl 8.000 Rupien.

Branchenvertreter führen den Anstieg auf Deregulierung, den fehlenden Stützpreis, Hortung, schwache Lieferketten und unzureichende Lagerung zurück. Khalid Hussain, Vorsitzender von Kisan Ittehad, sagte, Mehl habe sich in Sindh, Belutschistan, Khyber Pakhtunkhwa und Punjab verteuert, was Landwirte und Verbraucher gleichermaßen belaste. Rauf Ibrahim, Vorsitzender des Großhandelsverbands für Lebensmittel, bezeichnete die geplanten 750.000 Tonnen als unzureichend und rechnet nicht mit einer Ankunft des Importweizens vor November.

Der hohe Verbrauch erklärt einen Teil des Drucks. Samaa beziffert den Jahresverbrauch auf rund 31,3 Millionen Tonnen und die Produktion des Vorjahres auf 29,61 Millionen Tonnen. Daraus ergibt sich eine Lücke von etwa 1,7 Millionen Tonnen. Daily Pakistan nennt separat eine Jahresproduktion von ungefähr 30 Millionen Tonnen und einen Verbrauch von nahezu 31 Millionen Tonnen. Laut Samaa verfügte die Pakistan Agricultural Storage and Services Corporation in der ersten Juliwoche über 1,708 Millionen Tonnen Vorräte. Karatschi benötigt nach Angaben von Daily Pakistan täglich rund 12.000 Tonnen Weizen, Sindh insgesamt 24.000 Tonnen.

Lagerqualität belastet Exporterlöse

Pakistan baut kommerziell keinen gentechnisch veränderten Weizen an, erzielt dafür im Ausland jedoch keinen Aufschlag. Muhammad Daniyal, Landeschef von LDC Pakistan, sagte, vergleichbarer Weizen werde am Weltmarkt für rund 290 $ je Tonne verkauft, während pakistanischer Weizen gewöhnlich nur knapp 270 $ erziele. Käufer berücksichtigen Qualitätsrisiken, anstatt für den gentechnikfreien Status mehr zu zahlen. Unzureichende Lagerung erhöht die Gefahr von Feuchtigkeit und Schädlingsbefall und mindert damit den Exportwert.

Lager- und Beschaffungspolitik bleiben deshalb entscheidend für den Marktausblick. Daily Pakistan zufolge bot Punjab dem Privatsektor an, im April und Mai Weizen für 3.500 Rupien je 40 Kilogramm zu kaufen. Die Provinzregierung wollte zudem rund 70 % der Finanzierungskosten KIBOR-gebundener Lagerkredite tragen. Viele Kleinbetriebe, mangelhafte Lagerhäuser, offene Lagerplätze und ein Mangel an modernen Silos führen jedoch weiterhin zu Verlusten und erschweren den Weg des Getreides vom Hof zum Verbraucher.

Vollständige Marktanalyse

Wir verwenden Cookies, um Ihr Surferlebnis zu verbessern, personalisierte Inhalte bereitzustellen und unseren Traffic zu analysieren. Durch Klicken auf "Alle akzeptieren" stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Sie können Ihre Einstellungen verwalten oder mehr erfahren in unserer Datenschutzrichtlinie.