Ost-Aserbaidschan sucht neue Exportmärkte für 650.000 bis 700.000 Tonnen Äpfel
Ost-Aserbaidschan erwartet in diesem Jahr eine Apfelernte von 650.000 bis 700.000 Tonnen, von der rund 35 bis 40 % auf Maragheh entfallen. Für mehr Absatz in Russland, Süd- und Zentralasien, dem Irak und den Golfstaaten fehlen Sortier-, Verpackungs- und Verarbeitungskapazitäten.
Mehr Ertrag trotz Wetter- und Wasserproblemen
Ost-Aserbaidschan sucht zusätzliche Auslandsmärkte für eine Apfelernte, die in diesem Jahr voraussichtlich 650.000 bis 700.000 Tonnen erreicht. Laut der Nachrichtenagentur Mehr verfügt die iranische Provinz über rund 53.000 Hektar Apfelplantagen, von denen mehr als 52.000 Hektar Ertrag bringen. Unter günstigen klimatischen Bedingungen wird das Produktionspotenzial auf 800.000 bis 850.000 Tonnen geschätzt, doch Wetterschäden haben die aktuelle Prognose reduziert.
Shahram Shafiei, Leiter der provinziellen Agrarorganisation, nannte Maragheh, Ahar, Mianeh, Marand und Täbris als wichtigste Anbauzentren. Maragheh liegt mit einem Anteil von etwa 35 bis 40 % an der Apfelproduktion Ost-Aserbaidschans an erster Stelle. Die Behörden erwarten für die Provinz ein Plus von etwa 15 bis 20 % gegenüber dem Vorjahr; für Maragheh wird ein Anstieg um rund 30 % gemeldet.
Maragheh trägt das Exportprogramm
In Maragheh sind mehr als 18.000 Hektar mit Apfelbäumen bepflanzt. Von Mehr zitierte Schätzungen beziffern die Jahresproduktion auf 230.000 bis 300.000 Tonnen, während die örtliche Agrarbehörde 250.000 bis 300.000 Tonnen angibt. Die Höhenlage der Plantagen an den Südhängen des Sahand und große Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht verbessern nach Angaben der Behörden Farbe, Geschmack und Lagerfähigkeit der Äpfel.
Red Delicious und Golden Delicious gehören zu den wichtigsten Sorten. Die Erzeuger pflanzen inzwischen auch neuere Sorten, um die Marktakzeptanz zu erhöhen. Rund 10 % der Ernte entfallen auf Fallobst oder niedrigere Qualitäten, die zu Konzentrat und Püree verarbeitet werden. Premiumäpfel erzielen günstigere Marktbedingungen, während Ware zweiter Klasse und Fallobst stärkeren Preisschwankungen ausgesetzt sind und sich die Ernte mitunter nicht lohnt.
Indien, Pakistan, Afghanistan, Kasachstan, Russland und die Vereinigten Arabischen Emirate sind etablierte Abnehmer von Äpfeln aus Maragheh. Potenzial sehen die Behörden außerdem im Irak, in weiteren Golfstaaten und in Zentralasien. Die im Bericht genannten Exportzahlen beziehen sich auf unterschiedliche Zeiträume: Eine Passage nennt rund 1.600 Tonnen in den ersten drei Monaten des Jahres 1404 und etwa 9.500 Tonnen im Gesamtjahr. Eine andere spricht von mehr als 9.000 Tonnen im Jahr 1404 und über 10.000 Tonnen in den ersten zwei Monaten des laufenden Jahres.
Sortierung und Verarbeitung bleiben zurück
Maragheh verfügt derzeit über zwei mechanisierte Sortieranlagen mit einer gemeinsamen Jahreskapazität von lediglich 5.000 bis 6.000 Tonnen. Der exportbezogene Bedarf wird auf 15.000 bis 20.000 Tonnen pro Jahr geschätzt. Die Lücke ist erheblich, weil einheitliche Sortierung und Verpackung Voraussetzung dafür sind, Premiumware auf entfernten Märkten abzusetzen und den Anteil der Erzeuger am Endverkaufswert zu erhöhen.
Die örtlichen Konzentrat- und Püreeanlagen verarbeiten jährlich etwa 4.500 bis 5.000 Tonnen. Ein neues Werk soll rund 10.000 Tonnen hinzufügen und die Gesamtkapazität auf ungefähr 15.000 Tonnen steigern. Nach Einschätzung der Behörden benötigt Maragheh jedoch etwa 30.000 Tonnen. Mehr Produktion von Konzentrat, Pektin, Fruchtchips und Essig könnte zusätzliche Äpfel geringerer Qualität aufnehmen und die Abhängigkeit vom Verkauf unverarbeiteter Früchte verringern.
Höhere Preise für Betriebsmittel, Pflanzenschutzmittel und Dünger sowie steigende Transport-, Verpackungs- und Arbeitskosten belasten die Erzeuger. Langfristig bleibt die Wasserverfügbarkeit ein Engpass. Die Behörden fördern Druck- und Tröpfchenbewässerung, bessere Wasserkanäle, die Erneuerung schwacher Plantagen sowie ausgewogene Düngung und fachgerechten Schnitt. Für Exporteure entscheidet sich der Erfolg daran, ob Investitionen in Sortierung, Kühlkette und Verarbeitung mit einer Ernte von mehreren Hunderttausend Tonnen Schritt halten.