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Olam Agri steigt mit Futterlinie Tru-Value in Nigerias Rindermarkt ein

Der singapurische Agrarkonzern Olam Agri hat in Nigeria mit Tru-Value seine erste Rinderfutterlinie gestartet: drei Produkte für Mast, Endmast und höhere Milchleistung. Im Bundesstaat Kwara betreibt das Unternehmen bereits Kapazitäten von 800.000 Tonnen Geflügelfutter und über 150.000 Tonnen Fischfutter. Nigerias Trockenmasse-Defizit liegt bei 8,33 % des nationalen Bedarfs.

Olam Agri steigt mit Futterlinie Tru-Value in Nigerias Rindermarkt ein

Der in Singapur ansässige Agrarkonzern Olam Agri ist mit der Futterlinie Tru-Value in Nigerias Markt für Wiederkäuerfutter eingestiegen, berichtet Ecofin Agency. Unter Berufung auf eine Unternehmensmitteilung vom 11. September schreibt das Medium, die Linie sei im Bundesstaat Kaduna gestartet worden und umfasse drei Produkte für Rindermast, Endmast und höhere Milchleistung.

Der Start erweitert das Geschäftsfeld Integrated Feed & Protein (IFP) von Olam Agri, das sich bislang auf Geflügel und Aquakultur konzentrierte. Nach Unternehmensangaben betreibt Olam Agri zwei Produktionsstandorte im Bundesstaat Kwara mit Jahreskapazitäten von 800.000 Tonnen Geflügelfutter und mehr als 150.000 Tonnen Fischfutter. Tru-Value ist das erste speziell auf Wiederkäuer zugeschnittene Angebot des Konzerns im Land.

Politischer Kurs zur kommerziellen Tierhaltung

Der Einstieg fällt zusammen mit dem Vorhaben der Regierung, die Produktivität der Tierhaltung zu steigern und die kommerzielle Erzeugung auszubauen – ein Kurs, der die Nachfrage nach Mast- und Milchviehfutter erhöhen dürfte. Seit 2025 erklärt Abuja laut Ecofin Agency, die nationale Milchproduktion bis 2030 auf knapp 1,4 Millionen Tonnen verdoppeln zu wollen. Mischfutter ist der zentrale Input für Mastbetriebe und für Milchviehherden, die ortsfest gehalten und nicht zwischen Saisonweiden getrieben werden.

Futterangebot liegt 17,7 Millionen Tonnen unter Bedarf

Dem Ziel steht ein landesweiter Futtermangel entgegen. Der vom Bundesministerium für Viehwirtschaftsentwicklung gemeinsam mit dem International Livestock Research Institute (ILRI) erarbeitete und im April 2026 verabschiedete Livestock Master Plan 2026-2040 beziffert die jährlich verfügbare Trockenmasse auf rund 194,7 Millionen Tonnen bei einem Bedarf von 212,4 Millionen Tonnen. Die Lücke von 17,7 Millionen Tonnen entspricht 8,33 % des nationalen Bedarfs.

Die Menge ist nur ein Teil des Problems. Der Master Plan hält fest, dass ein erheblicher Anteil der verfügbaren Biomasse einen niedrigen Gehalt an umsetzbarer Energie aufweist. Das mindert den Futterwert und begrenzt Zunahmen und Milchleistung selbst dort, wo Futter mengenmäßig vorhanden ist.

Größtes Defizit in der Trockensavanne

Der Mangel konzentriert sich auf die agroökologische Zone der Trockensavanne, die 53 % des nationalen Wiederkäuerbestands in 13 Bundesstaaten hält, darunter Sokoto, Kebbi, Zamfara und Katsina. Das Trockenmasse-Defizit der Zone beträgt 44,7 Millionen Tonnen und entspricht 37 % ihres Bedarfs, da die Futterverfügbarkeit stark saisonal schwankt und das Futter der Trockenzeit meist energiearm ist.

Bestandswachstum bis 2040

  • Rinder: rund 61 Millionen Tiere im Referenzjahr, bis 2040 steigend auf 75 Millionen – ein Plus von etwa 22 %.
  • Schafe: Zuwachs um knapp 59 % auf 110 Millionen Tiere bis 2040.
  • Ziegen: Zuwachs um 42 % auf 199 Millionen Tiere bis 2040.

Wachsende Tierzahlen bedeuten steigende Futternachfrage bei weiterhin unzureichendem Angebot. Genau darauf zielt Olam Agri mit vorhandenen Kapazitäten, Vertriebsnetz und Rohstoffzugang.

Schwieriger ist es, den Mangel in Absatz von Mischfutter zu überführen. Ein großer Teil der nigerianischen Tierhaltung stützt sich weiterhin auf Weide und lokal verfügbares Futter; die Akzeptanz industrieller Produkte hängt von Preis, Verfügbarkeit und den erzielten Leistungszuwächsen ab. Mit Tru-Value macht Olam Agri den ersten Schritt in ein Segment, das mit wachsenden Tierbeständen und zunehmender Kommerzialisierung der Erzeugung größer werden dürfte.

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