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Österreichs Sägewerke und Holzhändler fordern Entlastung bei schwacher Baunachfrage

Österreichs Sägewerke und Holzhändler fordern Unterstützung für die Bauwirtschaft, niedrigere Regulierungskosten und eine stärkere Holznutzung, da die schwache Baunachfrage die Erträge belastet. Die Branche verlangt zudem eine praxisnahe Umsetzung der EU-Entwaldungsverordnung und Maßnahmen zur Förderung einer aktiven Waldbewirtschaftung.

Österreichs Sägewerke und Holzhändler fordern Entlastung bei schwacher Baunachfrage

Schwacher Baumarkt belastet Verarbeiter

Österreichs Sägewerke und Holzhändler drängen die Politik zu Maßnahmen zum Schutz der heimischen Holzverarbeitung, da die schwache Baunachfrage, hohe Kosten und wachsende regulatorische Anforderungen die Rentabilität beeinträchtigen.

Anlässlich des Internationalen Tags des Holzes 2026 erklärte Markus Schmölzer, Vorsitzender der österreichischen Sägeindustrie, die Unternehmen seien mit einer Kombination aus gedämpfter Nachfrage, hohen Kosten und zunehmender Regulierungsdichte konfrontiert. Die Wirtschaftskammer Österreich, kurz WKO, berichtete, die Branche sei weiterhin robust, doch ihre Ertragslage sei angespannt und der Ausblick verhalten.

Der anhaltende Abschwung im Hochbau ist das zentrale Nachfrageproblem. Schmölzer zufolge ist noch keine echte Trendwende erkennbar, während internationale Krisen für zusätzliche Unsicherheit sorgen, Lieferketten stören und die Kosten erhöhen. Die Branche fordert daher von der Regierung, Neubau und Sanierungen anzukurbeln, ohne Investoren mit zusätzlichen Kosten oder Auflagen zu belasten.

Österreichs Sägeindustrie umfasst mehr als 1,000 Betriebe, viele davon in Familienbesitz, und beschäftigt rund 10,000 Menschen, überwiegend im ländlichen Raum. Laut WKO erzielte die Branche 2025 einen Produktionswert von €3.1 billion.

Exportdynamik weicht höheren Frachtkosten

Der Holzhandel erlebt einen gespaltenen Markt. Franz Teuschler, Vorsitzender des österreichischen Holzhandels, erklärte, das Rundholzgeschäft entwickle sich positiv, während die Nachfrage nach verarbeitetem Bauholz niedrig bleibe.

Die Exportentwicklung hatte 2025 für Unterstützung gesorgt. Die WKO zitierte Teuschler mit den Worten, die Lieferungen hätten sich sehr positiv entwickelt, angeführt vom Wachstum auf Österreichs traditionellen europäischen Märkten. Nach der militärischen Eskalation am Persischen Golf sei die Nachfrage jedoch zurückgegangen, während die Frachtkosten stark gestiegen seien. Der Handel rechnet nun für 2026 mit niedrigeren Umsätzen und Margen.

In diesem Umfeld sind Holzhändler laut WKO zunehmend auf Flexibilität, breite Sortimente und Lieferfähigkeit angewiesen. Österreichs Holzhandel zählt rund 5,000 Mitglieder und ist Teil eines größeren Verbands für Baustoff-, Eisen- und Holzhandel, der mehr als 21,000 Unternehmen vertritt.

Die gesamte österreichische Holzindustrie umfasst mehr als 1,250 Verarbeitungsunternehmen aus den Bereichen Sägewerke, Möbel, Platten, Bauprodukte, Ski und Palettenproduktion. Diese Unternehmen beschäftigen laut WKO etwa 25,200 Menschen, stellen Produkte im Wert von rund €10 billion her und erwirtschaften einen Außenhandelsüberschuss von €1.95 billion. Mehr als 444,000 Menschen arbeiten entlang der österreichischen Forst- und Holzwertschöpfungskette.

Branche nimmt EU-Regulierungslast ins Visier

Die Regulierung ist ein weiterer Schwerpunkt der Branchenforderungen. Laut WKO haben die Ende 2025 erreichten Änderungen einige der gravierendsten erwarteten Verwaltungslasten im Rahmen der EU-Entwaldungsverordnung, kurz EUDR, verringert. Dennoch bestehen für Waldbesitzer und Unternehmen entlang der europäischen Holzlieferketten weiterhin zusätzliche Nachweis- und Dokumentationspflichten.

Teuschler forderte eine einfache, rechtssichere und praxistaugliche Umsetzung. Die Branche argumentiert, zusätzliche Pflichten seien insbesondere in Ländern wie Österreich schwer zu rechtfertigen, da dort nach ihrer Einschätzung kein wesentliches Entwaldungsrisiko bestehe und nationale Vorschriften bereits eine nachhaltige Waldbewirtschaftung gewährleisteten.

Schmölzer kritisierte zudem die allgemeine Flut an EU-Regulierung. Er verwies auf die Verpackungs- und Verpackungsabfallverordnung und erklärte, Unternehmen müssten diese bereits anwenden, obwohl auf europäischer Ebene noch mehr als 30 delegierte Rechtsakte ausstünden. Nach Ansicht der Branche beseitigt eine Verschiebung von Fristen nicht die zugrunde liegenden Compliance-Kosten.

Holznutzung mit Walderneuerung verknüpft

Die Branche verbindet ihre regulatorischen Forderungen mit einem Appell für eine stärkere Holznutzung und aktive Waldbewirtschaftung. Laut WKO kann der von wachsenden Bäumen aufgenommene Kohlenstoff über Jahre gespeichert bleiben, wenn Holz zu Gebäuden, Bauteilen oder Möbeln verarbeitet wird. Holz kann zudem Materialien ersetzen, deren Herstellung höhere CO₂-Emissionen verursacht.

Die Branche argumentiert, dass die nachhaltige Ernte von Bäumen für langlebige Produkte Raum für neues Wachstum schafft, das zusätzlichen Kohlenstoff bindet. Zudem hält sie die Walderneuerung für zunehmend wichtig, da Dürre, Hitze, Stürme, Schädlinge und Waldbrände ältere und weniger widerstandsfähige Bestände unter Druck setzen.

Schmölzer erklärte, eine aktive Waldbewirtschaftung und eine stärkere Holznutzung seien notwendig, um Österreichs Ziel der Klimaneutralität bis 2040 zu unterstützen. Für Sägewerke hat die politische Debatte auch eine direkte industrielle Dimension: Gesunde, produktive Wälder bilden langfristig die Rohstoffbasis für Verarbeiter, Händler und nachgelagerte Hersteller.

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