Österreich stellt bis zu 200 Millionen Euro für vierte EU-Wasserstoffauktion bereit
Österreich will für die vierte Wasserstoffauktion der EU im Dezember 2026 bis zu 200 Millionen Euro an nationalen Fördermitteln bereitstellen, halb so viel wie 2024. Derselbe EAG-Monitoringbericht zeigt, dass der Anteil erneuerbarer Energien am Stromverbrauch 2025 auf 78 Prozent sank, nach 94 Prozent im Vorjahr.
Österreich will für die vierte Wasserstoffauktion der Europäischen Union, die voraussichtlich im Dezember 2026 stattfindet, bis zu 200 Millionen Euro an nationalen Fördermitteln bereitstellen. Das berichtet boerse-express.com unter Berufung auf Unterlagen zum aktuellen Monitoringbericht des Erneuerbaren-Ausbau-Gesetzes (EAG). Die Förderung soll erneut über das bereits 2024 angewandte Modell „Auction-as-a-Service" laufen.
200 Millionen Euro für die vierte EU-Auktion
Die EU-Kommission hat für diese Auktionsrunde ein Gesamtbudget von 500 Millionen Euro vorgesehen. Davon sind 350 Millionen Euro für erneuerbaren Wasserstoff (RFNBO) und 150 Millionen Euro für RFNBO- oder elektrolytischen Low-Carbon-Wasserstoff reserviert. Über Auction-as-a-Service können Mitgliedstaaten nationale Mittel für heimische Projekte nachschießen, die das europäische Bieterverfahren bestehen.
In der vorangegangenen Runde 2024 stellte der Bund bis zu 400 Millionen Euro bereit. Vier österreichische Projekte mit einer kombinierten Elektrolyseleistung von 171 MW erhielten Förderzusagen über insgesamt rund 275 Millionen Euro. Die neue Obergrenze von 200 Millionen Euro entspricht der Hälfte des damaligen Betrags.
Zu den geförderten Vorhaben zählt ein Projekt der OMV, das jährlich bis zu 28.000 Tonnen grünen Wasserstoff für die Raffinerie Schwechat produzieren soll. Das Projektvolumen beläuft sich auf 600 Millionen Euro und kombiniert eine nationale Förderung von 123 Millionen Euro mit einem EIB-Darlehen über 450 Millionen Euro. Das Projekt Hy4IND der Wiener Stadtwerke erhielt den Zuschlag mit einer Förderprämie von 0,98 Euro je Kilogramm. Die Auszahlung läuft über maximal zehn Jahre und richtet sich nach der tatsächlich zertifizierten Produktion.
Erneuerbaren-Anteil am Verbrauch sinkt auf 78 Prozent
Der EAG-Monitoringbericht 2026 der Regulierungsbehörde E-Control belegt einen deutlichen Ausbau der erneuerbaren Erzeugungskapazitäten. Zwischen 2021 und 2025 wurden rund 10.200 MW an zusätzlicher Leistung installiert, womit der rechnerische Zielpfad des EAG um etwa ein Viertel übertroffen wurde. Besonders stark wuchs die Photovoltaik: Die Erzeugung stieg 2025 gegenüber dem Vorjahr um 28 Prozent auf 9,8 TWh, allein 1.600 MW an neuer Leistung kamen hinzu.
Trotz des Zubaus sank der Anteil erneuerbarer Energien am österreichischen Stromverbrauch 2025 auf 78 Prozent, nach 94 Prozent im Jahr 2024. Die E-Control führt dies vor allem auf einen Rückgang der Wasserkrafterzeugung um 26,6 Prozent auf 24,4 GWh zurück, den niedrigsten Wert seit 2020. Für das Ziel 2030 sind laut Behörde weitere 27 TWh nötig, was einem jährlichen Zubau von 1.640 MW mit folgender Aufteilung entspricht:
- Photovoltaik: 1.100 GWh
- Windkraft: 1.000 GWh
- Wasserkraft: 500 GWh
- Biomasse: 100 GWh
Am weitesten zurück liegen die erneuerbaren Gase. Das Ziel für 2030 beträgt 5 TWh, die Einspeisung belief sich 2025 auf lediglich 0,16 TWh.
Netzanschlussanfragen für Batterien über 30.000 MW
Speicher rücken ins Zentrum der künftigen Energiestrategie. Bis Mitte 2026 verzeichnete die E-Control Netzanschlussanfragen für Batteriespeicher mit einer Gesamtkapazität von über 30.000 MW, was einer bis zu zehnfachen Überzeichnung entspricht.
Ab dem 1. Oktober 2026 sollen neue Regeln für Bürgerenergiemodelle und den Peer-to-Peer-Stromhandel gelten. Die Zahl der Erneuerbare-Energie-Gemeinschaften stieg bis Mitte 2026 auf knapp 6.000.
Netzentgelte als nächster Streitpunkt
Bei den Netzentgelten plant die Regulierungsbehörde für die erste Oktoberhälfte 2026 den Beschluss einer Grundsatzverordnung. Der Branchenverband PV&B Austria kritisierte die geplanten Regelungen zur Netzentgeltbefreiung: Eigenständige Batteriespeicher sollen unter bestimmten Bedingungen entlastet werden, Hybrid-Speicher an PV- oder Windanlagen dagegen nicht.
Der Verband verwies darauf, dass Batteriespeicher langfristig bis zu 15 Milliarden Euro an Netzkosten einsparen könnten, und forderte, die Befreiungen an der tatsächlichen Netzentlastung statt an der Projektform zu bemessen.