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Österreichs Sägewerke leiden unter Bauflaute, hohen Kosten und mehr Regulierung

Österreichs Sägeindustrie und Holzhandel rechnen 2026 mit anhaltendem Druck durch die schwache Baukonjunktur, geopolitische Konflikte und höhere Frachtkosten. Die Branche fordert einfachere Vorschriften, bessere Investitionsbedingungen und eine stärkere Verwendung von Holz im Bau.

Österreichs Sägewerke leiden unter Bauflaute, hohen Kosten und mehr Regulierung

Bauflaute schwächt die Holznachfrage

Österreichs Sägeindustrie und Holzhandel gehen mit schwacher Bautätigkeit, hohen Kosten und zunehmenden regulatorischen Anforderungen in das Jahr 2026. Die Schwäche im Hochbau hält an, eine nachhaltige Trendwende ist aus Sicht der Branchenvertreter weiterhin nicht erkennbar.

Markus Schmölzer, Vorsitzender der österreichischen Sägeindustrie, erklärte beim Internationalen Holztag 2026, dass geringe Nachfrage, hohe Kosten und die wachsende Regulierungsdichte die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Betriebe beeinträchtigten. Internationale Krisen sorgen zusätzlich für Unsicherheit, belasten Lieferketten und erhöhen die Kosten. Die Sägeindustrie gilt zwar weiterhin als robust, ihre Ertragslage bleibt jedoch angespannt.

Export verliert nach einem starken Jahr 2025 an Schwung

Der Holzhandel zeigt ein geteiltes Bild. Franz Teuschler, Vorsitzender des österreichischen Holzhandels, berichtete von einer positiven Entwicklung im Rundholzhandel. Bei verarbeitetem Holz für den Bau bleibt die Nachfrage dagegen niedrig. Flexibilität, ein breites Sortiment und verlässliche Lieferfähigkeit gewinnen deshalb für Groß- und Einzelhändler an Bedeutung.

Die Exporte entwickelten sich 2025 erfreulich, besonders in Österreichs traditionellen europäischen Hauptmärkten. Nach Angaben Teuschlers brach die Nachfrage infolge der militärischen Eskalation am Persischen Golf jedoch ein, während die Frachtkosten massiv stiegen. Der Holzhandel erwartet daher 2026 geringere Umsätze und Margen. Für die exportorientierte Branche ist das erheblich: Die gesamte österreichische Holzindustrie erzielt einen Außenhandelsüberschuss von 1,95 Milliarden Euro.

Branche verlangt Investitionsimpulse und einfachere Regeln

Die Branchenvertreter fordern von der Politik bessere Rahmenbedingungen für Investitionen und Wachstum sowie Impulse für Neubau und Sanierung. Zusätzliche Kosten und Vorgaben dürften Bauprojekte nicht weiter erschweren. Auch die Umsetzung neuer Vorschriften bereitet Sorgen. Schmölzer verwies auf die EU-Entwaldungsverordnung EUDR und die Verpackungsverordnung PPWR. Letztere ist seit mehreren Wochen anzuwenden, obwohl auf EU-Ebene noch mehr als 30 delegierte Rechtsakte fehlen.

Die Ende 2025 beschlossenen Anpassungen entschärften einige der größten administrativen Belastungen der EUDR. Zusätzliche Nachweis- und Dokumentationspflichten bleiben für Waldbesitzer und Unternehmen entlang der europäischen Lieferketten jedoch bestehen. Teuschler fordert eine einfache, rechtssichere und praxistaugliche Umsetzung, insbesondere in Ländern wie Österreich, wo nach Einschätzung der Branche kein relevantes Entwaldungsrisiko besteht und nachhaltige Waldbewirtschaftung bereits national geregelt ist.

Heimische Kapazitäten und Waldbewirtschaftung

Die österreichische Sägeindustrie besteht aus mehr als 1.000 Betrieben und beschäftigt rund 10.000 Menschen, vor allem im ländlichen Raum. Ihr Produktionswert belief sich 2025 auf 3,1 Milliarden Euro. Die gesamte Holzindustrie umfasst mehr als 1.250 Verarbeitungsunternehmen mit rund 25.200 Beschäftigten und stellt Produkte im Wert von etwa 10 Milliarden Euro her. In der Wertschöpfungskette Forst und Holz arbeiten mehr als 444.000 Menschen.

Die Branche verbindet ihre Wettbewerbsfähigkeit zudem mit Österreichs Ziel der Klimaneutralität bis 2040. Aktive Waldbewirtschaftung und eine stärkere Nutzung von Holz in Gebäuden, Bauteilen und Möbeln könnten Kohlenstoff länger in Produkten binden und emissionsintensivere Materialien ersetzen. Zugleich wird die Waldverjüngung dringlicher, weil Trockenheit, Hitze, Stürme, Schädlinge und Brände ältere und weniger widerstandsfähige Bestände bedrohen. Gesunde Wälder sichern den Sägewerken langfristig den Rohstoff und sind eine Voraussetzung dafür, Verarbeitungskapazitäten im Inland zu erhalten.

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