Ölpreisanstieg stützt Soja und Mais in Chicago, Weizen gibt nach
Soja- und Maisfutures in Chicago legten zu, weil höhere Rohölpreise die Erwartungen für Biodiesel und Ethanol verbesserten. Weizen geriet unter Druck, nachdem das USDA seine Ernteprognosen für Australien, Kanada und Argentinien angehoben hatte.
Biokraftstoffe verbinden Agrar- und Ölmarkt
Die Soja- und Maisfutures in Chicago starteten mit moderaten Gewinnen in die Woche. Der rasche Anstieg der Rohölpreise verbesserte die Erwartungen für den Ethanol- und Biodieselsektor. Terre-net zufolge folgte die Bewegung am Energiemarkt auf eine weitere Eskalation des Konflikts im Nahen Osten am Wochenende. Dazu zählten schwere Angriffe auf eine Ölpipeline in Saudi-Arabien und die Übernahme der Kontrolle über die Meerenge Bab al-Mandab durch die Huthi-Rebellen aus dem Jemen.
Die Verbindung zum Rohöl ist relevant, weil Mais ein wichtiger Rohstoff für die US-Ethanolproduktion ist und Sojaöl zur Herstellung von Biodiesel und anderen erneuerbaren Kraftstoffen dient. Höhere Ölpreise können deren relative Wirtschaftlichkeit verbessern. Wie stark Agrarfutures davon profitieren, hängt jedoch auch von den Verarbeitungsmargen, der staatlichen Politik und der tatsächlichen Kraftstoffnachfrage ab.
Sojainspektionen übertreffen die Erwartungen
Zusätzliche Unterstützung für Soja kam aus dem physischen Handel. Die wöchentlichen Inspektionen in US-Häfen erreichten laut Terre-net 673.000 Tonnen und übertrafen damit die Markterwartungen. Die Maisinspektionen lagen bei 1,53 Millionen Tonnen und entsprachen dem Konsens. Auch die Weizeninspektionen von 457.000 Tonnen lagen im Rahmen der Erwartungen.
Die Zahlen zeigen, dass in dieser Woche mehr US-Soja als erwartet in den Exportkanal gelangte. Für Händler und Verarbeiter begründet eine einzelne Woche jedoch noch keinen dauerhaften Nachfragetrend. Weitere Verschiffungen, die Nachfrage in den Zielländern und der Wettbewerb mit anderen Erzeugerländern werden darüber entscheiden, ob die Verbesserung die Preise länger stützen kann.
Höhere Ernteprognosen belasten Weizen
Weizen entwickelte sich in die entgegengesetzte Richtung. Belastend wirkte weiterhin der jüngste monatliche Bericht des US-Landwirtschaftsministeriums zur weltweiten Angebots- und Nachfragelage. Nach Angaben von Terre-net hob das USDA seine Ernteschätzungen für Australien und Kanada sowie für Argentinien deutlich an. Das größere Angebot könnte den durch den Krieg zwischen Russland und der Ukraine verursachten Verlust an Exportpotenzial aus der Schwarzmeerregion ausgleichen.
Die Prognose für die US-Exporte 2026/27 blieb unverändert. Terre-net führte dies auf eine besonders schwache US-Ernte und weiterhin hohe amerikanische Preise im Vergleich mit anderen Herkünften zurück. Damit steht US-Weizen unter dem Druck von Anbietern mit größeren Ernten und wettbewerbsfähigeren Offerten, obwohl Störungen am Schwarzen Meer einen Teil des globalen Exportangebots begrenzen.
Zum Handelsschluss in Chicago sank der Dezemberkontrakt 2026 für Soft Red Winter Wheat um 3,25 US-Cent je Bushel auf 7,22 $ je Bushel. Mais zur Lieferung im Dezember 2026 gewann 3,0 US-Cent auf 5,33 $ je Bushel. Sojabohnen für November 2026 stiegen um 7,75 US-Cent auf 13,04 $ je Bushel. Die Sitzung spiegelte zwei unterschiedliche Faktoren wider: Der feste Energiemarkt und die Sojaexporte stützten Mais und Ölsaaten, während die Aussicht auf mehr Weizen außerhalb der USA dessen Futures belastete.