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Ölpreis schwankt wegen Iran-Kriegsrisiko, Goldman warnt vor weiteren Rohstoffschocks

Die Ölpreise schossen aus Angst vor einer Ausweitung des Iran-Konflikts nach oben, bevor sie sich wieder abschwächten, nachdem Präsident Trump andeutete, der Krieg könnte bald enden – auch der Goldpreis gab nach. Goldman Sachs sieht darin einen Vorgeschmack auf eine neue Ära, in der nicht mehr nur Öl, sondern auch Stromnetze und Metalle wie Kupfer, Lithium und Aluminium zur Quelle plötzlicher Preisschocks werden.

Ölpreis schwankt wegen Iran-Kriegsrisiko, Goldman warnt vor weiteren Rohstoffschocks

Rohöl schwankt zwischen Kriegsrisiko und Hoffnung auf Waffenruhe

Die globalen Ölmärkte durchliefen diese Woche eine scharfe Kehrtwende, nachdem der Iran-Konflikt den Rohstoffhandel erschütterte. Reuters berichtete, Öl sei "sprunghaft gestiegen und dann wieder gefallen", während auch Gold nachgab, da der Krieg die Märkte aufwühlte – ein Zeichen dafür, wie schnell sich die Stimmung angesichts der Schlagzeilen aus der Region änderte. Die Preise gaben später weiter nach, nachdem Präsident Trump laut Wall Street Journal erklärt hatte, der Krieg könnte bald enden – ein Beleg dafür, wie empfindlich Rohöl weiterhin auf diplomatische Signale reagiert, nicht nur auf tatsächliche Versorgungsstörungen.

Die Debatte um "Nachfragezerstörung" beginnt

Die New York Times berichtete, dass sich unter Händlern und Analysten angesichts der steigenden Ölpreise die Rede von "Demand Destruction" (Nachfragezerstörung) durchsetzte – die Vorstellung, dass ausreichend hohe Preise den Verbrauch so weit dämpfen könnten, dass weitere Preisanstiege gedeckelt werden. Diese Sichtweise markiert eine Verschiebung weg von der anfänglichen Sorge, die sich rein auf das Angebotsrisiko durch den Konflikt konzentrierte, hin zu der Frage, wie viel von einem Preisschock die Weltwirtschaft verkraften kann, bevor die Nachfrage selbst einzubrechen beginnt.

Goldman Sachs: Iran ist nur ein Vorgeschmack, nicht das Hauptereignis

In einer am Sonntag veröffentlichten Notiz argumentierten Goldman-Sachs-Analystin Samantha Dart und ihr Team, dass die Ära der Rohstoffschocks auch dann anhalten wird, wenn die aktuelle, durch den Iran ausgelöste Ölstörung längst wieder in Vergessenheit geraten ist. Goldman zufolge wird die Rohstoffnachfrage zunehmend weniger von Öl und stärker von Metallen bestimmt, die mit anderen schnell wachsenden Wirtschaftssektoren verknüpft sind.

  • Steigende Nachfrage nach Elektrofahrzeugen, die Goldman angesichts der bis 2026 stark steigenden globalen Absatzzahlen als Gegenwind für die Ölpreise einstuft
  • Weitere Investitionen in erneuerbare Stromerzeugung und Netzinfrastruktur
  • Potenziell höhere Verteidigungsausgaben
  • Wachsender Wettbewerb im Zusammenhang mit dem KI-Ausbau

Goldman erklärte, diese Trends seien "in hohem Maße förderlich für die Nachfrage nach Strom, Kupfer, Lithium und Aluminium", warnte jedoch, dass dieselbe Dynamik, die diese Märkte bullisch macht, sie auch anfällig für neue Angebotsschocks macht.

Metalle und Strom werden zu neuen Bruchlinien

Goldman zufolge könnte die stark steigende Stromnachfrage in Kombination mit Engpässen in wichtigen Lieferketten zu großen Preisschwankungen führen, insbesondere bei Metallen, da die Stromnetzinfrastruktur an Kapazitätsgrenzen stoßen kann und die Metallraffination geografisch stark konzentriert bleibt. Darts Team erklärte, dies könnte den historischen Ruf als Inflationstreiber weg von Öl und Gas und hin zu Rohstoffen wie Strom, Gold und Industriemetallen wie Kupfer und Lithium verschieben, die anfälliger für plötzliche, scharfe Preisspitzen werden könnten.

Goldman verwies insbesondere auf Kupfer, wo die Nachfrage im Zusammenhang mit dem Bau von KI-Rechenzentren, der Produktion von Elektrofahrzeugen und dem Bedarf der Stromnetze die Preise bereits Ende 2025 auf Rekordhöhen getrieben hat, während das Angebot möglicherweise nicht Schritt halten kann. Die übergeordnete Schlussfolgerung der Bank, die sich auch in den Analysen von CEPR und TD Economics dazu widerspiegelt, warum geopolitische Ölschocks härter zuschlagen und wie sich der Energieschock von 2026 von früheren Episoden unterscheidet, lautet, dass sich die Märkte auf eine Phase einstellen sollten, in der steigende Preise mit langsamerem Wachstum einhergehen. Goldman empfiehlt einen diversifizierten Rohstoffkorb ohne Edelmetalle als zuverlässigste Absicherung und argumentiert, dass eine breite Streuung besseren Schutz bietet als der Versuch, den nächsten Brennpunkt vorherzusagen, da Zeitpunkt und Ursache der nächsten Störung von Natur aus unvorhersehbar sind.

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