Käufe bei Öl und Kautschuk treiben MXV-Index über 2.900 Punkte
Der MXV-Index stieg am 20. August um mehr als 0,8 % auf 2.909 Punkte und erreichte nach zwei Gewinntagen den höchsten Stand seit Ende Mai. Rohöl profitierte von Lieferängsten rund um Iran und die Straße von Hormus, Naturkautschuk von einem knapperen Angebot in Asien.
Rohstoffindex erreicht 2.909 Punkte
Breite Käufe an den globalen Rohstoffmärkten trieben den MXV-Index am 20. August über 2.900 Punkte. Nach Angaben der Vietnam Commodity Exchange (MXV) legte der Index um mehr als 0,8 % auf 2.909 Punkte zu. Damit stieg er den zweiten Handelstag in Folge und erreichte den höchsten Stand seit Ende Mai.
Die deutlichsten Impulse kamen von Energie und Naturkautschuk. Vier von fünf Energierohstoffen schlossen im Plus, während beide Referenzölsorten den fünften Handelstag in Folge zulegten. Brent verteuerte sich um 2,36 % auf 93,78 $ je Barrel und WTI um 2,33 % auf 87,83 $ je Barrel. RSS3 stieg um 0,59 % auf 2.710 $ je Tonne, TSR20 um 1,24 % auf 2.286 $ je Tonne.
Iran und Hormus stützen den Ölmarkt
Die Ölpreise reagierten auf die Sorge, dass stärkere US-Sanktionen gegen Iran sowie gegen Länder und Unternehmen, die Teheran unterstützen, das Angebot verknappen könnten. US-Präsident Donald Trump drohte Iran am 20. August mit einem Wirtschaftskrieg und einer beispiellosen Isolation. Unterstützern des Landes stellte er schwerwiegende wirtschaftliche Folgen in Aussicht.
China ist der größte Käufer iranischen Rohöls und nimmt mehr als 80 % der iranischen Ölexporte auf dem Seeweg ab. Sekundärsanktionen könnten somit die Liefermenge am Weltmarkt verringern und zusätzliche Spannungen zwischen den USA und China auslösen. Zugleich steigt die Tankernachfrage, weil Exporteure am Persischen Golf Alternativen für den gestörten Verkehr durch die Straße von Hormus suchen. Umladungen von Schiff zu Schiff und längere Routen verringern die Flottenverfügbarkeit und haben laut dem Quellenbericht die Charterkosten auf Rekordniveau getrieben.
Auch außerhalb des Nahen Ostens steht das Angebot unter Druck. Norwegens Rohölförderung sank im Juli gegenüber dem Vorjahr um fast 200.000 Barrel pro Tag auf rund 1,78 Millionen Barrel pro Tag. US-Daten begrenzten den Preisanstieg teilweise: Die Raffinerieauslastung erreichte 97,2 %, die Verarbeitung 17,4 Millionen Barrel pro Tag, und die Rohölbestände nahmen um 4,4 Millionen auf 428,8 Millionen Barrel zu. In Cushing sanken die Vorräte jedoch auf 21,252 Millionen Barrel, was auf ein knapperes physisches Angebot am WTI-Lieferpunkt hindeutet.
Naturkautschuk notiert auf Mehrjahreshochs
RSS3 blieb nahe dem höchsten Stand seit mehr als fünf Jahren, TSR20 nahe einem Neunjahreshoch. MXV erwartet, dass die saisonale Produktion in Thailand, Vietnam und Indonesien zurückgeht, wenn die Hauptsaison der Latexgewinnung Ende September ausläuft. Wiederkehrende Regenfälle in Thailand, dem weltweit größten Kautschukproduzenten, behindern zusätzlich das Anzapfen der Bäume.
Höhere Rohölpreise verteuern die Herstellung von Synthesekautschuk und verbessern damit die relative Kostenposition von Naturkautschuk. Zusätzliche Nachfrage kommt aus Indien. Die All India Rubber Industries Association schätzt den inländischen Verbrauch in der Saison 2024-2025 auf rund 1,41 Millionen Tonnen, bei einem Defizit von mehr als 500.000 Tonnen. Indien diversifiziert deshalb seine Beschaffung und erweitert die Importkanäle für Rohmaterial.
Höhere Kosten erreichen die physischen Märkte
Für Ölimporteure und Raffinerien entsteht das unmittelbare Risiko aus höheren Rohölpreisen, Rekordkosten für Tanker und längeren Lieferzeiten. Vietnam erhöhte am 20. August ab 15:00 Uhr die inländischen Kraftstoffpreise: E5RON92-Benzin stieg um 598 Dong auf 21.833 Dong je Liter, E10RON95 um 549 Dong auf 22.668 Dong und Diesel um 1.310 Dong auf 28.543 Dong.
Kautschukverarbeiter stehen vor einem anderen Engpass. Saisonaler Rückgang und Regen begrenzen das südostasiatische Angebot, während Indien mehr Importware sucht. Die zweitägige Rally des MXV-Index beruht daher auf mehreren marktspezifischen Faktoren: Geopolitik und Transportproblemen bei Öl sowie Saisonverlauf, Wetter und Importnachfrage bei Kautschuk.