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Obstpreise in Bangladesch steigen wegen Importabgaben und Dengue-Nachfrage

Orangen kosten in Dhaka inzwischen 450 Tk je Kilogramm beziehungsweise rund 100 Tk pro großer Frucht, grüne Kokosnüsse 150–220 Tk pro Stück. Prothom Alo führt den Preisanstieg auf eine Abgabenlast von 122 % bei Importobst, die schwächere Landeswährung und die höhere Nachfrage während des Dengue-Ausbruchs zurück.

Obstpreise in Bangladesch steigen wegen Importabgaben und Dengue-Nachfrage

Orangen erreichen 450 Tk je Kilogramm

Die Obstpreise in Bangladesch sind kräftig gestiegen. Importierte wie einheimische Produkte stehen unter Preisdruck und werden für Verbraucher schwerer erschwinglich. An einem Straßenstand an der Road 15 im Dhakaer Stadtteil Dhanmondi wurden Orangen für 450 Tk je Kilogramm angeboten, berichtete Prothom Alo. Fünf etwas größere Früchte wogen knapp über ein Kilogramm, sodass eine Orange rund 100 Tk kostete. Vor 2022 wurde Importobst nach Angaben von Händlern in der Hauptstadt für etwa 150 Tk je Kilogramm verkauft.

Auch andere importierte Produkte sind teuer. Mandarinen kosten 450–480 Tk je Kilogramm, Granatäpfel je nach Größe und Qualität 450–650 Tk. Äpfel werden für 380–520 Tk je Kilogramm und Trauben für 480–550 Tk angeboten. Einheimische Alternativen bringen nur begrenzte Entlastung: Hochwertige reife Papaya kostet etwa 120 Tk je Kilogramm, eine mittelgroße Frucht mehr als 150 Tk. Guaven, Pomelos, Ambarella und lokal angebaute grüne Orangen sind ebenfalls erhältlich, gelten aber nicht als günstig.

Abgaben und Wechselkurs verteuern Importe

Die gesamte Zoll- und Steuerbelastung für importiertes Obst beträgt derzeit 122 %. Für Obst mit einem Einfuhrwert von 100 Tk müssen Importeure somit 122 Tk an Zöllen und Steuern zahlen. Der Wechselkurs verursacht weitere Kosten: 2022 stand der Dollar bei 86 Tk, inzwischen sind es 123 Tk. Beide Faktoren haben den Preis importierter Ware in Landeswährung erheblich erhöht.

Die zusätzlichen Abgaben wurden 2022 eingeführt, als Bangladesch unter Dollarknappheit litt und seine Importe begrenzen wollte. Der Ökonom und frühere Gouverneur der Bangladesh Bank, Ahsan H Mansur, sagte Prothom Alo, die Notwendigkeit der Importkontrollen sei bereits während seiner Amtszeit entfallen. Über eine Senkung der Zölle und Steuern entscheide die nationale Steuerbehörde; die Belastung von 122 % bezeichnete er als inakzeptabel.

Die Bangladesh Bank hob im vergangenen Monat die Vorschrift auf, nach der Obstimporteure 100 % des Werts ihrer Akkreditive als Marge hinterlegen mussten. Auch die Importmengen sind gestiegen. Nach Angaben der nationalen Steuerbehörde führte Bangladesch im Juli 23.717 Tonnen Orangen, Äpfel, Mandarinen und Trauben ein; im August waren es 41.186 Tonnen. In den ersten 19 Septembertagen kamen weitere 23.536 Tonnen Obst ins Land. Dass die Einzelhandelspreise trotz dieser Mengen hoch bleiben, verweist neben der reinen Warenverfügbarkeit auf Steuern, Wechselkurskosten und Margen im Vertrieb.

Dengue erhöht die Nachfrage nach Saft und Kokoswasser

Händler erklären den jüngsten Preisschub teilweise mit der höheren Nachfrage während des Dengue-Ausbruchs. Seit Jahresbeginn wurden 61.972 Dengue-Patienten in Krankenhäuser aufgenommen, 184 Menschen starben. Der Dengue-Spezialist Professor Robed Amin sagte Prothom Alo, dass Patienten in der frühen Krankheitsphase durch starkes Schwitzen erhebliche Mengen Flüssigkeit und Salz verlieren. Empfohlen werden deshalb orale Rehydratationslösung, Fruchtsaft, Wasser aus grünen Kokosnüssen und Suppe.

Grüne Kokosnüsse werden an Straßenständen und auf Märkten in Dhaka je nach Größe für 150 Tk, 180 Tk oder 220 Tk pro Stück verkauft. Die Preiserhöhungen verteuern damit Produkte, die häufig für Erkrankte gekauft werden, gerade während die medizinisch bedingte Nachfrage zunimmt. Erhebungen des Statistikamts von Bangladesch bezifferten den durchschnittlichen täglichen Pro-Kopf-Verbrauch von Obst 2010 auf 45 Gramm, 2016 auf 36 Gramm und 2022 auf 95,4 Gramm, wobei Zweifel an den Daten bestehen. Zahlen zu einem möglichen Verbrauchsrückgang infolge der Preissteigerungen seit 2022 liegen nicht vor.

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