Novo und Lifera treiben saudische Semaglutid-Produktion voran
Novo Nordisk und Lifera treiben die geplante Herstellung von Semaglutid-Arzneimitteln in Saudi-Arabien voran, darunter Ozempic und Wegovy. Die kommerzielle Produktion hat noch nicht begonnen; Starttermin, Investitionsvolumen und eigene GLP-1-Kapazitäten sind nicht bekannt.
Lokalisierung geht über die Vereinbarung von 2025 hinaus
Novo Nordisk treibt die Lokalisierung der Semaglutid-Produktion in Saudi-Arabien voran. Grundlage ist eine Vereinbarung mit Lifera, die Medikamente der Marken Ozempic und Wegovy umfasst. Hamza bin Harkat, Geschäftsführer von Novo in Saudi-Arabien, stellte die Fortschritte laut Dawaa News während des Globalen Gipfels für medizinische Biotechnologie im September 2026 in Riad vor.
Das Projekt soll Technologie und Wissen übertragen, saudische Fachkräfte aufbauen und nachhaltige lokale Kapazitäten für innovative Arzneimittel schaffen. Es unterstützt zudem die Ziele des Landes zur Versorgungssicherheit im Rahmen von Vision 2030 und der nationalen Biotechnologiestrategie. Die jüngste Mitteilung bedeutet jedoch nicht, dass in Saudi-Arabien hergestelltes Ozempic oder Wegovy bereits kommerziell verfügbar ist.
Die Initiative begann offiziell am 28. April 2025, als Novo und die zum saudischen Public Investment Fund gehörende Lifera eine Absichtserklärung zur lokalen Herstellung von GLP-1-Therapien gegen Diabetes und Adipositas unterzeichneten. Nach Angaben der Saudi Press Agency umfasst die Vereinbarung Semaglutid-Produkte wie Ozempic und Wegovy sowie ein regionales Produktionszentrum für Saudi-Arabien und Exportmärkte.
Zeitplan und GLP-1-Kapazität bleiben offen
Novo und Lifera haben keinen Termin für den Beginn der kommerziellen Semaglutid-Produktion genannt. Auch Investitionsvolumen, jährliche GLP-1-Produktion, das erste Produkt der saudischen Linie und der mögliche Anteil am Inlandsbedarf wurden nicht beziffert. Das Vorhaben befindet sich damit weiterhin in der Phase des Technologietransfers, der industriellen Vorbereitung und der regulatorischen Qualifizierung.
Semaglutid ist der Wirkstoff von Ozempic zur Behandlung von Typ-2-Diabetes und von Wegovy zur Gewichtskontrolle im Rahmen der zugelassenen Indikationen. Die saudische Lebensmittel- und Arzneimittelbehörde führt Wegovy, Ozempic und das orale Medikament Rybelsus als registrierte Semaglutid-Produkte. Für die lokale Herstellung sind neben Produktionsanlagen auch Qualitätssysteme, regulatorische Genehmigungen und eine qualifizierte Lieferkette erforderlich.
Die Lifera-Produktionsgesellschaft SaudiBio stellt die industrielle Plattform der Partnerschaft. Nach Angaben von Lifera wird der Standort von SaudiBio in der Industriestadt Sudair umfassend erweitert und soll 2027 einen Bereitschaftsstand erreichen, der den Anforderungen der saudischen Behörde und EMA Annex 1 entspricht. Die Anlage umfasst rund 5.400 Quadratmeter auf einem 30.000 Quadratmeter großen Gelände; die geplante Gesamtkapazität liegt bei etwa 70 Millionen Einheiten pro Jahr.
Insulinpartnerschaft bildet die industrielle Basis
Die 70 Millionen Einheiten sind nicht als ausgewiesene Semaglutid-Kapazität zu verstehen. Laut Lifera sind 70 % der Zielkapazität für Insulinprodukte von Novo vorgesehen. Der Rest ist für andere Medikamente bestimmt, die die Widerstandsfähigkeit der inländischen Versorgung stärken. Ein bestimmter Anteil für GLP-1-Produkte wurde nicht veröffentlicht.
Novos saudische Fertigungskooperation begann bereits vor der Semaglutid-Initiative. Die Partner arbeiten an Technologietransfer und Produktion von Insulin. Lifera zufolge könnte die Kooperation künftig rund 65 % des saudischen Insulinbedarfs lokal decken. Die saudischen Behörden haben zudem Vereinbarungen zur Lokalisierung von bis zu sieben Insulinprodukten bekannt gegeben.
Semaglutid wäre eine komplexere und höherwertige Stufe dieser Industriepartnerschaft. Die Absichtserklärung von 2025 nennt Exporte in regionale und internationale Märkte als langfristiges Ziel. Saudi-Arabien wurde außerdem als erstes Land außerhalb Dänemarks bezeichnet, dem Novo die Lokalisierung seiner GLP-1-Produktionstechnologie genehmigt hat.
Das Exportziel hängt dennoch von erfolgreichem Technologietransfer, Validierung, regulatorischer Zulassung und ausreichender Kapazität ab. Bis die Unternehmen einen kommerziellen Starttermin und produktspezifische Mengen nennen, liegt die unmittelbare Bedeutung im Aufbau einer pharmazeutischen Produktionsbasis und nicht in einer Veränderung der gegenwärtigen regionalen Versorgung mit Ozempic und Wegovy.