Nigerias Rinderhalter warn vor Schäden durch steigende Fleischimporte
MACBAN fordert die nigerianische Regierung auf, die Folgen steigender Importe von Rindfleisch und anderen Fleischwaren für Produktion, Beschäftigung und Investitionen zu prüfen. Importmengen, Herkunftsländer und Preise nannte der Verband nicht, sodass das Ausmaß des Anstiegs unklar bleibt.
MACBAN fordert Prüfung der Fleischimporte
Die Miyetti Allah Cattle Breeders Association of Nigeria warnt, dass höhere Importe von Rindfleisch und anderen Fleischwaren die Viehwirtschaft des Landes schwächen könnten. In einer von der News Agency of Nigeria gemeldeten und vom Real News Magazine veröffentlichten Erklärung forderte MACBAN-Präsident Baba Othman-Ngelzarma die Bundesregierung auf, die Folgen für heimische Produktion, Beschäftigung, Investitionen und Ernährungssicherheit zu untersuchen.
Der Verband betonte, weder internationalen Handel noch legitimen Wettbewerb abzulehnen. Seine Sorge gelte laut Othman-Ngelzarma einem unfairen Wettbewerb, der nigerianische Tierhalter benachteiligen und die heimische Produktionskapazität aushöhlen könne. Er forderte eine strategische Handelspolitik. Notwendige Importe zur Deckung tatsächlicher Versorgungslücken sollten die lokale Produktion ergänzen, nicht ersetzen.
Angaben zu Umfang und Herkunft fehlen
Die Erklärung verwies auf jüngste Berichte über steigende Fleischimporte, enthielt jedoch keine Daten zu Mengen, Werten, Preisen, Produktgruppen oder Herkunftsländern. Auch der Zeitraum des Anstiegs blieb offen. Auf Grundlage der veröffentlichten Informationen lässt sich daher weder das Ausmaß bestimmen noch beurteilen, wie direkt Importware mit nigerianischen Rindern und verarbeitetem Fleisch konkurriert.
Ein Preisvergleich fehlt ebenfalls. Die Folgen für heimische Anbieter hängen davon ab, ob Importfleisch zu Preisen unter den lokalen Produktionskosten auf den Markt kommt, welche Produkte eingeführt werden und ob die Lieferungen Engpässe in bestimmten Regionen oder Kundensegmenten schließen. Für eine Bewertung des Drucks auf Rinderpreise, Schlachthöfe und Verarbeiter wären getrennte Importdaten zu frischem, gekühltem, gefrorenem und verarbeitetem Fleisch erforderlich.
Hohe Kosten und knappe Ressourcen belasten Erzeuger
Nach Angaben von MACBAN kämpfen nigerianische Viehhalter bereits mit steigenden Futter- und Transportkosten, Unsicherheit, schrumpfenden Weideflächen, unzureichender Infrastruktur, begrenztem Zugang zu bezahlbaren Finanzierungen und dem Klimawandel. Der Verband warnte, der direkte Wettbewerb mit hoch entwickelten ausländischen Viehwirtschaften könne heimische Betriebe aus dem Markt drängen.
Die möglichen Folgen reichen über die Rinderhalter hinaus. Othman-Ngelzarma zufolge trägt die Viehwirtschaft zum Einkommen von Pastoralisten, Landwirten, Futtermittelherstellern, Händlern, Transportunternehmen, Metzgern, Verarbeitern, Viehwirtschaftsfachleuten und Tierärzten bei. Eine sinkende Nachfrage nach einheimischen Tieren könnte Zucht, Fütterung, Logistik, Schlachtung und Fleischverarbeitung treffen. Günstigere oder zuverlässigere Importe könnten allerdings Käufer entlasten, wenn das lokale Angebot nicht ausreicht.
MACBAN verglich die Gefahr mit der Entwicklung im nigerianischen Reissektor. Laut Othman-Ngelzarma hat die heimische Reisproduktion einen Selbstversorgungsgrad von nahezu 98 % erreicht, doch Konkurrenz durch Importreis verursache Verluste bei Landwirten und Investoren. Belege zur Höhe dieser Verluste enthielt die Erklärung nicht. Dennoch forderte der Verband die Regierung auf, den aus seiner Sicht gleichen politischen Fehler in der Viehwirtschaft zu vermeiden. Bundesinvestitionen und Reformen zur Steigerung der Produktivität begrüßte MACBAN, verlangte aber faire Wettbewerbsbedingungen statt eines geschlossenen Marktes. Entscheidend ist, ob Nigeria reale Versorgungslücken bei Fleisch schließen kann, ohne Investitionen in heimische Rinderhaltung und Verarbeitung zu entmutigen.