Nigeria beruft Reis-Konsultation ein: Produktionskosten bei 2,3 Millionen Naira je Hektar
Nigerias Bundesregierung hat in Abuja Bundes- und Landesinstitutionen, Landwirte, Müller und Verarbeiter zu einer technischen Konsultation über die Reis-Wertschöpfungskette zusammengebracht. Die Produktionskosten wurden mit rund 2,2 bis 2,3 Millionen Naira je Hektar angegeben, davon etwa 35 Prozent für Dünger. Aus der Sitzung soll ein konsolidierter technischer Bericht hervorgehen.
Nigerias Bundesregierung hat am Dienstag in Abuja Bundes- und Landesinstitutionen sowie zentrale Branchenakteure zu einer technischen Konsultation über die Reis-Wertschöpfungskette des Landes zusammengeführt, wie arise.tv berichtet. Ziel der Sitzung war es, Ernährungssicherheit, heimische Produktion, bäuerliche Einkommen, private Investitionen und die Bezahlbarkeit für Verbraucher zu stärken – in Fortführung der Zusage von Präsident Bola Ahmed Tinubu an den Sektor.
Koordiniert wurde das Treffen von der Presidential Food Systems Coordinating Unit (PFSCU). Grundlage war eine Weisung ihres Lenkungsausschusses aus dessen siebter Sitzung unter Vorsitz des Vizepräsidenten. Der Finanzminister wurde durch den Direktor für Technische Dienste, Bashir Abdukadir, vertreten, der die technische Sitzung leitete; unterstützt wurde er von Marion Moon.
Teilnehmer und Tagesordnung
Teil nahmen die Bundesministerien für Finanzen, für Landwirtschaft und Ernährungssicherheit sowie für Industrie, Handel und Investitionen, dazu die wichtigsten reisproduzierenden Bundesstaaten, zuständige Bundesinstitutionen, Landwirte, Verarbeiter, Müller und Branchenverbände. Im Mittelpunkt stand die Nahrungsmittelbilanz Nigerias – heimische Produktion, strategische Reserven, Importe und Exporte – bewertet vor dem Hintergrund von Marktlage, Investitionsbedarf und Verbrauchernachfrage.
Laut arise.tv umfassten die Beratungen:
- heimische Reisproduktion, Anbaufläche und Erträge;
- betriebswirtschaftliche Lage der Landwirte und Kostenstruktur des Rohreises;
- Preise für Rohreis und geschälten Reis;
- Verarbeitungs- und Mühlenauslastung;
- öffentliche und private Lagerbestände;
- Handelsströme, Finanzierung und Investitionen.
Produktionskosten als zentrale Hürde
Die hohen Produktionskosten wurden als wesentliche Bremse für die Wettbewerbsfähigkeit nigerianischen Reises benannt. Die Kosten wurden mit rund 2,2 bis 2,3 Millionen Naira je Hektar angegeben, wobei allein Dünger etwa 35 Prozent davon ausmacht. Ein einzelner Betriebsmittelposten bestimmt damit rund ein Drittel der Kostenbasis, die heimischer Rohreis erwirtschaften muss, bevor Mühlen-, Logistik- und Handelsmargen hinzukommen.
Angeführt wurden zudem hohe Energie- und Bewässerungskosten, begrenzter Zugang zu langfristiger Finanzierung zu angemessenen Konditionen, Nachernteverluste und eine unzureichend verteilte Lagerinfrastruktur. Die Beteiligten forderten mehr Investitionen in Bewässerung, einschließlich solarbetriebener Wassersysteme, bessere Finanzierungs- und Refinanzierungsmöglichkeiten für tragfähige Mühlen und Verarbeiter, eine verbesserte Lager- und Sammelinfrastruktur sowie Maßnahmen zur Senkung der Produktions- und Logistikkosten entlang der Kette.
Planbarkeit im Handel, Daten und Standards
Betont wurde die Bedeutung planbarer Handels- und Importentscheidungen, die die heimischen Produktionszyklen berücksichtigen. Anhaltende Preisunterschiede zwischen heimischem und importiertem Reis schaffen den Angaben zufolge Anreize zum Schmuggel – ein altes Problem des westafrikanischen Reishandels, das sowohl formelle Importeure als auch heimische Mühlen trifft.
Das Treffen hob außerdem den Bedarf an einem integrierten Datenrahmen für den Lebensmittelmarkt hervor, der Produktion, Bestände, Importe, Verbrauch und Preise abdeckt, sowie an stärkeren Systemen für Lebensmittelsicherheit, Rückverfolgbarkeit, Zertifizierung und Prüfung.
Für die Branche sprach der Vizepräsident der Rice Farmers Association of Nigeria (RIFAN), Mohammed Auwalu, der die Initiative begrüßte: „Wir begrüßen den fortgesetzten Austausch der Regierung mit den Akteuren entlang der Reis-Wertschöpfungskette. Landwirte, Verarbeiter, Bundesstaaten und Regierung rund um die vollständige Nahrungsmittelbilanz zusammenzubringen, ist wichtig, um die Koordination im Sektor zu stärken und Produktion und Investitionen weiter zu stützen.“
Nächste Schritte
Die Konsultation fließt in einen konsolidierten technischen Bericht zur aktuellen Lage der Reis-Wertschöpfungskette ein – mit Nahrungsmittelbilanz, Marktlage, Produktionsökonomie, Finanzierungs- und Investitionsumfeld sowie prioritären Maßnahmen zur Stärkung des Sektors.
Das Vorhaben ist Teil eines breiteren Ansatzes, zentrale Wertschöpfungsketten für Grundnahrungsmittel regelmäßig zu überprüfen, da sich Produktion, Märkte und Verbraucherbedingungen im Zeitverlauf verändern. Nach Angaben der PFSCU sollen diese Überprüfungen eine zeitnahe Abstimmung der Stellschrauben der Nahrungsmittelbilanz ermöglichen und der Regierung helfen, Verfügbarkeit und Bezahlbarkeit von Lebensmitteln zu sichern, bäuerliche Einkommen zu schützen, das Vertrauen der Investoren zu stärken und eine widerstandsfähigere, wettbewerbsfähigere Ernährungswirtschaft aufzubauen.