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Nigeria entwirft 138 Wettbewerbsregeln für den Kraftstoffmarkt, während Dangote 700.000 Barrel pro Tag verarbeitet

Nigerias Regulierungsbehörde für den Midstream- und Downstream-Sektor hat 138 Entwürfe von Wettbewerbsregeln zur Konsultation gestellt. Sie betreffen Kraftstoffpreise, Marktbeherrschung sowie den Zugang zu Pipelines, Tanklagern und Terminals. Der Entwurf kommt, während die Dangote-Raffinerie nach eigenen Angaben 700.000 Barrel pro Tag verarbeitet, mehr als die Auslegungskapazität von 650.000 Barrel.

Nigeria entwirft 138 Wettbewerbsregeln für den Kraftstoffmarkt, während Dangote 700.000 Barrel pro Tag verarbeitet

Nigeria hat 138 Wettbewerbsregeln für seine Erdölindustrie vorgeschlagen. Sie legen fest, wie Kraftstoffpreise, Marktbeherrschung und der Zugang zu Pipelines, Tanklagern und Terminals überwacht werden sollen, während die heimische Raffineriekapazität wächst. Wie Business Insider Africa berichtet, ist der Entwurf zur Konsultation gestellt und noch nicht in Kraft.

Was die 138 Regelentwürfe abdecken

Die Regeln würden der Nigerian Midstream and Downstream Petroleum Regulatory Authority einen detaillierteren Rahmen geben, um Preisabsprachen, den Missbrauch von Marktmacht und unfaire Zugangsbeschränkungen zu wesentlichen Einrichtungen anzugehen. Joseph Tolorunse, Sekretär und Rechtsberater der Behörde, sagte, die Vorschläge erfassten die gesamte kommerzielle Kette und nicht nur die Raffination.

  • Preisverhalten im Midstream- und Downstream-Geschäft
  • Zugang zu Pipelines, Tanklagern, Terminals und anderer wesentlicher Infrastruktur
  • Marktbeherrschende Stellungen und deren Missbrauch
  • Fusionen und Vereinbarungen zwischen Unternehmen
  • Durchsetzungsbefugnisse und Verfahren
  • Nutzung von Marktdaten und künstlicher Intelligenz im Erdölhandel

„Zentraler Zweck der Verordnung ist es, die Wettbewerbsbestimmungen des Petroleum Industry Act 2021 in detaillierte, durchsetzbare Regeln für den Midstream- und Downstream-Sektor zu übersetzen", sagte Tolorunse. Bei einer Konsultation mit Marktteilnehmern am Dienstag in Abuja sagte Behördenchef Rabiu Umar, der Rahmen solle wettbewerbswidriges Verhalten verhindern, Marktmachtmissbrauch adressieren und fairen Zugang zu wesentlicher Infrastruktur fördern.

„Die vorgeschlagenen Regelungen sollen den Midstream- und Downstream-Erdölsektor stärken, indem sie wettbewerbswidrige Praktiken verhindern, Missbrauch von Marktmacht adressieren, fairen und diskriminierungsfreien Zugang zu wesentlicher Infrastruktur fördern und zugleich Transparenz und Markteffizienz erhöhen", sagte Umar.

Eine Raffinerie über der Auslegungskapazität

Der Vorschlag kommt zu einem entscheidenden Zeitpunkt für Afrikas größten Ölproduzenten. Die Dangote Petroleum Refinery gibt an, ihre Rohölverarbeitungskapazität habe 700.000 Barrel pro Tag erreicht, gegenüber einer ursprünglichen Auslegungskapazität von 650.000 Barrel. Die Erweiterung hat Nigerias Abhängigkeit von importiertem Kraftstoff verringert und die Fähigkeit des Landes erhöht, andere Märkte zu beliefern.

Jahrelang exportierte Nigeria Rohöl und gab zugleich viel für importiertes Benzin und andere Fertigprodukte aus. Die heimische Raffination verändert dieses Handelsmuster, und gerade diese Größenordnung macht Regeln zu Zugang, Preisen und Wettbewerb für Raffinerien, Importeure und Kraftstoffhändler bedeutsamer. Die Raffinerie erklärte, importiertes Benzin nehme 43 % des nigerianischen Marktes ein und zwinge die 20 Milliarden $ teure Anlage, Überschussmengen zu exportieren.

Importlizenzen und das Ende der Subventionen

Die Debatte ist heikel, weil die Raffinerie und Kraftstoffimporteure in einem Gerichtsstreit über Importlizenzen gegensätzliche Positionen vertreten. Dangote argumentiert, die Lizenzen untergrüben die heimische Raffination, während die staatliche Ölgesellschaft und Händler geltend machen, eine Beschränkung der Importe könne den Wettbewerb schwächen und die Versorgung störanfällig machen. Das sind die Positionen der Parteien in einem gesonderten Verfahren, keine Feststellungen im Rahmen der vorgeschlagenen Regeln.

Nigeria hat zudem die Benzinsubventionen abgeschafft, wodurch die Kraftstoffpreise stärker von Rohölkosten und Marktbedingungen abhängen. Wettbewerbsregeln allein können Verbraucher nicht vor steigenden Weltölpreisen schützen.

Wie es weitergeht

Der Petroleum Industry Act macht die Behörde bereits für die Verhinderung wettbewerbswidrigen Verhaltens im Midstream und Downstream verantwortlich und sieht Drittzugang zu bestimmten Anlagen und Pipelines vor. Der neue Vorschlag soll die Anwendung dieser Befugnisse genauer regeln; sein Geltungsbereich reicht über Raffinerien hinaus bis in den Kraftstoffvertrieb und andere Erdölgeschäfte.

Offen bleibt für Unternehmen entlang der Lieferkette, ob sie fair konkurrieren können, wenn der Zugang zu Lagerung, Transport und Großhandelsmengen von Anlagen größerer Betreiber abhängt. Der praktische Test wird sein, ob kleinere Anbieter zu fairen Bedingungen Zugang erhalten und ob die Aufsicht Verhalten erkennen kann, das die Auswahl unrechtmäßig einschränkt. Die Behörde erklärte, sie werde die eingegangenen Stellungnahmen vor der Fertigstellung des Entwurfs prüfen.

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