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Niedriger Donaupegel bremst Serbiens Treibstoffimporte und stärkt Rolle der NIS-Raffinerie

Serbien erreichte wegen des niedrigen Donaupegels erst rund 25 % seiner für Juli geplanten Mineralölproduktimporte; Lastkähne können nur 30–40 % ihrer Kapazität nutzen. Die Regierung hält den regulären Betrieb der sanktionierten NIS-Raffinerie in Pančevo angesichts hoher Nachfrage, Preise und Importkosten für unverzichtbar.

Niedriger Donaupegel bremst Serbiens Treibstoffimporte und stärkt Rolle der NIS-Raffinerie

Juli-Importe bleiben weit hinter dem Plan

Serbien hat wegen des außergewöhnlich niedrigen Donaupegels erst rund 25 % seiner für Juli geplanten Mineralölproduktimporte abgewickelt, berichtet SEEbiz. Lastkähne können nur 30–40 % ihrer gesamten Kapazität nutzen. Dadurch gelangt über einen der wichtigsten Logistikkorridore des Landes deutlich weniger Treibstoff nach Serbien.

Lieferungen per Lkw und Bahn können die fehlenden Flussmengen nicht vollständig ersetzen, erklärte die serbische Bergbau- und Energieministerin Dubravka Đedović Handanović nach einem Gespräch mit Tomislav Mićović, dem Generalsekretär des Verbands der serbischen Ölgesellschaften. Beide Transportwege sind zudem teurer und erhöhen den Druck auf die laut Ministerin bereits außergewöhnlich hohen Treibstoffpreise.

Saisonale Nachfrage verschärft den Logistikengpass

Die Störung fällt in die saisonale Verbrauchsspitze auf dem serbischen Treibstoffmarkt. Đedović Handanović zufolge ist die Nachfrage wie üblich zu dieser Jahreszeit gestiegen. Gleichzeitig belasten kontinuierlich steigende Marktpreise den Großhandel zusätzlich. Als Hauptursache für den Preisanstieg nannte sie globale Konflikte.

Die serbische Regierung hat die Verbrauchsteuern um 20 % gesenkt, um den Markt zu stabilisieren. Dennoch haben der höhere Verbrauch und die eingeschränkten Importe die Lagerbestände der Ölgesellschaften, die zugleich als Großhändler tätig sind, deutlich reduziert. Bleiben die Bedingungen auf der Donau ungünstig oder entstehen weitere Engpässe auf alternativen Routen, verfügt der Markt damit über weniger kommerziellen Spielraum.

Raffinerie Pančevo rückt ins Zentrum

Die Lieferprobleme erhöhen die Bedeutung der Raffinerie Pančevo, die Naftna Industrija Srbije, kurz NIS, gehört. Das Unternehmen unterliegt wegen seiner mehrheitlich russischen Eigentümerstruktur US-Sanktionen. Die aktuelle Störung zeige, dass die Raffinerie für eine regelmäßige Versorgung Serbiens mit Mineralölprodukten unverzichtbar sei, erklärte Đedović Handanović.

Eine Verlängerung der Betriebsgenehmigung für NIS würde es der Anlage in Pančevo nach Einschätzung der Ministerin ermöglichen, Rohölverarbeitung und Produktion von Mineralölprodukten zu maximieren. Eine höhere Inlandsproduktion könnte einen Teil des Importausfalls ausgleichen, den niedrige Wasserstände, hohe Weltmarktpreise und gestiegene Logistikkosten verursachen. Ein regulärer Raffineriebetrieb würde außerdem verhindern, dass Notfallbestände für die laufende Marktversorgung eingesetzt werden müssen.

Staatliche Reserven puffern, ersetzen die Raffinerie aber nicht

Serbien verfügt laut der Ministerin über staatliche Dieselreserven von 269.000 Tonnen; weitere Mengen sind unterwegs. Die heimischen Reserven hätten sich in den vergangenen drei Jahren verdoppelt und würden weiter ausgebaut. Die Regierung betrachtet sie jedoch als Notfalllösung und nicht als Ersatz für normale Raffinerieproduktion und kommerzielle Importe.

Sollten die USA die Genehmigung für NIS nicht verlängern, wäre die Versorgung laut Đedović Handanović auf staatliche Reserven angewiesen – zu einem Zeitpunkt, an dem Importe stark eingeschränkt sind, der Donaupegel sehr niedrig ist und der Verbrauch seinen Höchststand erreicht. Eine Verlängerung würde den maximalen Betrieb der Raffinerie und die regelmäßige Versorgung des serbischen Marktes ermöglichen. Da die Störungen auch andere Länder treffen, sei der Weiterbetrieb zudem für die regionale Versorgungssicherheit wichtig.

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