Niederländische Apfelernte soll um 18 % sinken, Birnenernte um 10 % steigen
Die Niederlande erwarten 2026 eine Apfelernte von 195 Millionen Kilogramm, 18 % weniger als im Vorjahr, während die Birnenproduktion um 10 % auf 393 Millionen Kilogramm steigen soll. Sinkende Apfelflächen und geringere Mengen bei Elstar und Jonagold prägen das Frischobstangebot ab Ende August.
Apfelproduktion sinkt nach starker Ernte 2025
Die Niederlande dürften 2026 rund 195 Millionen Kilogramm Äpfel ernten, 18 % weniger als im Vorjahr, wie das Reformatorisch Dagblad unter Berufung auf Branchenschätzungen berichtet. Bei Birnen zeigt die Entwicklung in die andere Richtung: GroentenFruit Huis und die niederländische Obstbauorganisation NFO erwarten ein Plus von 10 % auf 393 Millionen Kilogramm.
Dem Rückgang geht eine überdurchschnittlich große niederländische Apfelernte im Jahr 2025 voraus. Das Minus 2026 erklärt sich somit sowohl durch die hohe Vergleichsbasis als auch durch die anhaltende Verkleinerung der Apfelanbaufläche. Erzeuger, Sortierbetriebe und Frischobsthändler müssen mit einem knapperen heimischen Apfelangebot rechnen, während deutlich mehr Birnen verfügbar sein dürften.
Die Prognosen hängen weiterhin von den letzten Wochen der Anbausaison ab. Eine ausreichende Wasserversorgung ist besonders wichtig für den endgültigen Ertrag und die Fruchtqualität. Hagel, Trockenphasen und zusätzliche Regulierung haben den Sektor ebenfalls belastet, dennoch beurteilen die Erzeugerorganisationen die bevorstehende Saison positiv.
Weniger Elstar und Jonagold
Für Elstar, die mit Abstand meistangebaute Apfelsorte der Niederlande, wird eine Ernte von 77 Millionen Kilogramm erwartet. Das wären 21 % weniger als im Vorjahr. Der Rückgang ist für den niederländischen Markt bedeutsam, weil Elstar etwa zwei Fünftel der für 2026 prognostizierten gesamten Apfelmenge ausmacht.
Jonagold, die zweitwichtigste Apfelsorte des Landes, soll 47 Millionen Kilogramm erreichen und damit 20 % weniger als im Vorjahr. Kanzi und Rode Boskoop folgen als weitere führende Sorten nach Erntemenge, doch die Branchenorganisationen nannten für sie keine konkreten Prognosen.
Zusammen sollen Elstar und Jonagold 124 Millionen Kilogramm liefern. Ihre geringere Verfügbarkeit wird die Einkaufsplanung von Einzelhändlern, Großhändlern und Verarbeitern niederländischer Äpfel bestimmen. Die tatsächlichen Marktauswirkungen werden zusätzlich von Größe, Handelsklasse und Qualität der Früchte bei Erntebeginn abhängen.
Anbauflächen verschieben sich zugunsten der Birne
Die niederländische Apfelfläche setzt ihren langfristigen Rückgang fort. Sie soll 2026 um 3 % auf 4.902 Hektar schrumpfen. In den vergangenen zehn Jahren gingen mehr als 2.000 Hektar Apfelanlagen verloren, sodass die Produktionsbasis unabhängig von jährlichen Ertragsschwankungen kleiner wird.
Die Birnenfläche beträgt 2026 insgesamt 9.995 Hektar und bewegt sich seit 2018 um 10.000 Hektar. Nach Angaben der Branchenorganisationen tragen die Bäume im Durchschnitt mehr Birnen als vor einem Jahr. Bei einer etwa doppelt so großen Fläche wie im Apfelanbau unterstreicht die erwartete Ernte von 393 Millionen Kilogramm die größere Bedeutung der Birne für den niederländischen Obstbau.
Die Hauptsorten der neuen Apfel- und Birnenernte sollen ab Ende August verfügbar sein. Bis dahin entscheiden Wetter und Wasserversorgung darüber, wie nah das Endergebnis an den Prognosen liegt. Für die Marktteilnehmer zeichnet sich ein klares Bild ab: weniger niederländische Äpfel, insbesondere Elstar und Jonagold, und mehr Birnen in der Lieferkette der Saison 2026.