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Niederländischer Bierabsatz sinkt um 2,8 Prozent, Brauer fordern Verzicht auf Steuererhöhung

Der Absatz alkoholhaltigen Biers in den Niederlanden sank im ersten Halbjahr 2026 um 2,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr und lag 5,3 Prozent unter dem Niveau von 2024. Brauereien und Gastronomie fordern die Absage der für den 1. Januar 2027 geplanten Verbrauchsteuererhöhung, während alkoholfreies Bier weiter wächst.

Niederländischer Bierabsatz sinkt um 2,8 Prozent, Brauer fordern Verzicht auf Steuererhöhung

Markt für alkoholhaltiges Bier schrumpft weiter

Niederländische Brauereien verkauften in den ersten sechs Monaten 2026 2,8 Prozent weniger alkoholhaltiges Bier als im Vorjahreszeitraum. Das zeigen Zahlen des Branchenverbands Nederlandse Brouwers. Gegenüber 2024 lag der Absatz 5,3 Prozent niedriger. Damit reicht die Schwäche über einen einzelnen Berichtszeitraum hinaus.

Der Rückgang trifft eine breite inländische Wertschöpfungskette. Fred Teeven, Vorsitzender von Nederlandse Brouwers, erklärte, dass mehr als 70.000 Arbeitsplätze vom Biersektor abhängen. Dazu zählen Stellen in Brauereien, Gastronomie, Einzelhandel, Logistik und Dienstleistungen sowie im Anbau von Gerste und Hopfen. Der Verband vertritt vierzehn Brauereien mit Sitz in den Niederlanden, die zusammen für mehr als 95 Prozent der nationalen Bierproduktion stehen.

Branche stellt sich gegen geplante Steuererhöhung

Nederlandse Brouwers und der Gastronomieverband Koninklijke Horeca Nederland, kurz KHN, fordern das Kabinett auf, auf die zum 1. Januar 2027 vorgesehene Erhöhung der Biersteuer zu verzichten. Die Maßnahme würde zusätzliche Kosten verursachen, während die Nachfrage bereits sinkt. Teeven verwies zudem auf andere staatliche Vorgaben, darunter die kilometerabhängige Abgabe für den Güterverkehr, die den Vertrieb weiter verteuern könne.

Nach Angaben von Teeven stiegen die staatlichen Einnahmen aus der Biersteuer nach der Erhöhung von 2024 nicht, sondern gingen zurück. KHN-Direktor Udo Delfgou erklärte, eine weitere Anhebung widerspreche dem erklärten Ziel der Regierung, Innovation, Investitionen, Unternehmertum und Wirtschaftswachstum zu fördern. Eine konkrete Prognose für den möglichen zusätzlichen Absatzrückgang nach der Maßnahme von 2027 legten die Verbände nicht vor.

Grenzeinkäufe verschärfen den Wettbewerb

Der Verband unabhängiger Brauereien CRAFT warnte, dass höhere Abgaben mehr Verbraucher zum Bierkauf in Belgien und Deutschland bewegen könnten. CRAFT-Vorsitzender Hans Noorman zufolge liegt die niederländische Biersteuer fast doppelt so hoch wie in Belgien und je nach Bierkategorie vier- bis neunmal so hoch wie in Deutschland. Deutschland habe Bier zudem von der dort für das kommende Jahr geplanten Erhöhung der Alkoholsteuer ausgenommen. Dadurch könnte sich der Preisnachteil niederländischer Anbieter in den Grenzregionen vergrößern.

Der Druck zeigt sich bereits in der Zahl der Hersteller. Entree Magazine berichtete unter Berufung auf das niederländische Statistikamt, dass Anfang 2025 noch 740 Brauereien gezählt wurden, nach 780 im Vorjahr. Es war der erste jährliche Rückgang seit 2010. Alkoholfreies Bier entwickelt sich dagegen positiv: Der Absatz stieg im ersten Halbjahr 2026 um 7,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr und lag 22 Prozent über 2024. Das wachsende Segment kann Brauereien und Händlern helfen, einen Teil des Rückgangs bei traditionellem Bier auszugleichen. Die verfügbaren Zahlen zeigen jedoch nicht, ob das zusätzliche Volumen den Verlust vollständig auffangen kann.

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