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Neuseelands größte Mälzerei schließt Ende September

Malteurop schließt seine Mälzerei in Marton Ende September und gefährdet damit 14 Arbeitsplätze. Das Unternehmen beliefert rund 70 % des neuseeländischen Malzmarktes; nach der Stilllegung dürfte die Importabhängigkeit steigen.

Neuseelands größte Mälzerei schließt Ende September

Malteurop bereitet Schließung in Marton vor

Malteurop wird Neuseelands größte Mälzerei in Marton Ende September schließen. Damit verliert die Brauwirtschaft einen bedeutenden heimischen Lieferanten, während 14 Beschäftigte vor einer unsicheren beruflichen Zukunft stehen. Der multinationale Malzhersteller betreibt den Standort seit 2008.

Nach einem von Wellington.Scoop veröffentlichten Bericht von Local Democracy Reporting liefert Malteurop rund 70 % des gesamten neuseeländischen Malzmarktes. Zu den Kunden gehören die großen Brauereien Lion, DB und Asahi. Die Stilllegung betrifft somit nicht nur einen regionalen Betrieb: Einige der größten Getränkehersteller des Landes müssen möglicherweise den Bezug eines zentralen Braurohstoffs neu ordnen.

Der Bürgermeister von Rangitīkei, Andy Watson, erklärte, der Bezirk verliere in einer schwierigen Zeit einen weiteren Arbeitgeber mit langfristigen und stabilen Stellen. Zugleich verwies er auf die steigenden Kosten der Getreideerzeuger in Neuseeland. Für diese Betriebe wird nun auch die bisher mit dem Standort Marton verbundene Nachfrage unsicher.

Brauereien können auf Australien und lokale Anbieter ausweichen

Malteurop verfügt im australischen Geelong über einen bestehenden Standort, der laut Wellington.Scoop den gesamten neuseeländischen Markt versorgen kann. Analysten erwarten daher, dass Großkunden einen Teil ihrer Beschaffung auf die andere Seite der Tasmansee verlagern und zugleich weiterhin einen Teil des Malzes im Inland beziehen.

Gladfield, Malteurops wichtigster Wettbewerber in Neuseeland, sitzt in Canterbury und rechnet nach der Schließung mit zusätzlichem Geschäft. Das Unternehmen will wichtige Brauereien beliefern, räumte jedoch ein, dass Neuseeland durch die Stilllegung stärker von Malzimporten abhängig wird.

Wahrscheinlich sind eine stärkere Konzentration des heimischen Angebots und eine größere Rolle der australischen Produktion. Brauereien müssen womöglich Einkauf und Logistik anpassen. Lokale Mälzereien erhalten die Chance, um Großkunden zu konkurrieren. Für Getreideerzeuger kann der Wegfall eines nahe gelegenen Verarbeiters dagegen die regionalen Absatzmöglichkeiten einschränken, während steigende Kosten den Sektor bereits belasten.

Ein weiterer Rückschlag für den regionalen Arbeitsmarkt

Der Schließung gingen erhebliche industrielle Arbeitsplatzverluste im weiteren Umfeld voraus. Durch das Aus für das Zellstoffwerk Karioi und das Sägewerk Tangiwai fielen 2024 in Rangitīkei und Ruapehu rund 230 Stellen weg. Die Entscheidung in Marton betrifft weniger Beschäftigte, verstärkt aber den Abbau etablierter Verarbeitungsarbeitsplätze und über Generationen gewachsener Geschäftsbeziehungen.

Watson gehört als Governor zur neuseeländischen Mayor’s Taskforce for Jobs und prüft bereits Hilfen für Beschäftigte, die eine neue Stelle benötigen. Nach seinen Angaben meldeten sich seit der Ankündigung mehrere Unternehmen, die sich für die Getreidelager- und Produktionsmöglichkeiten am Standort Marton interessieren. Er leitete diese Anfragen an die zuständigen Stellen weiter.

Damit bleibt die Möglichkeit eines neuen Betreibers bestehen, doch bislang wurden weder eine Transaktion noch ein Ersatzprojekt angekündigt. Bis eine neue Nutzung gesichert ist, bleiben als unmittelbare Folgen der Verlust von 14 Arbeitsplätzen, Unsicherheit für regionale Erzeuger und eine Verlagerung der Malzbeschaffung nach Canterbury sowie zu Importen aus Australien.

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