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Nestlé verkauft 50 % des Wassergeschäfts für rund 3 Milliarden € an Platinum Equity

Nestlé verkauft 50 % seines Flaschenwassergeschäfts für rund 3 Milliarden € in bar an Platinum Equity und überführt die Sparte in das Gemeinschaftsunternehmen Peranel. Beide Partner halten jeweils 50 %; der Unternehmenswert der neuen Gesellschaft liegt bei 4,9 Milliarden €.

Nestlé verkauft 50 % des Wassergeschäfts für rund 3 Milliarden € an Platinum Equity

Eine 3-Milliarden-€-Partnerschaft für Nestlés Wassermarken

Nestlé hat vereinbart, 50 % seines Flaschenwassergeschäfts für rund 3 Milliarden € in bar an die Beteiligungsgesellschaft Platinum Equity zu verkaufen. Die Unternehmen bringen das Geschäft in ein neues Gemeinschaftsunternehmen namens Peranel ein, an dem beide Partner jeweils 50 % halten. Laut ihrer gemeinsamen Mitteilung wird die neue Gesellschaft mit einem Unternehmenswert von 4,9 Milliarden € bewertet.

Zum Portfolio gehören die international bekannten Flaschenwassermarken Perrier und S.Pellegrino. Newmoney.gr und Mononews berichten, dass sich die vom Milliardär Tom Gores unterstützte Platinum Equity gegen andere Kaufinteressenten durchgesetzt hat. Der Finanzinvestor erhält damit direkten Zugang zu etablierten Premiumwassermarken, während Nestlé die Hälfte des Geschäfts behält und weiterhin an dessen künftiger Entwicklung beteiligt bleibt.

Die Konstruktion geht über einen herkömmlichen Verkauf hinaus. Nestlé erhält einen erheblichen Barbetrag, bleibt aber Miteigentümer und teilt Kapitalbedarf sowie operative Risiken künftig mit einem Finanzpartner. Für Hersteller, Abfüller und Vertriebspartner des Portfolios bedeutet die Gründung von Peranel, dass Investitionen, Markenentwicklung und operative Prioritäten nun innerhalb einer gemeinsam kontrollierten Gesellschaft festgelegt werden.

Umbau des Portfolios gewinnt an Tempo

Die Vereinbarung ist Teil des Restrukturierungsprogramms unter Nestlé-Chef Philipp Navratil. Der Schweizer Konzern will sein Engagement in schwächer laufenden Geschäftsfeldern verringern und Ressourcen auf seine stärksten Marken sowie attraktivere Produktkategorien konzentrieren. Durch die Transaktion wird aus einer vollständig kontrollierten Wassersparte ein 50%-50%-Gemeinschaftsunternehmen, ohne dass Nestlé die Kategorie ganz verlässt.

Der Konzern hat bereits weitere Schritte zur Vereinfachung seines Portfolios eingeleitet. Im April kündigte Nestlé den Verkauf der Kaffeekette Blue Bottle Coffee an. Außerdem führt das Unternehmen Gespräche mit potenziellen Investoren über sein Geschäft mit Vitaminen und Nahrungsergänzungsmitteln, das den Berichten zufolge mit Leistungsproblemen kämpft. Die Maßnahmen sprechen für eine umfassendere Überprüfung der Vermögenswerte und nicht für eine isolierte Entscheidung zum Flaschenwasser.

Die Wassersparte stand in den vergangenen Jahren unter mehrfachem Druck. Newmoney.gr und Mononews verweisen auf eine verhaltene Verbrauchernachfrage sowie auf Untersuchungen und Rechtsstreitigkeiten über Filter- und Aufbereitungsmethoden bei bestimmten Flaschenwasserprodukten. Diese Probleme belasteten ein Geschäft mit wertvollen globalen Marken, das die Leistungserwartungen des Konzerns nicht erfüllte.

Umsatzwachstum schafft Spielraum für gezielte Verkäufe

Nestlé gab die Transaktion zusammen mit Halbjahreszahlen bekannt, die leicht über den Markterwartungen lagen. Der organische Umsatz stieg um 3,6 %, während Analysten im Durchschnitt mit 3,51 % gerechnet hatten. Das interne Realwachstum, das vor allem Veränderungen der Absatzmengen abbildet, lag bei 1,5 %.

Die Zahlen deuten darauf hin, dass Nestlé den Umbau aus einer Position anhaltenden Konzernwachstums betreibt und nicht ausschließlich auf einen akuten Umsatzrückgang reagiert. Der Abstand zwischen organischem Wachstum und internem Realwachstum erklärt zugleich, warum das Management Qualität und Zusammensetzung der Portfolioentwicklung genau prüft. Der Konzern richtet seinen Fokus auf Kategorien und Marken, denen er stabileres Wachstum und höhere Renditen zutraut.

Für den Flaschenwassermarkt wird entscheidend sein, wie Peranel das Kapital auf Perrier, S.Pellegrino und das übrige Portfolio verteilt und zugleich Nachfrageprobleme und rechtliche Belastungen angeht. Platinum Equity erhält eine gleichberechtigte Rolle in einem mit 4,9 Milliarden € bewerteten Geschäft; Nestlé sichert sich rund 3 Milliarden € in bar und bleibt an einer möglichen Erholung beteiligt. Die Konstruktion zeigt, wie große Lebensmittel- und Getränkekonzerne mit Gemeinschaftsunternehmen Kapital freisetzen können, ohne strategisch wertvolle Marken vollständig abzugeben.

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