Nestlé ruft nach Toxinfund zwei Chargen NAN OPTIpro in Polen zurück
Nestlé ruft in Polen zwei Chargen der Säuglingsnahrung NAN OPTIpro 1 in 650-g-Packungen aus Handel und Haushalten zurück. In einer Charge wurde Cereulid nachgewiesen; der gemessene Wert lag unter der EU-Eingriffsschwelle.
Cereulid bei amtlicher Kontrolle nachgewiesen
Nestlé ruft in Polen zwei Chargen der Säuglingsanfangsnahrung NAN OPTIpro 1 zurück, nachdem die staatliche Sanitärinspektion bei einer amtlichen Lebensmittelkontrolle Cereulid in einer Charge nachgewiesen hatte. Das Toxin kann Erbrechen auslösen. Polens oberste Sanitärbehörde GIS rät davon ab, die von der Warnung erfassten Produkte zu verwenden.
Der Rückruf betrifft ausschließlich 650-g-Packungen mit den Chargennummern L-53430346BA oder L-53440346BA und dem Mindesthaltbarkeitsdatum 06.2027. Die Kennzeichnungen stehen auf der Unterseite der Verpackung. Nach Angaben von Portal Spożywczy stammt die Nahrung aus den Niederlanden und wird in Polen von Nestlé Polska vertrieben.
Nestlé nahm die zweite Charge vorsorglich auf, weil sie unmittelbar nach der amtlich untersuchten Charge hergestellt wurde. Andere Nestlé-Produkte seien nicht betroffen. Entscheidend ist daher die Prüfung der Chargennummer: Der Besitz einer Packung NAN OPTIpro 1 allein bedeutet nicht, dass sie zurückgerufen wird.
Messwert lag unter der EU-Eingriffsschwelle
AgroNews zufolge lag der von polnischen Behörden in Proben eines Produktionszyklus gemessene Cereulidwert unter der Eingriffsschwelle der Europäischen Union, die die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit im Februar 2026 festgelegt hatte. Nestlé akzeptierte dennoch den vorsorglichen Ansatz der Behörden und begann, die betroffenen Produkte aus dem Handel sowie von Verbrauchern zurückzuholen.
Experten des polnischen Nationalen Instituts für öffentliche Gesundheit PZH–Staatlichen Forschungsinstituts kamen in ihrer Risikobewertung zu dem Ergebnis, dass ein einmaliger Verzehr keine toxische Wirkung auslösen sollte. Gesundheitliche Folgen bei längerem Verzehr der beanstandeten Charge könnten jedoch nicht ausgeschlossen werden.
GIS fordert Eltern und Betreuungspersonen auf, Säuglingen keine Nahrung mit einer der beiden Chargennummern zu geben. Treten nach dem Verzehr Krankheitssymptome auf, sollte ein Arzt kontaktiert werden. Für einen Umtausch oder weitere Informationen ist der Nestlé-Verbraucherservice kostenlos unter 800 174 902 sowie per E-Mail an cs@pl.nestle.com erreichbar.
Rückruf erfasst Handel und bereits verkaufte Ware
Der Rückruf gilt sowohl für Bestände im Handel als auch für Packungen, die Verbraucher bereits gekauft haben. Die staatliche Sanitärinspektion überwacht die Entfernung und Rückholung durch Nestlé. Der Vertrieb informiere Eltern und Betreuungspersonen zudem über seine Website, berichtet Portal Spożywczy.
Händler und Distributoren müssen ihre Bestände gezielt verfolgen, statt das gesamte NAN-OPTIpro-Sortiment auszulisten. Das gemeinsame Mindesthaltbarkeitsdatum 06.2027 reicht zur Identifizierung nicht aus; Datum und Chargennummer müssen mit der GIS-Mitteilung übereinstimmen.
Der Fall zeigt die niedrige Risikotoleranz bei Säuglingsnahrung. Obwohl der Toxinwert unter der EU-Eingriffsschwelle blieb und ein einmaliger Verzehr voraussichtlich keine Vergiftung verursacht, führte das mögliche Risiko bei längerer Aufnahme zum Rückruf der geprüften Charge und der unmittelbar danach produzierten Charge.