Nestlé nimmt Glasabfüllung für Kaffee im Werk Tri An in Vietnam in Betrieb – Lieferungen in 11 Märkte
Nestlé hat im Werk Trị An in Vietnam eine Abfülllinie für löslichen Kaffee in Glasbehälter mit einer Kapazität von mehr als 350.000 Gläsern pro Tag in Betrieb genommen. Die Linie läuft seit August und beliefert 11 Märkte mit Nescafé Gold und Nescafé Classic. Der Start setzt den über 30-jährigen Aufbau der Kaffeeverarbeitung des Konzerns in Vietnam fort, gestützt auf den NESCAFÉ Plan und mehr als 21.000 Bauernhaushalte.
Nestlé hat im Werk Trị An in Vietnam die Produktion auf einer neuen Abfülllinie für löslichen Kaffee in Glasbehältern aufgenommen. Die als Jar Line bezeichnete Linie läuft seit August, verfügt über eine Kapazität von mehr als 350.000 Gläsern pro Tag und beliefert 11 Märkte, wie Bao Phap Luat berichtet.
Die Linie kann zwischen Nescafé Gold und Nescafé Classic wechseln und je nach Anforderung des Zielmarkts mehrere Verpackungsformate verarbeiten. Genau diese Flexibilität ist der operative Kern der Investition: Eine einzige Linie, die 11 Märkte gleichzeitig bedient, muss Ausstoß, Qualitätskontrolle und häufige Formatwechsel zusammenbringen.
Drei Jahrzehnte Kaffeekapazität in Vietnam
Nestlé bezeichnet die Jar Line als jüngsten Schritt eines über 30 Jahre hinweg aufgebauten Kaffeeproduktionsnetzes in Vietnam, das von den Anbaugebieten über die Unterstützung der Landwirte bis zu Verarbeitung und Export reicht. In dieser Zeit hat das Werk Trị An Technologie, Personal und Betriebserfahrung nach den globalen Standards des Konzerns aufgebaut. Diese Basis habe es dem Werk ermöglicht, eine Linie wie die Jar Line zu übernehmen und einen größeren Teil der Wertschöpfung nach Vietnam zu verlagern.
Vietnam gehört zu den größten Kaffeeproduzenten der Welt, dominierende Sorte ist Robusta. Bao Phap Luat weist darauf hin, dass ein Rohstoffvorteil allein den Wert vietnamesischer Bohnen nicht steigert: Er muss durch die Entwicklung von Anbaugebieten, Anbaumethoden, Verarbeitungs- und Fertigungskapazität sowie durch die Einhaltung internationaler Marktstandards ergänzt werden.
Der NESCAFÉ Plan und die Rohstoffbasis
Nestlé betrachtet Vietnam als wichtigen Markt seiner langfristigen Südostasien-Strategie und investiert entlang der gesamten Kaffeewertschöpfungskette, beginnend auf den Feldern. Der 2011 in Vietnam gestartete NESCAFÉ Plan arbeitet inzwischen mit mehr als 21.000 Bauernhaushalten in den wichtigsten Anbaugebieten zusammen. Das Programm umfasst technische Schulungen im Anbau, Unterstützung bei der Neupflanzung überalterter Kaffeebäume und einen effizienteren Ressourceneinsatz in der Produktion.
Zudem fördert es regenerative Anbaupraktiken und Standards für nachhaltige Landwirtschaft, die Erträge, Bohnenqualität, Einkommen und Produktionsfähigkeit der Landwirte verbessern sollen. Nestlé versteht diese Arbeit als Qualitätssicherung des Rohstoffs, bevor die Bohnen das Werk erreichen.
Automatisierung, Ausbildung und lokale Zulieferer
Trương Hoàng Phương, Werkleiter von Nestlé Trị An, erklärte, die Jar Line sei mit hohem Automatisierungs- und Digitalisierungsgrad ausgelegt und laufe als durchgängiger Prozess von der Rohstoffannahme bis zum Fertigprodukt. Sensoren, Kameras und Echtzeit-Datenmanagement ermöglichen eine kontinuierliche Überwachung der Produktion und die Verarbeitung der Betriebsdaten.
Vor der Inbetriebnahme wurden vietnamesische Ingenieure und Mitarbeiter in Großbritannien, Spanien und Australien geschult und arbeiteten bei Montage, Testlauf und Prozessstandardisierung mit internationalen Fachleuten zusammen. Das Team in Trị An bedient die Jar Line inzwischen eigenständig nach den globalen Standards von Nestlé, was nach Angaben des Konzerns die Grundlage für anspruchsvollere Technologien schafft.
Die Linie bindet zugleich lokale Industriezulieferer ein. Inländische Unternehmen können sich an Verpackung, Materialien, Logistik, Anlagenwartung und Qualitätsprüfung beteiligen. Binu Jacob, CEO von Nestlé Vietnam, sagte, wenn vietnamesische Lieferanten mit dem Konzern zusammenarbeiten und schrittweise internationale Standards erfüllen, profitierten beide Seiten: Die Lieferanten erhielten Zugang zu internationalen Standards in Qualität, Sicherheit, Verbesserung und Risikomanagement und stärkten damit ihre Fähigkeiten und ihre Wettbewerbsfähigkeit in der Lieferkette.
Zwei Zulieferer werden als Beispiele genannt:
- Liconin, ursprünglich ein vietnamesisches Elektro- und Maschinenbauunternehmen, das Stahlkonstruktionen für das Werk errichtete, hat seine Fähigkeiten in vier Jahren der Zusammenarbeit mit Nestlé erweitert und kann heute auch für andere internationale Unternehmen arbeiten.
- Tuan Manh Logistics, gegründet von einer Gruppe von Absolventen einer Verkehrsuniversität, hat seine Lkw-Flotte zwischen 2013 und 2025 verzehnfacht und den Kundenstamm ausgeweitet, nachdem das Unternehmen nach den Standards eines ausländischen Investors arbeitete.
Jacob nannte es eine Situation, in der beide Seiten gewinnen, wenn Unternehmen mit ausländischem Kapital einheimische Firmen wachsen lassen. Bao Phap Luat wertet den Start der Jar Line als Beleg für die Rolle hochwertiger Auslandsinvestitionen beim Aufbau inländischer Produktionskapazität, beim Technologietransfer und bei der Entwicklung von Lieferketten.
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