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Nahost-Spannungen kosten Pakistans Handel laut Minister rund 2 Milliarden US-Dollar

Pakistans Handel hat durch die Spannungen im Nahen Osten rund 2 Milliarden US-Dollar verloren, erklärte Handelsminister Jam Kamal. Störungen im Seeverkehr, ein schwächeres Golfgeschäft und niedrigere Erlöse bei Reis, Sesam und Zucker belasteten die Exporteure.

Nahost-Spannungen kosten Pakistans Handel laut Minister rund 2 Milliarden US-Dollar

Minister beziffert Belastung auf 2 Milliarden US-Dollar

Die Spannungen im Nahen Osten haben Pakistans Handel rund 2 Milliarden US-Dollar gekostet, sagte Bundeshandelsminister Jam Kamal laut Independent Urdu. Er führte den Fehlbetrag auf Rückgänge bei Reis, Sesam, Zucker und weiteren Sektoren zurück. Pakistan exportiert in die Golfstaaten und bezieht zugleich Waren von dort, sodass Unternehmen mit Verbindungen nach Katar, Saudi-Arabien, in die Vereinigten Arabischen Emirate, nach Bahrain und in weitere regionale Märkte betroffen sind.

Kamal zufolge reagierten pakistanische Händler mit einer breiteren Streuung ihrer Exportziele. Unternehmen suchten zusätzliche Käufer in Afrika, Südamerika, Europa und Zentralasien, um Verluste in Märkten mit unterbrochenen Lieferketten auszugleichen. Diese Regionen eröffneten alternative Absatzkanäle, konnten den Rückgang auf den etablierten Handelsrouten nach den Angaben des Ministeriums aber nicht vollständig auffangen.

Unterlagen des Handelsministeriums, die Independent Urdu einsehen konnte, beziffern Pakistans gesamtes Handelsdefizit auf 3,95 Milliarden US-Dollar, 23% mehr als zuvor. Die Dokumente weisen außerdem Exportverluste von 1,03 Milliarden US-Dollar im Zusammenhang mit dem Transithandel über Afghanistan und 150 Millionen US-Dollar weniger Transiteinnahmen aus. Die Ausfuhren in ASEAN-Staaten sanken um 30%.

Seeverkehr und Sicherheitslage begrenzen Warenströme

Im Juli 2026 brachten Verstöße gegen eine vorläufige Waffenruhe zwischen den Vereinigten Staaten und Iran den Handelsschiffsverkehr zwischen Pakistan und den Staaten des Golfkooperationsrats vollständig zum Erliegen, berichtete Independent Urdu. Die Zahl der täglich durch das Rote Meer fahrenden Schiffe sank von 80 auf 6. Hunderte Schiffe saßen außerhalb des Bab al-Mandab fest. Bis Juli 2026 wurden sämtliche pakistanischen Exporte in die Golfstaaten per Luftfracht versandt.

Die Verlagerung in die Luft zeigt das Ausmaß der Störungen auf See, insbesondere für voluminöse oder preissensible Agrarprodukte. Die durchschnittlichen monatlichen Exporte in die GCC-Staaten gingen während des Konfliktzeitraums um 32,6% zurück. Die Lieferungen nach Kuwait sanken um 49,8%, in die Vereinigten Arabischen Emirate um 43,2% und nach Oman um 38,7%.

Auch die Importe aus den GCC-Staaten schrumpften. Im Juli 2026 lagen sie 32,5% unter dem Vorjahreswert; die Einfuhren aus Katar brachen um 96,1% und jene aus Kuwait um 92,8% ein. Die Instabilität beeinträchtigte zudem den Handel mit Russland und den zentralasiatischen Staaten, in die Pakistans Exporte im Jahresvergleich um 72,3% zurückgingen. Sicherheitsrisiken und Angriffe auf Frachtfahrzeuge machten auch Transporte zum Grenzübergang Taftan in Belutschistan äußerst unsicher.

Preiskonkurrenz erhöht den Druck auf Reis

Auf Reis entfielen laut Kamal rund 1,2 Milliarden US-Dollar des Rückgangs. Die Exportmenge sei nicht gesunken; pakistanische Anbieter hätten wegen des starken Preiswettbewerbs aus Indien jedoch weniger erlöst. Indischer Reis wurde am Weltmarkt deutlich günstiger angeboten, wodurch pakistanische Exporteure selbst bei vorhandener Nachfrage schwerer konkurrieren konnten.

Pakistanischer Basmatireis genießt Kamal zufolge weiterhin einen Ruf für hohe Qualität und hat sich in mehreren Regionen etabliert. Käufer orientierten sich jedoch vorrangig am Preis, sodass Qualitätsaufschläge die Exporterlöse nicht vollständig schützen konnten. Für die Reisbranche kommen damit zwei Belastungen zusammen: niedrigere Erlöse je Einheit am Weltmarkt und höhere Logistikrisiken auf den Routen zu den Abnehmern am Golf.

Die Exporterlöse aus Sesam gingen um rund 100 Millionen US-Dollar zurück. Zucker verursachte einen weiteren Fehlbetrag von schätzungsweise 400 Millionen US-Dollar: Im Vorjahr exportierte Pakistan Zucker im Wert von rund 400 Millionen US-Dollar, im laufenden Jahr wurden Ausfuhren jedoch nicht genehmigt. Diese produktspezifischen Ausfälle erklären zusammen mit den Störungen im Seeverkehr, dem schwächeren Regionalhandel und den Sicherheitsproblemen auf Landkorridoren die Schätzung des Ministers von rund 2 Milliarden US-Dollar.

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