Myanmars Maisexport wird bei nur noch drei Auslandsmärkten abhängiger von Thailand
Myanmar exportiert Mais nur noch in drei statt zuvor zehn Länder und stützt sich dabei vor allem auf Thailand, teilte der Branchenverband mit. Zugleich sank die nationale Produktion von mehr als 3 Millionen Tonnen auf gut 2,5 Millionen Tonnen.
Myanmars Maishandel beschränkt sich auf drei Auslandsmärkte
Myanmars Maisexporteure sind zunehmend von Thailand abhängig, nachdem die Zahl der aktiven Auslandsmärkte von zehn auf drei gesunken ist. U Aye Chan Aung, Vorsitzender des Maisindustrieverbands von Myanmar, schilderte die Entwicklung auf der ersten jährlichen Mitgliederversammlung des Verbands. Das geht aus einer Mitteilung des Verbands der Industrie- und Handelskammern von Myanmar, UMFCCI, vom 1. Oktober hervor.
Democratic Voice of Burma zufolge ist Thailand inzwischen das wichtigste Zielland für Mais aus Myanmar. Die geringere Zahl der Absatzmärkte erhöht das Konzentrationsrisiko: Veränderungen der thailändischen Nachfrage, der Einkaufsbedingungen oder des Grenzhandels können den Absatz stärker treffen als zu der Zeit, als die Lieferungen auf zehn Länder verteilt waren. Die beiden anderen aktuellen Zielmärkte und die jeweiligen Exportmengen wurden nicht genannt.
Produktion sinkt von mehr als 3 Millionen Tonnen
Parallel zur Verengung der Absatzbasis ist die heimische Erzeugung zurückgegangen. In früheren Jahren produzierte Myanmar mehr als 3 Millionen Tonnen Mais. Aus verschiedenen Gründen sei die Menge inzwischen jedoch auf gut 2,5 Millionen Tonnen gefallen, sagte U Aye Chan Aung. Der Bericht nennt weder den genauen Zeitraum des Rückgangs noch den Anteil einzelner Ursachen.
Als die Erzeugung mehr als 3 Millionen Tonnen betrug, wurden im Inland rund 1 Million Tonnen verbraucht und etwa 2 Millionen Tonnen konnten exportiert werden. Das geht aus der von Democratic Voice of Burma zitierten UMFCCI-Mitteilung hervor. Eine aktuelle Exportmenge wurde nicht veröffentlicht. Die Daten belegen somit eine kleinere Ernte und weniger Märkte, zeigen aber nicht, welcher Anteil der gegenwärtigen Produktion exportiert beziehungsweise im Inland verbraucht wird.
Futtermittelnachfrage begrenzt die Exportmenge
Mais ist ein unverzichtbarer Rohstoff für Myanmars Viehwirtschaft und Futtermühlen. Dieser Inlandsbedarf begrenzt das Angebot für ausländische Käufer und macht die lokalen Futtermittelverbraucher unmittelbar von Erntebedingungen und Exportnachfrage abhängig. Die aktuelle Produktion liegt mehr als 500.000 Tonnen unter dem früheren Niveau von über 3 Millionen Tonnen. Damit wird die Verteilung zwischen Inlandsverbrauch und Export enger, auch wenn keine aktuelle Verbrauchsschätzung vorliegt.
Das wichtigste Maisanbaugebiet Myanmars liegt im Norden des Shan-Staats. Auch in den Regionen Sagaing und Ayeyarwady wird Mais angebaut. Produktion und Logistik in diesen Gebieten sind deshalb nicht nur für Landwirte und Verarbeiter entscheidend, sondern ebenso für Futtermittelhersteller, Händler und Abnehmer des thailändischen Marktes.
Marktkonzentration erhöht das Geschäftsrisiko
Die Abhängigkeit von einem Hauptabnehmer lässt Exporteuren weniger Alternativen, wenn sich Handelsbedingungen ändern. Früher konnten Lieferungen auf zehn Länder verteilt werden; in der heutigen Struktur mit drei Märkten gewinnen einzelne Käufer und Handelsrouten an Gewicht. Für die Erzeuger kann der Zugang zu Thailand daher die Einkaufsaktivität und den Absatz der geernteten Ware stärker bestimmen.
Seit der militärischen Machtübernahme 2021 hat sich die allgemeine Wirtschaftslage in Myanmar verschlechtert, während die Exporte zurückgegangen sind, berichtete Democratic Voice of Burma. Die Maisbranche ist nun zugleich mit geringerer Produktion und einer kleineren Zahl ausländischer Käufer konfrontiert. Zusätzliche Absatzmärkte würden die Abhängigkeit von Thailand senken. Eine stabile Erzeugung bleibt jedoch notwendig, um sowohl die heimische Vieh- und Futtermittelwirtschaft als auch Auslandskunden zu versorgen.