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Myanmars Reisexport über Landgrenzen fällt wegen Unsicherheit und Abgaben fünf Monate aus

Myanmar verzeichnete von Februar bis Juni 2026 keine Grenzexporte von Reis und Bruchreis, berichtete DVB unter Berufung auf Branchendaten und Händler. Auch im Juli wurden die Lieferungen nicht wieder aufgenommen, sodass der Stillstand einen sechsten Monat erreichen könnte.

Myanmars Reisexport über Landgrenzen fällt wegen Unsicherheit und Abgaben fünf Monate aus

Grenzlieferungen fallen auf null

Myanmars Ausfuhren von Reis und Bruchreis über die Landgrenzen sind fünf Monate in Folge ausgeblieben. Unsicherheit und illegale Zahlungen haben wichtige Handelsrouten zunehmend unpassierbar gemacht. Nach Angaben der Myanmar Rice Federation, über die Democratic Voice of Burma (DVB) berichtete, lag das Volumen der Grenzexporte von Februar bis Juni 2026 bei null.

Auch im Juli wurden die Lieferungen bislang nicht wieder aufgenommen. Damit könnte Myanmar einen sechsten Monat in Folge ohne registrierten Reisexport über seine Landgrenzen verzeichnen. Händler bezeichneten die Lage als die schwerste in der Geschichte des Sektors und berichteten, dass zahlreiche Unternehmen in Obermyanmar ihre Tätigkeit eingestellt hätten.

Route über Muse ist wirtschaftlich nicht mehr nutzbar

Im Mittelpunkt der Störung steht die Strecke von Mandalay nach Muse, dem wichtigsten Grenzübergang für den Reishandel zwischen Obermyanmar und China. Ein von DVB zitierter Händler erklärte, dass Unternehmen in der Region auf den Grenzhandel angewiesen seien, weil sie reguläre Überseewege nicht ohne Weiteres nutzen könnten. Mit dem Stillstand in Muse ist ihr wichtigster Absatzkanal weggefallen.

Laut DVB ist der Muse-Korridor von militärischer Unsicherheit und hohen unerlaubten Zahlungen an bewaffneten Kontrollposten entlang der Strecke betroffen. Diese Belastungen kommen zu den Risiken eines Warentransports durch Gebiete mit unsicherer Kontrolle und Sicherheitslage hinzu.

Ausweichroute bewältigt nur geringe Mengen

Kleine Mengen Reis und Bruchreis werden Berichten zufolge weiterhin über Mong La und den Grenzübergang Mong Lin im Osten des Shan-Staates transportiert. Das Gebiet und die Route werden vom Militär und der National Democratic Alliance Army kontrolliert. Diese Lieferungen sind nach Angaben von DVB nicht in den veröffentlichten Zahlen des Verbandes enthalten. Händler halten die Route zudem für unzuverlässig.

Ein Händler bezifferte die Lizenzgebühr auf der Strecke von Taunggyi in Richtung Mong La auf 30.000 bis 40.000 Kyat je Tonne. Einschließlich Fahrzeugkosten, Straßengebühren und weiterer Zahlungen erreichen die Transportkosten etwa 50.000 bis 60.000 Kyat je Sack. In Aye Thar Yar muss die Ladung zudem auf andere Fahrzeuge umgeladen und später in Lagerhäusern gelöscht werden. Einige Lastwagen, die die Grenze nicht passieren konnten, kehrten mit ihrer Ladung zurück. Für Sorten wie Kayinma-Reis und Thukha-Bruchreis fehlen Abnehmer.

Ein historisch wichtiger Absatzkanal fällt weg

Der derzeitige Stillstand steht in starkem Kontrast zum Ergebnis des Geschäftsjahres 2017-2018. Damals exportierte Myanmar 3.591.000 Tonnen Reis und Bruchreis. Es war das erste Mal seit fast 80 Jahren, dass die Menge nach den 3.048.664 Tonnen von 1939-1940 wieder 3 Millionen Tonnen überstieg. Auf den Grenzhandel entfielen 2017-2018 insgesamt 51,62% der Ausfuhren.

Bereits von Dezember 2024 bis Februar 2025 war der Grenzhandel drei Monate lang unterbrochen. Der aktuelle Ausfall dauert länger und folgt auf den starken Exportrückgang seit der militärischen Machtübernahme 2021. Die Grenznachfrage stützt normalerweise die Preise für Rohreis. Der Wegfall dieses Marktes trifft deshalb nicht nur Händler und Transportunternehmen, sondern auch Landwirte, deren Ernten für den grenzüberschreitenden Verkauf bestimmt waren.

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