Mosambik beschränkt Importe von Krankenhausinfusionen wegen lokaler Überproduktion
Mosambik will Importe von Infusionslösungen für Krankenhäuser begrenzen und heimische Hersteller bevorzugen. Die lokale Produktion liegt bei 18 Millionen Einheiten, der nationale Verbrauch bei 9 Millionen; neue Importgenehmigungen sollen erst nach Ausschöpfung des heimischen Angebots erteilt werden.
Mosambik schützt die heimische Produktion von Infusionslösungen
Die Regierung Mosambiks will Infusionslösungen für Krankenhäuser in die Liste der Waren mit Einfuhrbeschränkungen aufnehmen. Damit sollen Beschaffungsaufträge im Gesundheitswesen stärker an heimische Fabriken gehen. Anlass ist der deutliche Abstand zwischen Produktion und Nachfrage, während Käufer trotz überschüssiger lokaler Kapazitäten weiterhin ausländische Produkte bevorzugen.
Handelsstaatssekretär António Grispos erklärte, Mosambik produziere 18 Millionen Einheiten, während der Inlandsverbrauch bei 9 Millionen Einheiten liege. Damit ist die nationale Produktion doppelt so groß wie der Binnenmarkt. Krankenhäuser und andere Abnehmer beziehen dennoch weiterhin ausländische Ware, berichtete Pravda.ru.
Importlizenzen werden an die lokale Verfügbarkeit geknüpft
Die Regierung will im nächsten Jahr die Lizenzregeln für strategische Importe ändern. Eine Genehmigung für betroffene Waren soll künftig nur erteilt werden, wenn nachgewiesen wurde, dass das verfügbare heimische Angebot ausgeschöpft ist. Die Regelung ist somit als bedingte Beschränkung und nicht als vollständiges Importverbot angelegt.
Nach Angaben von Grispos bleiben Einfuhren für Waren möglich, die Mosambik kurzfristig nicht selbst herstellen kann. Dazu zählte er Kraftstoffe, Arzneimittel und Verteidigungsausrüstung. Infusionslösungen werden dagegen erfasst, weil die vorhandenen Fabriken bereits über genügend Kapazität verfügen, um den gemeldeten nationalen Bedarf zu decken.
Ein vergleichbarer Ansatz gilt bereits für abgefülltes Mineralwasser, Schnittbrot, Teigwaren, Maismehl und Fliesen. Mit der Ausweitung auf ein Gesundheitsprodukt überträgt die Regierung ihre Politik für lokale Wertschöpfung auf einen Bereich, in dem Versorgungskontinuität und Warenverfügbarkeit besonders wichtig sind.
Kredite sollen importersetzende Industrien fördern
Parallel verhandelt die Regierung mit Geschäftsbanken über Kreditlinien zum Ausbau der heimischen Produktionsbasis. Grispos bestätigte, dass Standard Bank Mozambique die Gründung von Unternehmen in Branchen finanzieren werde, deren Importe begrenzt werden sollen. Der Marktschutz wird damit mit Kapital für inländische Investitionen verbunden.
Als Beleg für die Beschäftigungswirkung verwies der Staatssekretär auf die Brotbranche. Einfuhrbeschränkungen hätten dort 96.000 direkte Arbeitsplätze gesichert und das Bäckereigewerbe gestärkt, das er als einen der größten Arbeitgeber des Landes nach dem Staat bezeichnete. Eine vergleichbare Beschäftigungsprognose für die Herstellung von Infusionslösungen wurde nicht genannt.
Wirtschaft fordert befristeten und gezielten Schutz
Der mosambikanische Dachverband der Wirtschaftsverbände CTA unterstützt die Förderung lokaler Produkte, warnt jedoch, dass Zollschutz allein heimische Hersteller nicht wettbewerbsfähig macht. CTA-Präsident Álvaro Massingue forderte eine intelligente, gezielte und befristete Politik, deren Fortführung von messbaren Produktivitätsfortschritten abhängen müsse.
Der Verband verlangte außerdem, grundlegende Hindernisse für die Wettbewerbsfähigkeit mosambikanischer Produkte zu beseitigen. Er schlug einen Nationalen Industrialisierungsrat aus Regierung, Finanzinstituten und Fachleuten vor, der Prioritäten festlegen und industrielle Zielvorgaben überwachen soll.
Für Krankenhäuser und ausländische Lieferanten ist entscheidend, wie die Behörden die Ausschöpfung der heimischen Bestände prüfen, bevor sie Importlizenzen erteilen. Der vorliegende Bericht nennt weder ein Einführungsdatum noch Verfahren zur Qualitätskontrolle oder Regeln für die Verteilung. Von diesen Einzelheiten hängt ab, ob die Maßnahme nur Produktionsüberschüsse abbaut oder auch Beschaffungsfristen und Lieferantenoptionen der Krankenhäuser verändert.