← Zurück zu den Nachrichten

Moeve beginnt Bau der 300-MW-Wasserstoffanlage Onuba in Huelva

Moeve, vormals Cepsa, hat im andalusischen Palos de la Frontera bei Huelva mit dem Bau von Onuba begonnen, der ersten Phase des Andalusischen Grünen Wasserstofftals. Die Anlage startet mit 300 MW Elektrolyseleistung, erweiterbar um 105 MW, bei einer Gesamtinvestition von mehr als 1 Milliarde Euro. Hy24 und COFIDES übernehmen die 29 Prozent, die zuvor für Masdar vorgesehen waren.

Moeve beginnt Bau der 300-MW-Wasserstoffanlage Onuba in Huelva

Der spanische Energiekonzern Moeve, früher als Cepsa bekannt, hat am Donnerstag in seinem Energiepark in Palos de la Frontera bei Huelva den Grundstein für Onuba gelegt, die erste Phase des Andalusischen Grünen Wasserstofftals. Die Anlage startet mit einer Elektrolysekapazität von 300 Megawatt, erweiterbar um weitere 105 MW, und umfasst laut energias-renovables.com eine Gesamtinvestition von mehr als 1 Milliarde Euro einschließlich der zugehörigen Infrastruktur und einer Photovoltaikanlage zum Eigenverbrauch.

Zur Zeremonie kamen Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez, Umweltministerin Sara Aagesen, Andalusiens Regionalpräsident Juanma Moreno und Industrieminister Jorge Paradela sowie die Bürgermeisterin von Palos de la Frontera, Milagros Romero Artero. Die Exekutiv-Vizepräsidentin der Europäischen Kommission, Teresa Ribera, war per Videobotschaft aus Brüssel zugeschaltet, wie ABC berichtet.

Kapazität, Produktion und Inbetriebnahme

Moeve schätzt, dass Onuba rund 45.000 Tonnen erneuerbaren Wasserstoff pro Jahr erzeugen und damit etwa 250.000 Tonnen CO₂ jährlich vermeiden wird. Laut ABC geht die Anlage 2029 in Betrieb und schafft 8.000 direkte und indirekte Arbeitsplätze entlang der Wertschöpfungskette; energias-renovables.com nennt unter Berufung auf Unternehmensschätzungen mehr als 8.000 direkte, indirekte und induzierte Arbeitsplätze während Entwicklung, Bau und Inbetriebnahme sowie Aufträge für über 400 lokale Kleinbetriebe und Selbstständige.

Das Unternehmen bezeichnet Onuba als seine erste digital native Anlage: Bereits im Design sind ein digitaler Zwilling sowie eine einheitliche Daten- und IoT-Plattform verankert. Zur Versorgung der Elektrolyseure will Moeve eigene Erneuerbaren-Projekte entwickeln und Verträge mit weiteren Solar- und Windstromerzeugern in Andalusien und im übrigen Spanien schließen.

Neue Eigentümerstruktur vor Baubeginn

Der Baustart folgt auf eine Umschichtung der Anteile. Wie El Correo berichtet, haben Hy24 und COFIDES die 29 Prozent übernommen, die Masdar erwerben sollte. Die Struktur sieht nun so aus:

  • Moeve hält die Mehrheit von 51 Prozent.
  • Hy24, laut Unternehmen der weltweit größte auf erneuerbaren Wasserstoff spezialisierte Fonds, und die spanische öffentlich-private Finanzinstitution COFIDES halten gemeinsam 29 Prozent.
  • Enagás Renovable, einer der führenden europäischen Entwickler von Projekten für erneuerbares Gas, und Alter Enersun halten die verbleibenden 20 Prozent.

Öffentliche Mittel und PCI-Status

Die erste Phase ist von der Europäischen Union als Vorhaben von gemeinsamem Interesse (PCI) eingestuft und erhält 304 Millionen Euro von der spanischen Regierung im Rahmen des Plans für Wiederaufbau, Transformation und Resilienz, finanziert über NextGenerationEU, für die Entwicklung von 405 MW des andalusischen Tals. Sánchez bezifferte die öffentliche Unterstützung für das Moeve-Projekt auf mehr als 300 Millionen Euro und verwies darauf, dass Spanien bereits über 3 Milliarden Euro in mehr als 120 Projekte für erneuerbaren Wasserstoff gelenkt und zugleich verbindliche Ziele für Emissionsminderung und den Anteil erneuerbarer Kraftstoffe im Verkehr eingeführt hat, um Nachfrage zu schaffen.

Onuba ist nur die Hälfte des Plans. Das Andalusische Grüne Wasserstofftal zielt auf 2 GW Elektrolyse, verteilt auf Palos de la Frontera und San Roque in der Provinz Cádiz, das als Nächstes gebaut werden soll. ABC beziffert die Gesamtinvestition beider Standorte auf 3 Milliarden Euro, die kombinierte Produktion auf bis zu 300.000 Tonnen grünen Wasserstoff pro Jahr und die vermiedenen Emissionen auf sechs Millionen Tonnen CO₂ jährlich.

Wohin der Wasserstoff geht

Nach Angaben von Moeve kann der Wasserstoff in Straßenkraftstoffen, in Flug- und Schiffskraftstoffen sowie zur Dekarbonisierung schwer elektrifizierbarer Industrien eingesetzt werden. Die kumulierten Investitionen in Andalusien liegen inzwischen bei 2,4 Milliarden Euro, darunter eine Anlage für Biokraftstoffe der zweiten Generation, die im kommenden Jahr mit der Produktion von nachhaltigem Flugkraftstoff (SAF) und erneuerbarem HVO-Diesel beginnt. Damit werde Palos de la Frontera zum größten europäischen Zentrum für die Produktion grüner Moleküle, so das Unternehmen.

Vorstandschef Maarten Wetselaar erklärte, das Unternehmen lasse „die Ära der Pilotprojekte beim grünen Wasserstoff hinter sich und gehe zum Bau großindustrieller Projekte über“; Onuba bringe Spanien in Europa in die Spitzengruppe. Moreno verwies auf Andalusiens Klima, das Stromgestehungskosten aus erneuerbaren Quellen deutlich unter denen Nordeuropas erlaube, und formulierte das Ziel, Südeuropa zur großen grünen Wasserstofffabrik Europas zu machen und die Region vom Nettoimporteur zum Exporteur von Energie zu wandeln. Eine Studie von Moeve mit PwC argumentiert, grüne Moleküle könnten Europas Energieabhängigkeit vom Ausland bis 2040 halbieren, bis 2050 bis zu 50 Prozent der heutigen Nachfrage nach fossilen Brennstoffen ersetzen, ein Drittel des europäischen Energiemixes ausmachen und die CO₂-Emissionen um 22 Prozent senken. Moeve, fast 100 Jahre alt und 2024 aus Cepsa umbenannt, wird vom Abu-Dhabi-Staatsfonds Mubadala mit 63 Prozent und The Carlyle Group mit 37 Prozent kontrolliert und beschäftigt mehr als 11.000 Menschen.

Vollständige Marktanalyse

Wir verwenden Cookies, um Ihr Surferlebnis zu verbessern, personalisierte Inhalte bereitzustellen und unseren Traffic zu analysieren. Durch Klicken auf "Alle akzeptieren" stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Sie können Ihre Einstellungen verwalten oder mehr erfahren in unserer Datenschutzrichtlinie.