Türkischer Rüstungskonzern MKE gründet in Ägypten die Tochter Zafer für gemeinsame Produktion
Der türkische Staatskonzern MKE hat in Kairo nach ägyptischem Recht die Gesellschaft Zafer gegründet und hält sämtliche Anteile. Es ist das erste Unternehmen von MKE in Afrika; über Zafer sollen Joint Ventures mit ägyptischen Firmen zu energetischen Materialien, Sprengstoffen, Munitionsausrüstung und Fahrzeugsystemen laufen. Ägypten soll als Basis für Verkäufe nach Afrika und in die Golfstaaten dienen.
Der staatliche türkische Rüstungs- und Chemiehersteller Makine ve Kimya Endüstrisi (MKE) hat in Ägypten eine Gesellschaft gegründet, die vollständig dem Konzern gehört. Das Unternehmen mit dem Namen Zafer ist nach ägyptischem Recht in Kairo eingetragen und soll als Plattform für die gemeinsame Rüstungsproduktion mit ägyptischen Partnern sowie für den Vertrieb nach Afrika und in die Golfstaaten dienen. Das erklärte MKE-Generaldirektor İlhami Keleş laut mansethaber.com. Zafer ist das erste Unternehmen, das MKE in Afrika gegründet hat.
Eigentümerstruktur und Auftrag
Keleş sagte, sämtliche Anteile an Zafer gehörten MKE, die Gesellschaft sei nach ägyptischem Recht errichtet worden. Ihre Aufgaben gehen über das kommerzielle Geschäft von MKE im Land hinaus: Zafer soll sich als Partner an Joint Ventures mit lokalen ägyptischen Unternehmen beteiligen, und die geplanten gemeinsamen Produktionsstätten sollen über diese Gesellschaft umgesetzt werden. Mit der Eintragung in Kairo ist MKE in Ägypten mit einer eigenen Rechtsperson tätig, wie bisher nur in Aserbaidschan.
Dem Schritt ging eine Absichtserklärung zwischen MKE und dem ägyptischen Ministerium für Militärproduktion voraus, die gemeinsame Fertigung und Entwicklung in der Rüstungsindustrie umfasst. Das türkische Portal yurtlarevimiz.com beschreibt die Vereinbarung unter Berufung auf Angaben von MKE als Partnerschaft in der Militär- und Chemieindustrie, die nach ägyptischem Recht aufgebaut ist.
Energetische Materialien, Munition und Fahrzeugsysteme
Nach den Angaben von Keleş soll die Zusammenarbeit folgende Bereiche der gemeinsamen Fertigung abdecken:
- energetische Materialien
- Sprengstoffe
- verschiedene Munitionsausrüstungen
Ein zweiter Strang setzt auf die vorhandene Industriebasis Ägyptens. Keleş verwies darauf, dass Ägypten über Kapazitäten im Bau von Militärfahrzeugen verfügt, und erklärte, beide Seiten arbeiteten an gemeinsamen Produktionsprojekten, bei denen diese Basis mit Turmsystemen, Führungs- und Kommunikationstechnik sowie Hard-Kill- und Soft-Kill-Systemen von MKE integriert werde. Das entspricht der erklärten Strategie des Konzerns: nicht nur fertige Rüstungsgüter aus türkischer Fertigung zu exportieren, sondern Produktionswissen und Technologie über Modelle der gemeinsamen Fertigung in Partnerländer zu bringen.
Drohnenabwehrsystem TOLGA kommt in den ägyptischen Bestand
MKE hat Ägypten bereits das Nahbereichs-Luftverteidigungssystem TOLGA verkauft, sagte Keleş. Den ersten Verkauf bezeichnete er als symbolisch im Umfang; er sei erfolgt, um das System in den ägyptischen Bestand aufzunehmen, weitere Aufträge sollten folgen. TOLGA ist ein gestaffeltes Nahbereichs-Luftverteidigungssystem, das vor allem gegen kleine und Mikro-Drohnen entwickelt wurde.
Kairo als regionale Drehscheibe
Das auffälligste strategische Ziel hinter Zafer ist die Nutzung Ägyptens als regionale Basis. MKE will Produkte aus den ägyptischen Joint Ventures nicht nur auf dem ägyptischen Markt absetzen, sondern auch in afrikanischen Ländern und in den Golfstaaten. Keleş sagte, die Gesellschaft in Kairo sei neben der Abwicklung der Geschäftsprozesse in Ägypten auch dafür geschaffen worden, die Aktivitäten in Afrika und in der Golfregion zu unterstützen.
Der Schritt in Ägypten ist Teil einer breiteren Strategie internationaler Fertigung und des Technologietransfers. Keleş erklärte, die Arbeit an einem Joint Venture in Kanada laufe weiter, für neue Investitionen in den USA seien Gespräche geplant, und in Malaysia und Indonesien werde an verschiedenen Projekten gearbeitet. Investitionssummen, Kapazitäten, Standorte und Zeitpläne für die geplanten Anlagen in Ägypten wurden in den bisher veröffentlichten Angaben nicht genannt.